Neutral und wohnortnah

Der Landkreis Esslingen hat das Beratungsnetz der Pflegestützpunkte enger geknüpft

Möglichst lange selbstständig in der eigenen Wohnung leben, das wünschen sich fast alle Menschen. Aber bei den meisten kommt auch irgendwann der Zeitpunkt, an dem es ohne Unterstützung nicht mehr geht. Dann stehen viele Fragen im Raum: Welche Hilfen gibt es, wer übernimmt sie und wer bezahlt dafür? Antworten bekommt man bei den Pflegestützpunkten. Sie bieten nicht nur eine erste Orientierung, wenn jemand pflegebedürftig wird, sondern versprechen eine individuelle, neutrale, umfassende, kostenfreie und vertrauliche Beratung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen unter anderem auch, wenn es darum geht, finanzielle Hilfen zu beantragen und bestehende Angebote zu koordinieren.

Der Landkreis Esslingen hat jetzt sein Netz an Pflegestützpunkten verdichtet: Neben den sechs Standorten in den großen Kreisstädten (Esslingen, Kirchheim, Nürtingen, Ostfildern, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen), die schon länger bestehen, gibt es nun zehn weitere Stützpunkte in kleineren Gemeinden. Zudem ist der Esslinger Pflegestützpunkt vor wenigen Tagen in die zweite Etage  des Behördenzentrums in der  Beblinger Straße umgezogen. Die neuen Standorte sind Aichwald, Aichtal, Denkendorf, Frickenhausen, Lenningen, Neckartenzlingen, Plochingen, Reichenbach, Weilheim  und Wendlingen. Sie decken jeweils neben der Ortschaft, in der sie ihren Sitz haben, auch Nachbargemeinden mit ab. Somit können alle Bürgerinnen und Bürger mit kurzen Wegen eine neutrale Beratung in Anspruch nehmen.

Ausgewählt wurden die Standorte nach ihrer Lage, aber auch nach der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nach barrierefrei zugänglichen Räumen. Neben festen Sprechzeiten im jeweiligen Pflegestützpunkt besteht die Möglichkeit, einen Termin für einen Hausbesuch zu vereinbaren. Ebenso ist telefonische Beratung möglich. Schwerpunkt der Pflegestützpunkte ist zwar die Beratung für die Pflege im Alter, aber grundsätzlich stehen sie Menschen aller Altersgruppen offen. So können sich beispielsweise auch Eltern von Kindern mit einer Behinderung beraten lassen. In jedem Fall geht es um sämtliche Fragen zur pflegerischen Unterstützung und Versorgung wie die Möglichkeiten der häuslichen Pflege, Pflegeversicherungsleistungen, Hilfsmittel im Haushalt, Unterstützung bei der Suche nach einem Pflegeheim oder Möglichkeiten der Entlastung für pflegende Angehörige. Gegebenenfalls stellt der Pflegestützpunkt Kontakt zu weiterführenden Beratungsstellen her, denn er ist mit den bestehenden Strukturen verknüpft.

Der Kreistag hatte im April 2019 einstimmig grünes Licht für den flächendeckenden Ausbau der Pflegestützpunktberatung gegeben. Finanziert werden die neuen Stützpunkte jeweils zu einem Drittel vom Landkreis, den Pflegekassen und den Krankenkassen. Die Zahlen sprechen für sich: Zum einen bringt die demografische Entwicklung eine immer älter werdende Gesellschaft mit sich, wobei insbesondere die Zahl der Menschen im Alter über 80 Jahren weiter steigen wird. In dieser Altersgruppe ist der Pflegebedarf naturgemäß besonders groß. Zudem wurde festgestellt, dass im Landkreis zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Sie und ihre Angehörigen angemessen zu unterstützen, ist das zentrale Ziel der Pflegestützpunkte.  aia / Foto: dpa

Info: Die Kontaktdaten und Ansprechpartner vor Ort findet man auf den Internetseiten des Landkreises unter www.landkreis-esslingen.de/pflegestuetzpunkte. Dort kann man eine Karte mit Standorten und zugehöriger Raumschaft aufrufen.


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