Abgestimmt

Das Vereinigte Königreich hat die EU verlassen – erneut  beginnen  intensive Verhandlungen. Was glauben Sie? Wird unsere Wirtschaft darunter leiden?

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Gute Verbindung

Freies WLAN in der Nürtinger Innenstadt – Stadtwerke setzen auf Glasfaser – Hohe Übertragungsraten

Die Stadtwerke Nürtingen betreiben seit wenigen Wochen ein freies WLAN-Netz in der Nürtinger Innenstadt. Das „NT-WiFi“ genannte Netz wird über Glasfaserkabel versorgt und verspricht damit stabile Verbindungen und hohe Übertragungsraten. Derzeit sind 31 Zugangspunkte für das WLAN in der Stadtmitte installiert, über einen weiteren Ausbau wird bereits nachgedacht.

Öffentliches WLAN ist in der Stadt Nürtingen nichts Neues. Seit etwa fünf Jahren gibt es im Bereich zwischen Rathaus und  Stadthalle einen kostenlosen Zugang ins Internet. Damit war Nürtingen landkreisweit  die erste Kommune, die freies WLAN angeboten hatte. Das Angebot wurde per Richtfunk gewährleistet, war aber sehr störanfällig. Da man sich zunächst umständlich registrieren musste, galt es überdies als „nur bedingt nutzerfreundlich“, sagt Johannes Fridrich. „Vor sechs Jahren war ich in Laos wandern und habe mich gewundert, dass die dort ein viel besseres Netz haben als wir bei uns zu Hause“, erzählt Nürtingens Oberbürgermeister.

Die Stadtverwaltung hatte sich deshalb an die Stadtwerke gewandt, die mit dem Aufbau einer Glasfaser-Infrastruktur in der Stadt bereits Erfahrung haben und schon vor einiger Zeit die Gewerbegebiete und die Stadtteile mit Glasfaser versorgt haben. „Der Auftrag an die Stadtwerke, auch die Innenstadt auszubauen, war deshalb ein logischer Schritt. Und Glasfaser ist schließlich die  Zukunftstechnologie“, sagt Fridrich.

Wie Michael Klesse, Abteilungsleiter Stromversorgung bei den Stadtwerken Nürtingen, berichtet, mussten zunächst geeignete Standorte für die Zugangspunkte ins Netz identifiziert werden. Schließlich wurden 19 dieser Geräte außen an  Gebäuden installiert, zwölf weitere in öffentlichen Einrichtungen wie dem Rathaus oder der Stadtbücherei angebracht. „Damit ist die flächendeckende Versorgung der Innenstadt gewährleistet“, sagt Klesse. Die Zugangspunkte seien  leistungsfähig,  500 Nutzer könnten sich gleichzeitig an einem Standort einwählen. Bislang haben die Stadtwerke für den Aufbau des Netzes rund 45 000 Euro investiert.

Anders als in der Vergangenheit muss man sich für eine Nutzung des „NT-WiFi“ nicht mehr registrieren. „Ein Klick genügt“, beschreibt Klesse. Prinzipiell handle es sich um ein offenes Netz, das jeder nutzen könne. „Wir haben zwar eine Jugendschutz-Firewall eingebaut, aber insgesamt ist es nicht sicherer als ein privates WLAN. Jeder Nutzer ist für seine Datensicherheit selbst verantwortlich“, betont Klesse.

Der bisherige Ausbau sei erst der Anfang, sagt Fridrich. So sei daran gedacht, künftig das Hallenbad, das Freibad und den Wohnmobil-Stellplatz anzubinden. „Wir haben  dazu bereits  positive Rückmeldungen von Bürgern und Touristen erhalten“, sagt der OB. Überdies lägen konkrete Anfragen aus den Teilorten vor. Für Klesse ist auch der Ausbau in der Stadt noch nicht abgeschlossen: „Das Netzwerk kann leicht um weitere Zugangspunkte erweitert werden.“ So sei eine Kooperation mit dem Werbering denkbar, um Geschäfte und Cafés einzubinden. „Technisch ist das kein Problem, es kostet eben Geld.“  pst / Foto: Holzwarth

Info: Aktuelles zur Verfügbarkeit des „NT-WiFi“ und zu Zugangspunkten gibt es  unter  www.sw-nuertingen.de.


