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Das Fachwerk bleibt sichtbar

Das Alte Rathaus in Bissingen wird ab dem Frühjahr saniert – Kosten von rund 406 000 Euro kalkuliert

Das Alte Rathaus in Bissingen muss saniert werden. Ab dem kommenden Frühjahr wird in einem ersten Bauabschnitt die schadhafte Fassade in Angriff genommen und es werden moderne Fenster eingebaut. Dazu wird das an etlichen Stellen marode Sichtfachwerk denkmalgerecht ausgebessert. Für die Arbeiten rechnet die Gemeinde mit Kosten von etwa 406 000 Euro. Da das Projekt im Gesamtplan der Ortskernsanierung angesiedelt ist, könnte etwa die Hälfte der Kosten über eine Zuwendung aus Mitteln der Städtebauförderung gedeckt werden. Die Gemeinde wird zudem einen Antrag auf Förderung durch das Landesamt für Denkmalpflege stellen.

Die Liste der Arbeiten, die am Alten Rathaus in Bissingen zu erledigen sind, ist beachtlich lang. An vielen Stellen ist der Putz schadhaft, teilweise sind auch die Gefache in Mitleidenschaft gezogen, sodass Maurerarbeiten fällig werden. Die Fenster entsprechen zeitgemäßen energetischen Anforderungen nicht und müssen erneuert werden. Vor allem aber muss das an vielen Stellen marode Sichtfachwerk restauriert werden. Das im Jahr 1669 errichtete Rathaus war ursprünglich verputzt, um das Holz vor Witterungseinflüssen und auch Brandgefahren zu schützen. Erst in den 1930er-Jahren wurden der Putz abgeschlagen und das Fachwerk freigelegt.  Regen, Hitze und Kälte nagen seitdem an den Balken und haben zu beträchtlichen Schäden geführt. Etliche  Hölzer sind angegriffen, manche zum Teil auch starke Balken sind verrottet.

Da das Alte Rathaus im dritten Abschnitt der Ortskernsanierung liegt, insofern auch mit erheblichen Fördermitteln für die Arbeiten gerechnet werden kann, hat der Gemeinderat nun die Sanierung des Hauses auf den Weg gebracht. Dabei hat sich das Gremium für eine Sanierung mit Sichtfachwerk entschieden. Entscheidend dafür war der ortsbildprägende Charakter des spätbarocken Gebäudes. Doch auch das in die Planungen einbezogene Landesdenkmalamt hatte die denkmalrechtliche Genehmigung  für eine Sanierung mit Sichtfachwerk erteilt und die  untere Denkmalbehörde hatte sich bei einer Ortsbegehung für den  Erhalt des Sichtfachwerks ausgesprochen.  Die Alternative wäre eine verputzte Fassade gewesen, wobei die Architekten  darauf hingewiesen hatten, dass bei einer Beibehaltung des Sichtfachwerks das Wetter weiterhin die Holzkonstruktion schädigen wird und daher mittelfristig wieder viel Geld in die Hand genommen werden muss. Die Sanierungsarbeiten sollen nun im Frühjahr starten und bei einem planmäßigen Verlauf bis zum Herbst beendet sein.

Wann der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden kann, ist indes derzeit noch nicht  festgelegt. Dabei soll das  Alte Rathaus im Innern saniert und umgestaltet werden. Dabei könnte eine  neue Nutzungskonzeption für das Erd- und Obergeschoss gefunden werden, wobei die Gemeinde aufgrund der bisherigen Gespräche von der  denkmalrechtlichen Genehmigung ausgeht.  Allerdings müsste dafür mit  erheblichen Kosten gerechnet werden. Das Alternativkonzept für diesen Bauabschnitt wäre eine Modernisierung  der in den vergangenen Jahren im Gebäude eingerichteten Räume  der Musik- und Kunstförderung sowie die Einrichtung modern ausgestatteter Büros für die Gemeindeverwaltung. Diese Variante wäre  wesentlich kostengünstiger zu realisieren.  pst / Foto: pst


Wohnen statt Gewerbe

Auf dem Dietz-Areal in Neuffen soll ein Wohngebiet entstehen – Baugebiet Zwillberg wird nicht realisiert

Wie in den meisten Kommunen in der Region  ist auch in der Stadt Neuffen Wohnraum ein knappes  Gut. Nun möchte die Stadt mit der Ausweisung eines neuen Wohngebiets ein wenig gegensteuern. Auf dem Dietz-Areal in der Max-Planck-Straße sollen an Stelle der nicht mehr genutzten Gewerbegebäude Wohnhäuser entstehen. Der Gemeinderat hat dem Konzept kürzlich grünes Licht erteilt. Für das projektierte Baugebiet Zwillberg gibt es allerdings einen Rückschlag. Nach gescheiterten Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern ist die Erschließung vom Tisch.

