Lob für Kompromissbereitschaft

Denkendorfer Gemeinderat billigt Übereinkommen  mit Bürgerinitiative zum Wohngebiet „Wasserreute“

Der Bürgerentscheid über das geplante Wohngebiet „Wasserreute“ in Denkendorf ist vom Tisch. Einstimmig hat der Gemeinderat dem Kompromissvorschlag zugestimmt, den die Verwaltung gemeinsam mit Vertretern der Initiative, die sich wegen des Flächenverbrauchs und der zusätzlichen Verkehrsbelastung gegen das Vorhaben wendet, ausgearbeitet hat. Die Zustimmung des Gemeinderats war Bedingung dafür, dass die Bürgerinitiative ihren Antrag auf ein Bürgerbegehren zurückzieht. Dies hatten die Vertrauenspersonen bereits im Vorfeld durch ihre Unterschrift zugesichert.

Gut 700 Unterschriften –  und damit mehr als für einen Bürgerentscheid erforderlich  – hatte die Initiative gesammelt, jedoch immer auch einen Kompromiss angestrebt. Dieser sieht nun unter anderem vor, dass die Fläche für die Bebauung von 2,5 auf gut 1,5 Hektar verkleinert und auf den westlichen Teil des Gebiets beschränkt wird. Die Gemeinde verzichtet darauf, auf dem ihr gehörenden Grundstück im Osten des Gebiets Mehrfamilienhäuser zu erstellen. Damit entfällt auch eine Verkehrserschließung über die Straßen Lange Äcker und Wasserreute, gegen die sich Anwohner wegen der Verkehrsbelastung gewandt hatten. Das reduzierte Wohngebiet werde lediglich über die Uhlandstraße erschlossen, versichert Bürgermeister Ralf Barth.

Auch die Anordnung der Gebäude wird verändert. Dreigeschossige Mehrfamilienhäuser sollen nun entlang der Uhlandstraße und entlang der künftigen Ortsrandkante entstehen, während die niedrigeren Gebäude entlang der Straße Lange Äcker gebaut werden. Auch dies war ein Anliegen der Anwohner. Insgesamt sieht die Planung einen Mix aus Geschosswohnungsbau, Reihen- und Einzelhäusern vor. Rund 110 Wohneinheiten könnten so entstehen. Die Gemeinde muss allerdings nicht komplett darauf verzichten, geförderten beziehungsweise  sozialen und damit bezahlbaren Wohnraum zu realisieren. Gut ein Viertel des verbleibenden Grundstücks ist in kommunaler Hand. Dort könnten zwei Mehrfamilienhäuser erstellt werden, sagt Barth.

Im Rahmen eines Mobilitätskonzepts will die Gemeinde darauf hinarbeiten, dass die Wohngebiete Lange Äcker und Wasserreute besser an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden. Bisher liegen sie im Abseits der Buslinie 119. Diese könnte künftig über die Uhlandstraße geführt werden, so der Bürgermeister.

Dass die gefundene Lösung auf Vertrauen basiert, zeigt die Einschätzung des Esslinger Landratsamts und des Vereins „Mehr Demokratie“. In einer Stellungnahme schreiben sie, streng formalrechtlich handle es sich nur um eine Absichtserklärung des Gemeinderats gegenüber den Vertrauenspersonen und nicht um eine rechtlich einklagbare Zusicherung. Würde ein Gemeinderat jedoch später wieder anders entscheiden, entgegen der Vereinbarung, „wäre es im Fall eines freiwillig zurückgezogenen Bürgerbegehrens sicher ein ganz erheblicher Vertrauensbruch mit letztlich gravierenden Folgen für die politische Kultur einer Gemeinde“. Könnten sich Vertrauenspersonen nicht auf derartige Zusicherungen verlassen, seien Kompromisse für die Zukunft faktisch unmöglich.