„Überraschend einfache Lösung“

Siegerentwurf für Modernisierung und Erweiterung der Esslinger Bücherei vorgestellt

Noch bis 30. Januar sind   die  Modelle des Architektenwettbewerbs für die Modernisierung und Erweiterung der Stadtbücherei Esslingen in der Schickhardt-Halle des Alten Rathauses ausgestellt. In der vergangenen Woche hat sich das Preisgericht für das Modell des Büros AGN Niederberghaus aus Düsseldorf/Ibbenbüren als Sieger entschieden. Die Jury unter Vorsitz des Professors für Architektur, Jörg Aldinger, überzeugte die „überraschend einfache Lösung für die komplexe Aufgabenstellung“. 

Das Thema Stadtbücherei, deren Erweiterung und ihr Standort beschäftigt die Esslinger seit geraumer Zeit. Sehr emotional wurde die Diskussion um den künftigen Standort der Bibliothek geführt. Sie mündete in einem  Bürgerentscheid, bei der sich die Mehrheit der Abstimmenden für  Renovierung und Neubau am alten Standort Bebenhäuser Pfleghof aussprach. In einem nächsten Schritt hat die Stadt europaweit einen Planungswettbewerb für die Modernisierung und Erweiterung der Bücherei ausgeschrieben.

In der Schickardt-Halle im Alten Rathaus sind nun alle Wettbewerbsentwürfe ausgestellt. Das Interesse am künftigen Erscheinungsbild der Stadtbücherei ist groß. Besucher schauen sich die Arbeiten an, diskutieren, bewerten. Im Zentrum des Interesses steht der Siegerentwurf des Büros AGN, das auch eine Niederlassung in Ludwigsburg hat.

  Der Entwurf  sieht zwei klar strukturierte Baukörper vor, die sich im engen Geviert zwischen Heugasse und  Webergasse entlangschmiegen und Raum für  den gestiegenen Flächenbedarf der neuen Stadtbücherei schaffen. Der Innenhof soll  frei von Bebauung sein. Dadurch ist er Freiraum für im Erdgeschoss anberaumte Nutzungen. Im Innern gefiel der Jury, wie  der Entwurf  baulich und visuell Verbindungen vom Untergeschoss über das Erdgeschoss bis in das erste Obergeschoss schafft.

„Lufträume und eine im Alltag gut nutzbare Sitzstufenanlage garantieren nicht nur Tageslicht in allen Zonen, sondern sichern auch eine, der Nutzung als öffentlicher  sogenannter Dritter Ort angemessene Lebendigkeit“, so die Juroren in ihrer Begründung. Foyer und Café bleiben die zentralen Anlauforte für  die Besucher. Außerdem sind Spielzonen für Kinder, Lernräume mit Einzelplätzen und Gruppenräumen sowie Schmökerplätze ge­plant.  Im Dachgeschoss befindet sich ein  großer Veranstaltungsraum, der auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zugänglich sein soll.

Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger  lobte „Sachverstand, Ideenreichtum und Sensibilität für die notwendige Symbiose zwischen Tradition und Moderne im Bereich zwischen Webergasse und Heugasse“.  Auch berücksichtigt der Entwurf die historische Bausubstanz. Mögliche Grabungsfunde im Untergeschoss können in  die Gestaltung des Raumprogramms mit einfließen.

Auch für den Förderverein Stadtbücherei ist der Siegerentwurf gelungen. „Die Vorgaben des Bibliotheksteams und die im Zug der Bürgerbeteiligung geäußerten Wünsche der Nutzer und Nutzerinnen der Bücherei wurden ernst genommen und weitestgehend berücksichtigt“, sagt dessen Vorsitzende, Sylvia Greiffenhagen.  Sie freut sich auch über die Einstimmigkeit des Ergebnisses und hofft, dass die zeitweilige Polarisierung der Stadtgesellschaft beim Thema Stadtbücherei rasch überwunden werde und  alle gemeinsam an der Umsetzung einer  neuen Bücherei weiterarbeiten würden.