Das Dietz-Areal in der Neuffener Max-Planck-Straße soll von einem Gewerbestandort zu einem  Wohnquartier umgewandelt werden. Bereits seit 20 Jahren nutzt das Unternehmen den Standort nicht mehr  selbst. Die Gebäude sind an mehrere Unternehmen vermietet. In den vergangenen fünf Jahren hatte das Areal außerdem  als Unterkunft für Geflüchtete gedient. Diese wurde nicht mehr benötigt und daher  aufgelöst.

 Wie Bürgermeister Matthias Bäcker berichtet, planen die Eigentümer des Geländes nun, die Gewerbegebäude auf dem Areal aufzugeben und zugunsten einer qualitätvollen Wohnbebauung abzureißen. Ein Architekturbüro aus Kirchheim wurde damit beauftragt, ein Konzept zur Umgestaltung des Geländes in ein Wohngebiet zu entwickeln. Nach einigen Vorberatungen und einer Ortsbegehung durch Mitglieder des Gemeinderats wurde dieses Konzept  anhand von Entwurfsplanungen  Ende Oktober in einer Sitzung des Gemeinderats öffentlich vorgestellt.

 Nach den Entwürfen des Büros könnten auf dem Areal großzügig angeordnete Mehrfamilienhäuser im Geschosswohnungsbau entstehen. Zusätzlich sind  acht Einzelhäuser möglich, mehrere Doppelhäuser könnten das neue Wohnquartier abrunden. „Es soll ein Gebiet entwickelt werden, das vielerlei Ansprüchen gerecht werden kann“, berichtete Bäcker. Der Gemeinderat zeigte sich aufgeschlossen für die Planungen,  zumal die Nachfrage nach Wohnraum in Neuffen hoch ist. Das Gremium hat dem Konzept einstimmig grünes Licht erteilt und die Verwaltung beauftragt, das Bebauungsplanverfahren vorzubereiten und einen städtebaulichen Vertrag mit den Eigentümern oder einem Investor auszuarbeiten.

„Ein neues Wohngebiet soll entstehen, ein anderes wird aufgegeben“, berichtet Bäcker von einem Rückschlag in Sachen Stadtentwicklung. Seit geraumer Zeit plant die Verwaltung, einen Bebauungsplan für das Gebiet Zwillberg zu erstellen und die dortigen freien Grundstücke als Bauplätze auszuweisen. Die Verhandlungen mit den Eigentümern hatten allerdings bisher zu keinem einmütigen Ergebnis geführt. Vielmehr hatte sich die Mehrheit der Eigentümer gegen eine  Ausweisung als Baugebiet ausgesprochen. Damit sind die Planungen zur Erschließung  des Gebiets vorläufig vom Tisch. „Bei der nächsten Fortschreibung des Flächennutzungsplans ist dann abschließend zu entscheiden, ob das Gebiet aus der Baugebietsentwicklung endgültig herausgenommen wird“, sagt Bäcker.   pst / Foto: Visualisierung Raichle und Raichle Architekten


Die Erschließung ist fast fertig

Gefragte Bauplätze in den Hochdorfer Hofäckern – Abschnitt 2 muss noch warten

Bauplätze sind teuer, aber dennoch begehrt. Im jüngsten Baugebiet der Gemeinde Hochdorf, den Hofäckern, ist nicht nur die Erschließung, sondern auch die Vergabe der gemeindeeigenen Bauplätze so gut wie abgeschlossen.

