Neue Technik kostet

Herkömmliches Antennen-Fernsehen vor dem Aus – Nutzer müssen investieren

Bis zum 29. März müssen Antennen-Nutzer auf eine andere Fernsehübertragungstechnik wechseln. Sie nutzen dann statt der bisherigen DVB-Technik künftig DVB-T2 HD, was brillantere Bilder in HD-Qualität verspricht. Allerdings wird es auch teuer. Antennenschauer müssen Decoder oder Receiver für ältere Geräte kaufen und das bislang freie Privatfernsehen kostet künftig Geld.

DVB-T steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“ und bezeichnet die Technik, Fernsehprogramme über Antenne zu empfangen. Das sind immerhin rund 3,4 Millionen Haushalte in Deutschland. Das neue digitale Antennenfernsehen DVB-T2 kann im Gegensatz zum alten Standard auch Programme in hoher Auflösung (HD) ausstrahlen. Es bietet zudem eine größere Programmvielfalt und soll einen besseren mobilen Empfang ermöglichen. Allerdings sind alter und neuer Standard nicht kompatibel. „Sie benötigen definitiv ein neues TV-Gerät oder einen Decoder“, erklärt Hans-Dieter Burkard vom gleichnamigen Radio- und Fernsehgeschäft in Esslingen. Noch etwas ändert sich: Privatsender sollen über diesen Weg ab Mitte des Jahres Geld kosten – etwa 69 Euro im Jahr, nach drei ersten Monaten kostenlosen Empfangs. Allerdings sollen die Privatsender dann auch in allen Regionen empfangbar sein. Damit nur zahlende Kunden die Privaten sehen können, verschlüsseln die Sender ihre Programme. Wem das alles zu aufwendig ist, muss sich einen anderen Empfangsweg suchen. Zum Beispiel auf Kabel umstellen oder auf die Satellitenschüssel.

Hans-Dieter Burkard sieht die Umstellung sehr kritisch. „Der Wechsel kam viel zu kurzfristig“, moniert er. Erst Ende des vergangenen Jahres sei die geplante Umstellung bekannt geworden. Die Folge seien enttäuschte Kunden, wie Burkhard sagt: „Da haben etliche Leute im vergangenen Jahr einen schönen neuen Flachbildschirm gekauft, der jetzt ohne Receiver nicht mehr taugt.“

Burkard hätte sich einen Zuschuss für die Kunden gewünscht. Der Beratungsbedarf ist offenbar groß: Bei Burkard ist ein Mitarbeiter abgestellt, der sich nur um das Thema DVB-T2 HD kümmert. Einfache Empfangsboxen für DVB-T2 sind zwar im Einzelhandel ab rund 30 Euro zu haben. Aber es gibt auch Fallen.

Die Schweiz zum Beispiel hat schon vor anderthalb Jahren auf das neue Format umgestellt. T2-Gerät, die Nutzer aus der Schweiz mitgebracht haben, funktionieren in Deutschland jedoch nicht. Burkard rät, auf die Zusatzbezeichnung zu achten. Ein taugliches TV-Gerät oder ein Receiver muss die Kennung H 2-65 tragen und nicht H 2-64 wie in der Schweiz.

Die Umstellung hat einen Grund: Bis zum Jahr 2018 soll es in Deutschland flächendeckend schnelles Internet geben. Dazu braucht es freie TV-Frequenzen, die die Nutzer des  Antennenfernsehens, des sogenannten Überall-TVs, jetzt räumen sollen.                 bob

Foto: dpa


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