Die Fraktionen im  Gemeinderat zeigten sich mit der Kompromisslösung zufrieden. Diese diene vor allem dem Frieden am Ort. Ein Bürgerentscheid hätte die Denkendorfer eher entzweit, so die Befürchtung. Und keine der beiden Seiten hätte sicher sein können, ob sie am Ende nicht mit leeren Händen dasteht. Auch der Bürgermeister ist sehr zufrieden über die Entwicklung. „Es war ein gutes und konstruktives Miteinander. Beide Seiten mussten Federn lassen, aber das ist eben auch Sinn eines Kompromisses“, sagt Barth.  urh / Foto: urh


Bauarbeiten in den Schulferien

Kreisstraße zwischen Krummhardt und Aichelberg erhält neuen Belag – Radweg-Sanierung in Planung

Autofahrer müssen sich in Aichwald in diesem Jahr auf Behinderungen einstellen. Der Grund: Die Kreisstraße zwischen den Ortsteilen Krummhardt und Aichelberg bekommt vom Landkreis einen neuen Belag spendiert. Wann die Bauarbeiten genau beginnen, hängt davon ab, wie lange die Gemeinde Aichwald dafür braucht, die Wasserleitungen in der Schurwaldstraße in Aichelberg (zwischen  Feldkirche und  Schule) auszutauschen und die damit zusammenhängenden Hausanschlüsse zu erneuern. Danach erhält das 400 Meter lange Straßenstück auch noch einen neuen Belag. Die Bauarbeiten dafür werden nach Angaben von Harald Stephan, dem Projektleiter im Esslinger Landratsamt, voraussichtlich im April beginnen. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind – der Verkehr soll während dieser Zeit innerörtlich umgeleitet werden – soll die Kreisstraße 1212 zwischen Krummhardt und Aichelberg ihren neuen Belag erhalten, voraussichtlich während der Pfingst- oder Sommerferien.

Ansgar Voorwold, der Leiter des Aichwalder Bau- und Umweltamts, verweist auf die Vorgabe der Gemeinde, dass auf alle Fälle nur während der Schulferien gearbeitet werden darf und nur zu Zeiten, in denen auch die Kernzeitbetreuung geschlossen hat. An den Stellen, wo der Unterbau der Kreisstraße erneuert werden muss, soll laut Voorwold eine Ampel den Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeileiten. Um am Ende auf der gesamten Strecke den Belag zu erneuern, wird die Straße voraussichtlich für mindestens vier Tage lang voll gesperrt. Während dieser Zeit soll der Durchgangsverkehr in Richtung Remstal großräumig über Kernen umgeleitet werden.

Die Baumaßnahmen sind Teil der sogenannten Gesamtkonzeption Radinfrastruktur K 1212 des Landkreises, die vor allem zum Ziel hat, die Radwegeverbindung von Aichwald hinunter ins Remstal zu verbessern. Deshalb soll auch der Radweg entlang der Kreisstraße erneuert werden. Zwischen Krummhardt und dem Wanderparkplatz Drei Linden – der liegt auf halber Strecke nach Aichelberg –  ist das kein Problem, denn der Weg ist mit einer Breite von etwas mehr als zwei Metern groß genug für Radler. Problematisch ist die Strecke zwischen dem Wanderparkplatz und Aichelberg. Dort ist der bestehende Radweg zu schmal und kann wegen der Topografie des Geländes auch nicht verbreitert werden. Deshalb hat das Landratsamt die geplante Asphaltierung des Radwegs erst einmal gestoppt.

Die SPD-Fraktion im Aichwalder Gemeinderat hat kürzlich im Rahmen der Haushaltsplanberatungen vorgeschlagen, stattdessen den etwas von der Straße abgerückten Feldweg zum Radweg auszubauen. Doch ist dafür eigentlich nicht der Landkreis zuständig, und die Frage, wer das bezahlen soll, muss zuerst noch geklärt werden. Ebenso braucht es dafür eine naturschutzrechtliche Erlaubnis, und das Verfahren ist langwierig. Für Voorwold ist die Situation indes mehr als unbefriedigend. „Wenn das Land das Radwegekonzept ernst nimmt, braucht es dort einen durchgehenden Radweg“, sagt er. Skeptisch ist der Aichwalder Bauamtsleiter im Hinblick auf den Antrag der Aichwalder SPD-Ratsfraktion, den Radweg zwischen Krummhardt und Aichelberg durchgängig zu beleuchten, denn auch dafür wäre laut Voorwold eine naturschutzrechtliche Erlaubnis notwendig. Und die Gemeinde müsste das Projekt selbst finanzieren.  aka / Foto: aka


Abgestimmt

Die Bundesregierung will mehrere Hundert  Minderjährige aus den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland nach Deutschland holen. Ist das die richtige Antwort auf den neuerlichen Flüchtlingsstrom?

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Die richtige Antwort?