Insgesamt umfasst der erste Abschnitt des Baugebiets Hofäcker 36 Bauplätze, von denen 24 im Eigentum der Gemeinde sind, die anderen in Privatbesitz. Gebaut werden auf diesen Flächen südlich der Hofackerstraße Einfamilien- und Doppelhäuser. Die Gemeinde hat für die Vergabe ihrer Plätze ein Punktesystem entwickelt, bei dem zum Beispiel der Ortsbezug, die familiäre Situation oder auch die aktuelle Wohnsituation eine Rolle spielen. Abgewickelt wurde das Verfahren durch Baupilot, einem Dienstleister, der damit der Verwaltung nicht nur Arbeit abnahm, sondern auch darauf achtete, dass rechtlich alles niet- und nagelfest ist.

Die vorhandenen Bauplätze sind zwischen 266 und gut 600 Quadratmeter groß und kosten je nach Lage 550 oder 580 Euro pro Quadratmeter. Bis auf drei sind alle auf der Baupilot-Plattform als reserviert gekennzeichnet, und auch für diese drei kann man sich nicht mehr bewerben, erklärt Lydia Haller, die Kämmerin der Gemeinde. Das Verfahren laufe, „das ist immer noch das Bewerberfeld vom Sommer“. Anfang des kommenden Jahres wolle man beginnen, Kaufverträge abzuschließen. Auf das Dutzend Bauplätze, die in Privatbesitz sind, hat die Gemeinde dagegen keinen Einfluss.

Die Erschließung des 2,2 Hektar großen Gebiets soll bis zum Jahresende fertig sein; die Straßen Lindenweg, Ahornweg und Buchenweg sind bereits gebaut. Einiger Aufwand wurde für die Entwässerung des Gebiets betrieben. Sein Grundwasserspiegel ist hoch, Hangwasser kann in der tiefen Lage ebenfalls zum Problem werden. Deshalb wurden Entwässerungsgräben und ein großes Regenrückhaltebecken angelegt, sodass Oberflächenwasser nur gedrosselt in den Talbach eingeleitet wird. Ein Erdwall bringt zusätzlichen Schutz.

Trotz der zusätzlichen Bewohner bleiben die Hofacker- und die Bachstraße als Hauptzubringer ins Gebiet noch deutlich unter der Belastung, die sie verkraften können: Das hat ein Ingenieurbüro errechnet. Das gilt auch dann noch, wenn Bauabschnitt 2, der die Lücke zur bestehenden Bebauung füllen wird, hinzukommt. Für den ersten Abschnitt gehen die Planer von 123 Einwohnern und 300 Pkw-Fahrten pro Tag aus, kommt der kleinere Abschnitt dazu, wären es rechnerisch insgesamt rund 160 Einwohner und 390 Fahrten pro Tag.

Wann dieser Teil 2 realisiert wird, sei derzeit allerdings noch unklar, sagt die Kämmerin – abhängig ist es in erster Linie von den Verhandlungen mit den Grundstückseignern. Der Vorlauf für Hofäcker 1 hat immerhin auch rund zwei Jahrzehnte lang gedauert und ging mit unzähligen Gesprächen, Verhandlungen und Zwangspausen einher.

Baulücken schließen

Wie überall in der Region ist in Hochdorf Wohnraum gefragt, vor allem von Menschen, die bereits in der Gemeinde wohnen. Deshalb wird versucht, die noch im Ortskern vorhandenen Baulücken zu schließen – viele sind es nicht. Die Hofäcker geben nun eine Antwort auf die starke Nachfrage nach Einfamilien- und Doppelhäusern, in den Obeswiesen, links am Ortsausgang Richtung Roßwälden gelegen, ist ein verdichteter Wohnungsbau mit Mietwohnungen geplant. Direkt daran anschließend im Bereich „Mittleres Feld“ sind gemischte und gewerbliche Bauplätze geplant.  aia / Foto: aia


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Die Glocken läuten wieder

Nach neun Monaten ist der Turm der Aegidiuskirche in Baltmannsweiler saniert

Wie frisch aus dem Ei gepellt zeigt sich der Turm der Aegidiuskirche in Baltmannsweiler. Nach knapp neun Monaten ist seine Sanierung fertiggestellt. Behoben wurden dabei auch Schäden, die fast 400 Jahre alt waren.