Dem Gemeinderat bleibt es vorbehalten, den ersten Preisträger zu beauftragen und die Verwaltung anzuweisen, die weiteren Vertragsgrundlagen zu klären.  ras / Foto: ras

Info: Alle Wettbewerbsarbeiten sind noch bis zum 30. Januar in der  Schickardt-Halle im Alten Rathaus von 10 bis 16 Uhr ausgestellt.


Abgestimmt

Die von der neuen Lungenkrankheit  betroffene chinesische Metropole Wuhan ist abgeriegelt, in Europa sind erste Fälle nachgewiesen. Haben Sie Angst vor dem Corona-Virus?

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Angst vor dem Virus?

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Sicherheit für Mutter und Kind

Klinikum Esslingen nimmt fünften Kreißsaal in Betrieb – Geburtshilfe und Kinderklinik arbeiten eng zusammen

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Esslingen hat ihre Kapazitäten wesentlich erweitert. Angesichts steigender Geburtenzahlen war es notwendig geworden, einen fünften Kreißsaal einzurichten. Da die Geburtshilfestation eng an die Kinderklinik mit einem Schwerpunkt für Neu- und Frühgeborene angebunden ist, können nun Schwangere sowie Mütter mit ihren Kindern eine verbesserte medizinische Versorgung, Sicherheit und eine angstfreie Situation erwarten.

„Der Trend bei werdenden Eltern geht eindeutig in Richtung mehr Sicherheit und einer Rundum-Versorgung, das heißt weg von der Hausgeburt und hin zu den großen Kliniken“, erklärt Thorsten Kühn, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Esslinger Klinikum. Diese Tendenz habe dazu geführt, dass die Geburtenzahlen in Esslingen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Im vergangenen Jahr kamen fast 2000 Kinder in den vier Kreißsälen zur Welt. Als Reaktion darauf hat das Klinikum seine Angebote  ausgebaut und arbeitet nun im Sinne eines medizinischen Zentrums für Mutter und Kind. Die Kinderklinik, die einen neonatologischen Schwerpunkt der Qualitätsstufe Level 1 hat, ist dafür direkt an die Geburtshilfe angebunden worden.

Doch der Zuspruch hat das Klinikum auch an seine Kapazitätsgrenzen gebracht. „Die Einrichtung eines fünften Kreißsaals war deshalb die logische Konsequenz“, sagt Kühn. Das neue Geburtszimmer ist mit ruhigen Farben, einer nach psychologischen Kriterien entwickelten und nach individuellem Bedarf steuerbaren Beleuchtungstechnik sowie neuen Analyse- und Diagnosegeräten ausgestattet. Die Einrichtung und Ausstattung des Zimmers hat rund 1,2 Millionen Euro gekostet, einen Teil davon übernimmt ein Fördertopf des Landes Baden-Württemberg.

Für die Hebammen bedeutet die Erweiterung der Kapazität „eine große Erleichterung und für alle Beteiligten Entspannung“, erzählt die Hebamme Daniela Hotz. Auch in ihrem Beruf herrsche  Personalmangel, der nur durch Überstunden ausgeglichen werden könne. Zusammen mit den Platzproblemen sei es daher in der Vergangenheit  oft zu belastenden Situationen gekommen. Monika Hanke, die leitende Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ergänzt, dass das Klinikum dieses Problem durch die Beschäftigung von drei Hebammen aus Italien abmildern werde. „Dort gibt es einen Überhang an gut ausgebildeten Leuten“, erzählt sie.

Christian von Schnakenburg, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche, sieht das Klinikum und seine Infrastruktur für Mutter und Kind gut aufgestellt.  „Der neue Kreißsaal ist sehr hilfreich. Und wenn es  etwa zu Komplikationen kommen sollte, ist immer ein Team mit allen Spezialisten rund um die Uhr zur Stelle“, beschreibt er. Dank der engen Zusammenarbeit könnten auch Patientinnen mit einer drohenden Risikogeburt angenommen werden. „Es ist immer sicherer, die werdende Mutter und nicht das Kind zu transportieren“, sagt er. Zudem könnten solche Patientinnen und auch Schwangere, die etwa wegen vorzeitig einsetzender Wehen längere Zeit in der Klinik bleiben müssen, bereits vor der Geburt die Kinderärzte kennenlernen. „Das nimmt ihnen ihre Angst und entspannt die Situation ganz wesentlich“, sagt von Schnakenburg. pst / Foto: pst


Gotteshaus wird zum Vereinshaus

Die Gemeinde Hochdorf hat in bester Lage und mit Zuschuss die bisherige Friedenskirche erworben

Von der Kirche zum Vereinshaus: Diesen Wandel erfährt die Friedenskirche der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Hochdorf. Am Sonntag war die Schlüsselübergabe, jetzt ist das Gebäude im Besitz der bürgerlichen Gemeinde.

