Neues Klangerlebnis

Erstes Konzert im Esslinger Jazzkeller nach Sanierung am 26. September


Fast acht Monate wurde gearbeitet, die Planungen laufen schon seit Mitte des vergangenen Jahres: Am Freitag öffnet nun der Jazzkeller in der Esslinger Altstadt nach der Sanierung wieder seine Pforte und präsentiert sich als runderneuertes aber nach wie vor traditionelles Domizil für Jazzmusiker und Jazzliebhaber.

Das letzte Konzert im „alten“ Jazzkeller fand im Januar statt, dann gingen die Veranstalter in die ver­längerte Pause und nutzten die musikfreie Zeit, um auszumisten, umzubauen und zu renovieren. Vor Kurzem hat sich der Club erstmals runderneuert gezeigt: Die Bühne befindet sich nun an der Stirnseite des Raums. „Die Musiker spielen jetzt in den Raum hinein“, wie Barbara Antonin von der Jazzkellergemeinschaft sagt. Die Zuschauer haben nun mehr Raum bei gleichbleibender Platzzahl, vermehrt können nun bequeme Stühle mit Lehne aufgestellt werden. Eine neue Garderobe wurde eingerichtet, so dass die Musiker eine Rückzugsmöglichkeit haben und an der Bar gibt es jetzt fließend Wasser. Der Umbau hat auch eine ästhetische Komponente: „Das alte Gewölbe kommt jetzt deutlich mehr zur Geltung, das lieben unsere Musiker und auch unsere Besucher“, sagt Antonin. Ausschlaggebend für die Sanierung war aber weniger der Anspruch auf eine ansprechendere Gestaltung, sondern eine technische Notwendigkeit.

Immer stärker hatte die Wand in Richtung Landolinsgasse unter eindringender Feuchtigkeit gelitten. Mit Schimmelbildung musste gerechnet werden. Gegen die Feuchtigkeit im Raum arbeitet nun ein spezielles Luftsystem mit zwei Entfeuchtungsgeräten an. Diese regulieren das im Raum vorhandene Nass, checken die für einen Gewölbekeller dieses Alters notwendige Feuchtigkeit und saugen weg, was darüber hinaus anfällt. Pumpen an der feuchten Wand sorgen schon seit Längerem dafür, dass überschüssige Feuchtigkeit nach außen abgeleitet wird.

Rund 40 000 Euro hat der Umbau gekostet. Die Stadt Esslingen fördert ihn mit 30 000 Euro, verteilt auf zwei Jahre, die Zukunftsstiftung Heinz Weiler gibt 10 000 Euro dazu. Architekt Michael Ditttmer, Jazzfan und Liebhaber historischer Gemäuer, hat überdies ehrenamtlich gearbeitet. Noch sind nicht alle Wünsche erfüllt, wie Antonin sagt. „Eine neue Möblierung und eine aktualisierte Lichttechnik wären schön.“ Doch das muss nun erst einmal hintangestellt werden. Zum ersten Konzert im Esslinger neuen alten Jazzkeller wurde mit dem Johannes Mössinger NY Quartett „ein Leckerbissen an Land gezogen“. Auch die folgenden Konzerte mit den Moutin-Brüdern und dem Goldberg-Trio bezeichnet Antonin als „echte Highlights“.  Bob/Foto: bul

 

Info: Freitag, 26. September, 20.30 Uhr, Johannes Mössinger NY Quartett im Jazzkeller, Webergasse 22 in Esslingen (www.jazzkeller-esslingen.de).


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