Nach außen hin sichtbar ist, dass die Fassade gestrichen, das Ziffernblatt der Turmuhr neu vergoldet und die Schallläden erneuert  wurden. Dafür habe es „viel alte Handwerkskunst“ gebraucht, sagt Pfarrer Jonathan Dörrfuß. Die wichtigsten Arbeiten fanden aber im Inneren des denkmalgeschützten Turms statt, der 1507 erbaut wurde – etwas später als das Kirchenschiff mit Baujahr 1486. Im Jahr 1648, am Ende des 30-jährigen Krieges, haben französische Soldaten ein Feuer in der Kirche gelegt, dessen Flammen auch dem Kirchturm zusetzten. Die damals entstandenen Risse und Brüche waren bis heute nicht fachgerecht saniert und wurden erst 2017 im Zuge von Taubenschutzmaßnahmen entdeckt.

An den Schäden haben die Experten mit viel Aufwand gearbeitet. Teilweise haben sie gebrochene Steine mit Edelstahlnadeln zusammengeschraubt, teils ersetzt. Fugen wurden erneuert, Lücken gefüllt. Außerdem wurden in den 1960er-Jahren aufgebrachte, heute nicht mehr zulässige Holzschutzmittel aus dem Gebälk entfernt. Noch nicht fertig sind die Glocken: Zwei von ihnen bekommen neue hölzerne Joche, deren Lieferung sich verzögert hat. Diese Arbeiten könnten aber problemlos nachträglich durchgeführt werden, erklärt der Pfarrer, der hofft, dass zum ersten Advent nach neun Monaten Schweigen wieder Glockengeläut zu hören sein wird.

Der Naturschutz spielte bei der Sanierung ebenfalls eine wichtige Rolle. Für das regelmäßig im Turm brütende Turmfalken-Paar hat man am Pfarrhaus Ausweichquartiere angebracht, die es leider nicht annahm. Die Vögel seien aber immer wieder im Dorf gesehen worden, berichtet Dörrfuß, sie haben sich wohl an anderer Stelle niedergelassen. „Die Chancen sind sehr gut, dass die Falken nächstes Jahr wieder einziehen“, hat der Pfarrer von der beauftragten Biologin erfahren. Neu entdeckt wurden  Spuren von Fledermäusen, unter anderem vom seltenen Grauen Langohr. Für sie wurden Quartiere im Turm eingerichtet.

Die Kosten für den Naturschutz lagen schließlich deutlich höher als geplant, die Steinmetzarbeiten waren dafür günstiger. Unterm Strich liege man nach aktuellem Stand im Kostenrahmen, sagt Dörrfuß. Die Gesamtkosten für die Sanierung wurden mit rund 340 000 Euro berechnet, die bürgerliche Gemeinde trägt davon 145 000 Euro, die Evangelische Landeskirche und der Kirchenbezirk tragen 76 000 Euro. Bleibt ein Eigenanteil von 118 000 Euro für die Verbundkirchengemeinde Baltmannsweiler. Ihr Ziel, 65 000 Euro durch Spenden aufzubringen, hat sie bereits erfüllt: Momentan beträgt der Spendenstand 67 313 Euro. Seit dem Jahr 2017 war mit verschiedensten Aktionen – von Flohmärkten übers Frühlingsdinner bis zum Sockenstricken – Geld gesammelt worden. Fürs „Kleingeldfasten“, bei dem die Bürger sieben Wochen lang die Münzen aus ihren Geldbeuteln räumten und spendeten, hat die Gemeinde sogar den Fundraisingpreis der Landeskirche und damit auch 1500 Euro Preisgeld gewonnen. Hinzu kamen viele kleine und große Spenden von Einzelpersonen und Firmen.

Eine Baustelle ist geschafft, eine weitere steht der Evangelischen Kirchengemeinde noch bevor: Auch das Dach auf dem Kirchenschiff braucht eine Erneuerung. Dafür müsse man zunächst „durchschnaufen“ und ansparen, sagt Dörrfuß.  aia / Foto: aia

Info: Am ersten Advent wird die Turmsanierung gefeiert:  coronabedingt aber nur mit einem Gottesdienst im Freien. Ab 10 Uhr trifft man sich auf der Kirchstraße, die dafür gesperrt wird.