Ein Vereinshaus gab es bislang in Hochdorf nicht, die Vereine oder auch die Musikschule kommen an unterschiedlichen Orten zusammen: in der Breitwiesenhalle und deren Untergeschoss, im Keller des sogenannten Pavillons der Schule, oder auch im Saal der Seniorenwohnanlage. „Der ist sehr ausgebucht, da ist praktisch jeden Tag jemand anderes drin“, sagt Bürgermeister Gerhard Kuttler.

Die Möglichkeit, das Gebäude Friedenskirche zu kaufen, war für die Gemeinde folglich ein Glücksfall, „eine ideale Lösung in idealer Lage“: ganz zentral gleich beim Rathaus gelegen, aber doch mit Grün rundum und mit Parkplätzen. Zudem eignet sich das 1985 eingeweihte Gebäude gut für die geplante Nutzung. Es umfasst neben einem Saal auch verschiedene Gemeinderäume mit Küche und Sanitäranlagen. Ein großer Umbau sei also zumindest vorläufig nicht nötig, lediglich Reparaturen, zum Beispiel am Dach. „Zunächst mal muss man gar nicht arg viel dran machen“, sagt der Bürgermeister. Da sich der Standort im Sanierungsgebiet befindet, bekommt die Gemeinde zudem den Kaufpreis von 600 000 Euro mit 60 Prozent bezuschusst, es bleiben also für die 348 Qua­dratmeter Fläche lediglich 240 000 Euro an ihr hängen.

An potenziellen Nutzern dürfte es nicht fehlen. Ganz oben auf der Liste stehen der Gesangverein und die Musikschule, deren Aktivitäten aktuell im Untergeschoss des Schulpavillons stattfinden. Diese Räume werden aber eventuell gebraucht, wenn die Schulkindbetreuung – im gleichen Gebäude ansässig – ausgebaut wird. Auch die Volkshochschule oder andere Vereine könnten in der bisherigen Friedenskirche unterkommen, ebenso wird darüber nachgedacht, ob nicht der Tageselternverein dort ein Betreuungsangebot machen könnte.

Nicht vorgesehen ist, dass die Räume als Lager genutzt werden. Ebenso habe man mit Rücksicht auf die Nachbarn „nicht vor, öffentliche Veranstaltungen dort zu machen“, so Kuttler. Er sieht die künftige Nutzung vor allem in „Schulungs-, Unterrichts- und Übungszwecken“.

Alles in allem habe sich die Übernahme des Gebäudes „förmlich aufgedrängt“, fasst der Rathauschef zusammen. Und die evangelisch-methodistische Gemeinde ist damit ebenfalls sehr zufrieden, ihre Mitglieder sehen es positiv, dass das Haus künftig öffentlich genutzt wird. Dass es überhaupt verkauft wurde, hängt mit der Neustrukturierung ihrer Gemeinde zusammen: Die bislang drei methodistischen Kirchen in Plochingen, Hochdorf und Deizisau werden an einem Standort in Plochingen zentralisiert. Dort, direkt neben der Stadthalle, entsteht ein evangelisch-methodistisches Zentrum, das auch Gemeinderäume und mehrere Sozialwohnungen umfasst. Der Spatenstich dafür ist im Herbst erfolgt.