Großer Wurf

Die Schullandschaft in Esslingen ist in Bewegung – Neue Gebäude in Zell und auf dem Zollberg 

Die Stadt Esslingen  verbessert  ihre Schulinfrastruktur. Es werden neue Gebäude  errichtet, andere werden erweitert oder modernisiert. Dafür investiert die Stadt bis ins Jahr 2025 rund 69 Millionen Euro.

Das größte Paket mit insgesamt 19,14 Millionen Euro betrifft das Projekt Gemeinschaftsschule Innenstadt. Die zukünftig fünfzügige Gemeinschaftsschule an den zwei Standorten Schillerpark und Klaraanlage soll eine dreizügige gymnasiale Oberstufe erhalten. Die endgültige Zusage des Kultusministeriums steht zwar noch aus, trotzdem soll am Gebäude  Blumenstraße 31  das Dach ausgebaut werden. Im Schillerpark ist ein  Anbau geplant. Die Bauarbeiten sollen kommenden Februar  in der Klaraanlage beginnen und mit dem letzten Bauabschnitt am Schillerpark zum Jahresende 2024 abgeschlossen werden.

 14,4 Millionen Euro sind für den Neubau der Grundschule Zell veranschlagt, der voraussichtlich im Januar 2023 fertig sein wird.

Weitere 14 Millionen Euro plant die Stadt für einen neuen Hauptbau an der Zollberg-Realschule  ein, der das  PCB-belastete alte Gebäude ersetzen wird. Derzeit läuft der Unterricht auf dem Zollberg vornehmlich in Containern. Die Planung des Neubaus läuft auf Basis  einer  Dreizügigkeit mit der   Möglichkeit,  auf vier Züge zu erweitern. Der neue Hauptbau soll zum Schuljahr 2024/2025 bezugsfertig sein.

 Seit diesem Schuljahr  gibt es die „Neue Schule Esslingen“, eine Realschule  am Standort der ehemaligen  Adalbert-Stifter-Schule in der  Pliensauvorstadt. Für 10,5 Millionen Euro bekommt diese einen Neubau, zum Schuljahr 2023/2024 soll so eine Dreizügigkeit ermöglicht werden.

9,14 Millionen Euro kostet die Erweiterung der  Grundschule Katharinenschule, um diese von drei auf vier Züge auszubauen. Außerdem erfolgt eine Generalsanierung, das Dachgeschoss wird um 400 Quadratmeter ausgebaut, eine Mensa kommt hinzu. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen, sie sollen im Januar 2022 abgeschlossen sein.

Ebenfalls Sanierungsbedarf hat die Grundschule Mettingen. Dort soll das Dachgeschoss ausgebaut werden, um zusätzliche Raumkapazitäten zu schaffen. Kostenpunkt: rund 800 000 Euro.

Ein neues und laut Verwaltung attraktives Konzept für eine Ganztagsschule bekommt das Georgii-Gymnasium. Die bisherige Hausmeisterwohnung wird für den Ganztagsbetrieb ausgebaut. Das Konzept sieht auch vor, die Lern- und Aufenthaltsbereiche besser mit Neubau, Altbau und Mensa zu verbinden. Der Lernbereich soll im Schuljahr 2021/2022, die Aufenthaltsbereiche sollen 2025/2026 umgesetzt sein. Investitionen in Höhe von 780 000 Euro sind dafür notwendig.

Insgesamt will die Stadt mit diesem Plan die schulische In­frastruktur nicht nur erweitern, sondern auch  modernisieren. So sollen meist auch die energetische Bilanz verbessert, Barrierefreiheit geschaffen, Brandschutzvorgaben und  teils recht hohe Denkmalschutzanforderungen  erfüllt werden.

Als gutes Beispiel dafür nennt Esslingens Schulbürgermeister Yalcin Bayraktar die  Katharinenschule und die Gemeinschaftsschule in der Innenstadt  mit insgesamt drei denkmalgeschützten Gebäuden aus der Gründerzeit.

Laut Bürgermeister Bayraktar werden an den drei Standorten all diese genannten Anforderungen an die Infrastruktur erfüllt. „Es entstehen am ganztägigen Lebensort Schule moderne, großzügig erweiterte Schulgebäude mit hoher Aufenthaltsqualität. Sie ermöglichen eine innovative differenzierte Schulpädagogik mit neuesten pädagogischen Raumkonzepten.“  bob/red / Foto: bul


Hoffnung auf Reaktivierung

Studie des Landes sieht große Chancen für die Bahnstrecke Kirchheim–Weilheim – Hohe Zuschüsse winken

Seit vielen Jahren liegen die Bahnstrecken von Kirchheim nach Weilheim sowie von Göppingen nach Bad Boll im Dornröschenschlaf. Immer wieder waren eine Reaktivierung sowie der Neubau eines Verbindungsstücks zwischen Weilheim und Bad Boll diskutiert und wegen fehlender Wirtschaftlichkeit verworfen worden. Nun hat eine Studie des Landes den beiden Strecken und dem Ringschluss Göppingen–Kirchheim ein sehr hohes Potenzial attestiert. Zudem wurden hohe Zuschüsse für Bau- und Betriebskosten angekündigt. Eine  stark geförderte Machbarkeitsstudie soll nun offene Fragen klären.

Im Jahr 1908 eröffneten die Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen die Bahnstrecke von Kirchheim-Süd  nach Weilheim.  Der Personenverkehr nach Weilheim wurde 1982 auf Busse umgestellt, bis 1994 gab es noch Güterverkehr  bis Holzmaden, 1995 folgte das  Aus. Ein ähnliches Schicksal ereilte die Strecke Göppingen– Bad Boll. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Planung, wurde die Strecke 1926 eröffnet,  1989 fuhr der letzte planmäßige Personenzug. Ein Weiterbau nach Weilheim war bereits zu Anfang geplant, wurde jedoch nie realisiert.

In den vergangenen Jahren waren immer wieder Überlegungen angestellt worden, die beiden Strecken zu reaktivieren und auch die Verbindung Weilheim–Bad Boll zu bauen. Allerdings wurden die Planungen stets wegen hoher Baukosten und mangelnder Rentabilität wegen  als zu niedrig erachteter Fahrgastzahlen wieder verworfen.

Ein aktuelles Gutachten der Landesregierung wirft nun ein neues Licht auf das Projekt und gibt der Hoffnung auf eine Reaktivierung der Strecken und eine durchgehende Linie Göppingen–Kirchheim neuen Auftrieb. Bei dieser Analyse des Fahrgastpotenzials für 42 stillgelegte Bahnstrecken im Land wurde für diese Linie eine sehr hohe Nachfrage attestiert, mindestens 1500 Nutzer täglich wurden errechnet. Eine Reaktivierung könne helfen, die Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln im ländlichen Raum attraktiver zu gestalten und somit auch zum Klimaschutz beizutragen. Wie Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bei der Vorstellung des Gutachtens betonte, sind die Bedingungen für die Streckenreaktivierung äußerst günstig. Das Land beteiligt sich mit Zuschüssen von bis zu 96 Prozent an den Baukosten und übernimmt bei starker Nachfrage auch die Betriebskosten. Allerdings müssen die beteiligten Kommunen initiativ werden und eine Machbarkeitsstudie vorlegen. Diese Studie wiederum fördert das Land mit 75 Prozent der Kosten.

Der Landkreis Esslingen wollte zunächst keine Euphorie aufkommen lassen. „Die positive Einschätzung des Landes zur Reaktivierung dieser Bahnstrecke hat uns überrascht“, sagt Kreissprecherin Andrea Wangner. Der Kreis halte es für wichtig, die Pläne unter den Aspekten der Machbarkeit und der Wirtschaftlichkeit zu betrachten. Der Landkreis Göppingen hat dafür in der vergangenen Woche  zu einer Konferenz von Vertretern der Landkreise und der Anliegerkommunen eingeladen. Wie Clarissa Weber, Sprecherin des Landkreises Göppingen, berichtet, soll nun eine Studie mehr Klarheit schaffen. Göppingens Landrat Edgar Wolff sehe dabei eine „äußerst günstige Perspektive, schon bald Klärungen dieser für die Mobilität der Zukunft wichtigen Fragestellungen zu erzielen“, sagt Weber.  pst / Foto: pst


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In mancher Stadt wird darüber nachgedacht, Silvester-Feuerwerk zu verbieten – um in Corona-Zeiten größere Menschenansammlungen zu verhindern. Ein gute Idee?