Geld für den Neubau

Bis zur Fertigstellung des Neubaus findet das Gemeindeleben in der methodistischen Kirche in der Klingenstraße in Deizisau statt. Danach soll auch dieses Gebäude verkauft werden; die Plochinger methodistische Kirche samt Grundstück ist es bereits. Das Geld aus den Verkäufen wird für den Neubau gebraucht, der bereits auf den Namen H29 – von der Adresse in der Hermannstraße her – getauft ist. Er ist über das methodistische Gemeindeleben hinaus als eine Art soziales Zentrum mit offenen Türen für viele gedacht.  aia / Foto: aia


Gastlicher Ort

Vesperkirche Kirchheim von 26. Januar bis 9. Februar – „Gemeinsam an einem Tisch“

Von Sonntag, 26. Januar, bis Sonntag 9. Februar, laden die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim und der Kreisdiakonieverband Esslingen wieder zur Kirchheimer Vesperkirche in der Thomaskirche ein.

Auch in diesem nunmehr zwölften Vesperkirchenjahr  ist die Thomaskirche jeweils täglich zwischen 11.30  und 14 Uhr geöffnet. Ab 12 Uhr gibt es zwei verschiedene Gerichte, Getränke sowie Kaffee und Kuchen. Unter dem Motto „Gemeinsam an einem Tisch“ wird der Gottesdienstraum der Thomaskirche zu einem gastlichen Ort, an dem Menschen unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion und ihrem Einkommen zu Mittag essen und sich begegnen können. In der Thomaskirche erwarten die Gäste festlich gedeckte Tische,  reichlich gefüllte Teller, freundliche ehrenamtliche Helfer und eine erlebbare Gemeinschaft. „Satt werden an Leib und Seele“, beschreibt dies Uli Häußermann, Diakon im evangelischen Kirchenbezirk Kirchheim, der  federführend an der Organisation der Kirchheimer Vesperkirche beteiligt ist.

Damit die Vesperkirche gelingt, engagieren sich Jahr für Jahr mehr als 200 Bürger aus Kirchheim und der Region ehrenamtlich und tatkräftig für die Sache. Einige nehmen sich sogar extra Urlaub, andere sind am Wochenende aktiv –  in der Spülküche, beim Bedienen, bei der Kuchenausgabe oder bei der Essensabholung. „Die einen geben, die anderen empfangen. Dabei bleibt es jedoch immer wieder offen, wer der Gebende ist und wer der Empfangende. Viele Ehrenamtliche sind dankbar für diese Begegnungen, diese Gemeinschaft und die Hilfe für den Nächsten“, beschreibt Häußermann die Motivation der Helfer.

Neben dem gemeinsamen Essen und der Gemeinschaft wird unter dem Motto „Hilfe muss weitergehen“ während der Vesperkirchenzeit in der Thomaskirche über die  vielseitigen Hilfsangebote in Kirchheim, etwa des städtischen Sozialdiensts oder der Diakonische Bezirksstelle informiert, und es werden Flyer mit einer Zusammenstellung von Mittagstischen in Kirchheim ausgelegt, um weiterhin Begegnungen zu ermöglichen. Für Gäste aus den Stadtteilen Lindorf und Ötlingen wird wieder ein kostenloser Bustransfer eingerichtet, auch im Stadtgebiet werden einige Haltestellen angefahren.

Kultur für alle – auch das ist ein Anliegen der Kirchheimer Vesperkirche. Deshalb  wird es im Rahmen der Vesperkirche auch ein Programm mit vier kulturellen Angeboten geben. Dazu seien alle eingeladen, Gäste der Vesperkirche ebenso wie jene, die nie in der Thomaskirche zu Mittag essen, versichert Häußermann. Auch in diesem Jahr sind wieder Angebote für Kinder und für Musikliebhaber sowie eine politische Diskussionsveranstaltung geplant.  Kultur für alle sei auch so zu verstehen, dass bei diesen Veranstaltungen grundsätzlich kein Eintritt erhoben wird. Wer will und kann, darf jedoch etwas in einen Spendentopf geben und so die Vesperkirche unterstützen.  pst / Foto:Archivfoto: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Kirchheim/Barbara Ruff

Info: Kirchheimer Vesperkirche, 26. Januar bis  9. Februar, Thomaskirche, Aichelbergstraße, jeweils täglich zwischen 11.30  und 14 Uhr geöffnet. Ab 12 Uhr gibt es Mittagessen für 1,50 Euro.  Vesperkirchentelefon: 01 75/ 9 73 29 19; www.vesperkirchen-landkreis-esslingen.de.