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Aussicht auf ruhigere Zeiten

Lärmbelastung für die Bürger der Stadt Owen soll sinken – Tempo 30 in absehbarer Zeit möglich

Die Bürger der Stadt Owen leiden seit Jahren unter dem Lärm des starken Verkehrs auf der B 465 und der L 1210. Im Jahr 2014 wurde ein   Lärmaktionsplan erstellt, der 2018 fortgeschrieben wurde. Laut dem Gutachten sind Hunderte von Einwohnern dauerhaft gesundheitsschädlichen Lärmpegeln ausgesetzt. Damit sind Bund und Land verpflichtet zu handeln. Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger geht davon aus, dass nun in absehbarer Zeit auf den Durchgangsstraßen die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 Kilometer je Stunde gedrosselt werden kann.

Die Verkehrslast auf der B 465 und einem Teilstück der L 1210 in Owen bringt enorme gesundheitliche Gefahren für die Anwohner mit sich. Nach den  Berechnungen des Fachbüros Soundplan, die die Grundlage für die aktuelle Fortschreibung des Lärmaktionsplans der Stadt bilden, sind in den Nachtstunden 255 Einwohner einer Lärmbelastung von mehr als 60 dB(A) und damit  Gesundheitsgefahren ausgesetzt. Außerdem leben 138 Einwohner im gesundheitskritischen Bereich zwischen 55  und 60 dB(A). Am Tag  leben 184 Menschen mit einer gesundheitsgefährdenden Lärmbelastung von mehr als 70 dB(A). Zudem leben 193 Einwohner im gesundheitskritischen Bereich zwischen 65  und 70 dB(A).

Angesichts dieser Werte sind die Fachbehörden in der Pflicht zu handeln. Mit  dem Beschluss des Lärmaktionsplans 2014 durch den Gemeinderat hatte die Stadt bereits eine Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 bei Nacht beantragt und dazu selbst einiges zur Lärmminderung getan. So wurde etwa der Fahrbahnbelag der B 465 saniert. „Dabei kann die Stadt Owen  Maßnahmen zur Lärmminderung  in so gut wie allen Bereichen nicht in eigener Zuständigkeit umsetzen, sondern ist von anderen Verantwortungs- und Entscheidungsträgern, etwa Fachbehörden und Straßenbaulastträgern abhängig“, sagt Grötzinger. Die Fortschreibung des Lärmaktionsplans,  mit der sich der Gemeinderat in Kürze beschäftigen wird, habe  bestätigt, „dass Tempo 30 bei Nacht umgesetzt werden muss. Die Lärmwerte ergeben ebenfalls, dass auch eine Überschreitung bei Tag vorliegt, weshalb eine dauerhafte Reduzierung der Geschwindigkeit zu empfehlen wäre“, betont die Bürgermeisterin.

Derzeit befindet sich der Entwurf der Fortschreibung des Lärmaktionsplans in der öffentlichen Auslegung und wird danach vom Gemeinderat   beschlossen. Diese Fassung stelle auch die von den Fachbehörden geforderte Ergänzung der Unterlagen zur beantragten Geschwindigkeitsreduzierung auf Tempo 30 bei Nacht dar. Sollte der Antrag positiv beschieden werden, könne mit einer  Verbesserung der Situation gerechnet werden, ist Grötzinger überzeugt. Die Stadt rechne mit einer Zeitspanne von etwa sechs Monaten bis zur Entscheidung über den Antrag auf Tempo 30.

Allerdings hält Grötzinger es  für „zwingend erforderlich“, zudem die Anzahl der Fahrzeuge in der Ortsdurchfahrt zu reduzieren. „Einige Maßnahmen, wie auch das 24-Stunden-Durchfahrtsverbot für Lkw, wurden allerdings von der zuständigen Fachbehörde abgelehnt“, beklagt Grötzinger. Der große Wurf indes, die Verbannung des Durchgangsverkehrs aus der Stadt mittels einer Umgehungsstraße, wird weiter auf sich warten lassen. Als Vorhaben aus dem Bundesverkehrswegeplan werde frühestens 2025 in die Planungen dafür eingestiegen, sagt Verena Grötzinger.   pst / Foto: pst