„Für drei Wochen Heimat finden“

Vesperkirche Nürtingen vom 26. Januar bis 16. Februar – Der Tisch wird wieder im Lutherhof gedeckt

Der Kreisdiakonieverband Esslingen und die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen laden von Sonntag, 26. Januar, bis Sonntag, 16. Februar, in Nürtingen wieder zur Vesperkirche ein. Nachdem die Vesperkirche im vergangenen Jahr wegen der Bauarbeiten im Lutherhof in das Rossdorf ausweichen musste, wird der Tisch  nun wieder in der Jakobstraße gedeckt.

 „Gemeinsam an einem Tisch – das leben wir in der Vesperkirche“, sagt die Diakonin Bärbel Greiler-Unrath, die die Nürtinger Vesperkirche wieder federführend organisiert. Die Vesperkirche soll für die Dauer von drei Wochen ein Ort der Begegnung für unterschiedliche Menschen werden. Einsame sind ebenso angesprochen wie jene, die Familie, Freunde und Bekannte haben. Geflüchtete und Alteingesessene, Menschen, die in Armut leben oder in Not geraten sind,  und solche, die nicht auf den Euro schauen müssen.

Greiler-Unrath und die vielen Ehrenamtlichen, die sich  regelmäßig für die Sache engagieren, bleiben dabei realistisch. „Die Vesperkirche kann Armut nicht abschaffen – auch nicht in Nürtingen. Aber sie macht darauf aufmerksam und kann Bewusstsein dafür wecken, wo etwas im Argen liegt und wo es Chancen gibt – persönlich und politisch“, sagt die Diakonin.

Auch in diesem Jahr werden die Gäste wieder an festlich gedeckten Tischen Platz nehmen,  gut gefüllte Teller und freundliche Menschen vorfinden. Vesperkirche bedeute „erlebbare Gemeinschaft“ ohne Ansehen des Alters und des Geldbeutels sowie das Gefühl, „dass die Begegnung mit den übrigen Gästen eine Bereicherung ist, die guttut“, sagt Greiler-Unrath. Sie wünsche sich, „dass Menschen für drei Wochen in der Vesperkirche eine Heimat finden und wissen: hier bin ich akzeptiert und angenommen.“

Die Diakonin freut sich auf die Rückkehr der Vesperkirche in den Lutherhof, wo die Evangelische Kirchengemeinde eine Hausgemeinschaft mit den Einrichtungen der Stiftung Tragwerk und dem sozialen Dienst des Landkreises pflegt. „Wir teilen uns das Haus, das Gelände und etliche Räume. Es ist ein neues Zusammenleben unter einem größer gewordenen Dach“, beschreibt sie. Für die Vesperkirche sei es „ein Zurück an den ursprünglichen Ort, an dem sich allerdings viel verändert hat. Deshalb müssen wir neu anfangen und andere Abläufe einüben“. Dies sei zwar eine kleine Herausforderung,  „aber der Lutherhof ist vielen Gästen und Mitarbeitenden die letzten Jahre zur Heimat geworden. Und die Ehrenamtlichen  stehen in ausreichender Menge in den Startlöchern und warten darauf, die Schürze umzuschnallen.“

Während der Vesperkirchenzeit werden die Gäste über die Hilfsangebote in Nürtingen informiert, bei Bedarf stehen dafür  Ansprechpartner bereit. Auch ein Kulturprogramm wird wieder angeboten. Am Samstag, 1. Februar,  ist ab 18 Uhr ein Kinoabend geplant,   am Freitag, 7. Februar, spielt ab 19.30 Uhr das Blechbläserensemble „Blech & Mehr“, und am Donnerstag, 13. Februar, gibt es ab 19.30 Uhr, eine politische Gesprächsrunde unter dem Titel „#unerhört“.  pst / Foto: Archivfoto: Evangelische Gesamtkirchengemeinde Nürtingen

Info: Vesperkirche Nürtingen, 26. Januar bis 16. Februar, täglich von 11.30  bis 14.30 Uhr, Essensausgabe von 12  bis 14 Uhr; Martin-Luther-Hof, Jakobstraße 17; Vesperkirchentelefon: 01 76/ 81 85 73 77; www.vesperkirchen-landkreis-esslingen.de.


Abgestimmt

Nach Bundestagsbeschluss soll mit stärkerer Aufklärung  die Zahl der Organspenden gesteigert werden, eine Regelung mit  ausdrücklichem Widerspruch wurde abgelehnt. Ist das der richtige Weg?

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Der richtige Weg?

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  • Nein! (33% )
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Mehr Platz für Sport und Spiel

Gemeindehalle in Holzmaden wird für etwa 3,4 Millionen Euro saniert und vergrößert

Die Gemeinde Holzmaden wird  ihre Gemeindehalle sanieren und mit einem Anbau um neun Meter verlängern. Im Zuge der Sanierung werden das alte Flachdach und  die Haustechnik erneuert, außerdem wird die Einrichtung modernisiert. Durch den Anbau werden eine zusätzliche Sportfläche von rund 110 Quadratmetern sowie ein Lagerraum mit 44 Quadratmeter Fläche geschaffen. Die Kosten für das Gesamtprojekt werden mit etwa 3,4 Millionen Euro veranschlagt.

Seit 37 Jahren leistet die Holzmadener Gemeindehalle gute Dienste bei Veranstaltungen der Vereine oder der Gemeinde. Hauptsächlich aber wird sie rege für den Vereins- und Schulsport genutzt. Allerdings machten sich in den vergangenen Jahren Abnutzungserscheinungen bemerkbar. So wurde vor zwei Jahren zur Verbesserung der Energiebilanz eine Holzpellet-Heizung eingebaut. Der Festsaal erhielt neue Fenster und die Akustik wurde verbessert. 

Eine Begehung brachte  dann Mängel bei der Haustechnik und in den Umkleide- und Sanitärräumen, beim Brandschutz und nicht zuletzt beim Flachdach zutage. Der Sanierungsplan dafür sieht vor, ein neues, leicht geneigtes Dach  aufzubauen, den Sportboden und die Wandbeläge zu tauschen, die Heizung auf Deckenstrahler umzurüsten und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung einzubauen, die Beleuchtung auf LED umzurüsten sowie die Umkleide- und Sanitärräume zu modernisieren. Außerdem wird eine behindertengerechte Toilette eingebaut. Für die Sanierung kalkuliert die Gemeinde mit Kosten von rund 2,25 Millionen Euro.

„Das ist nicht überzogen, wenn man den langen Nutzungszeitraum  bedenkt“, sagt Holzmadens Bürgermeisterin Susanne Irion. Das Land unterstützt die Sanierung mit 227 000 Euro aus dem Sportstätten-Förderprogramm. Einige der technischen Gewerke sind zusätzlich förderfähig, die Zuschüsse dafür seien allerdings noch nicht zu beziffern, sagt Irion. Die  Investition sei über den Haushalt gedeckt, eine Prüfung habe bestätigt, dass die Kalkulation solide ist. „Da haben wir unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt sie.

Im Rahmen der  Sanierung wird die Halle  auch um neun Meter verlängert. Damit kommen rund 110 Quadratmeter Sportfläche hinzu, außerdem werden 44 zusätzliche Quadratmeter an Lagerflächen gewonnen. Der Anbau wird weitere 1,15 Millionen Euro kosten, sodass das Gesamtprojekt etwa 3,4 Millionen Euro teuer werden wird.

Susanne Irion sieht, wie auch eine  Mehrheit des Gemeinderats, in dieser Investition gut angelegtes Geld. Durch den Anbau wird es künftig möglich sein, mit einer Trennwand zwei Sport- oder Übungsflächen anzubieten und die Halle dadurch besser auszulasten. „Der Bedarf an Trainings- oder Gymnastikfläche ist hoch. Zudem sehen wir einen verstärkten Druck auf die Abendstunden“, berichtet die Bürgermeisterin. Ein wichtiger Grund dafür sei eine beobachtbare Veränderung im Freizeitverhalten der Menschen und in den zeitlichen Abläufen in den Vereinen. „Man findet immer weniger Ehrenamtliche, die am Nachmittag etwas anbieten können“, erzählt Irion. Zudem gebe es ab 2025 den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule. Spätestens dann wäre mehr Spiel- und Sportfläche nötig.  pst / Carsten Riedl