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Grundlegende Säulen des Lebens

Messe Aktiva am 7. März im Alten Rathaus in Esslingen –  Für Menschen in den besten Jahren

Das Wochenblatt ECHO lädt ein zur Trendmesse  Aktiva am 7. März, 9 bis 17 Uhr,  im Alten Rathaus in Esslingen. Die Messe bildet den Auftakt zu den ECHO-Sonderveranstaltungen in diesem Jahr.

Sie hat sich in den zurückliegenden Jahren etabliert und ist mittlerweile fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders: die „Aktiva“. Die vom Wochenblatt ECHO organisierte Messe thematisiert am Samstag, 7. März, erneut die grundlegenden Säulen im Leben: Gesundheit, Wohlbefinden, Sicherheit, Vorsorge und Zukunftsplanung. Das kommt beim Publikum gut an, das schon in den vergangenen beiden Jahren die seitdem bespielten Räume im Esslinger Alten Rathaus rege besuchte. Rund 20 Aussteller auf zwei Etagen sind in diesem Jahr dabei – kompakt zusammengefasst auf einen Veranstaltungstag.

Hoher Anspruch

„Wir haben einen hohen Anspruch an die Veranstaltung“, stellt ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol klar. „Es geht darum, das Leben in jeder Phase positiv zu gestalten. An dieser Stelle wollen wir unterstützen und neue Impulse vermitteln.“ Vertreten sind bei der Messe Aussteller, die mit soliden, bewährten und auch neuen Konzepten Menschen auf diesem Weg begleiten und anregen. Die Aussteller kommen aus der näheren Umgebung und vertreten die Branchen Gesundheit, Wellness, Vorsorge, Lebensplanung, Sicherheit, Wohnen, Hygiene, Fitness, Beauty, digitales Leben, Mobilität und Senioren – kurzum: Die „Aktiva“ richtet sich an Menschen in den besten Jahren und bietet ein Potpourri an Angeboten, die helfen, das Leben positiv und selbstbestimmt zu gestalten. Der lockere Aufbau der Stände im Alten Rathaus lässt viel Raum um zu schlendern und zu schauen, aber auch, um sich in Gesprächen und bei Testaktionen über die Angebote der Betriebe zu informieren.

Auch in anderer Hinsicht gibt es eine interessante Mischung: Neben etlichen Stammausstellern, die stets dabei waren oder seit etlichen Jahren mitmachen, gibt es Anbieter, die erstmals auf der „Aktiva“ vertreten sind. Das erweitert das Spektrum und gibt dem Angebot mehr Tiefe.

Attraktive  Location

„Die Location Altes Rathaus tut der Messe sehr gut“, betont Andrea Gisdol. „Wir waren alle positiv überrascht, wie gut das angekommen ist.“  Die besondere Atmosphäre des mittelalterlichen Gebäudes habe viel zum Wohlfühlen beigetragen.

Als weitere Vorteile nennt Gisdol die zentrale Lage des Gebäudes und dessen gute Erreichbarkeit. So wurde und wird auf ein direktes Catering in den Rathaus-Räumen verzichtet, da in der Nachbarschaft zahlreiche Cafés, Bistros und Restaurants zu finden sind.  Und am Samstag können Besucher ihren Gang zum Wochenmarkt mit einem Besuch der „Aktiva“ verbinden.

Vortragsprogramm

Wie immer darf das Publikum bei der „Aktiva“ auch weiterführende Informationen erwarten. Bei der Messe wird dies gemeinhin mit Vorträgen gemacht. Im Obergeschoss des Alten Rathauses werden dem Publikum die Referate der Aussteller präsentiert. So werden Fragen zur Nahrungsmittelunverträglichkeit beantwortet. Guter Schlaf, Rückengesundheit, Ruhestandsplanungen, gesundes Wasser, Begleitung im Alter und  Erben und Vererben  sind die Themen weiterer Vorträge.  ras / Foto: bob

Info: Messe Aktiva, Altes Rathaus in Esslingen, Samstag,  7. März, 9 bis 17 Uhr (www. ihr-wochenblatt-echo.de).


Fast 50 Millionen Euro

Großer Sanierungsbedarf am Gymnasium Plochingen – Mehrjährige Bauzeit – Umlandkommunen verweigern Beteiligung

Es ist die größte Sanierung, die die Stadt Plochingen je gestemmt hat: Für 48,2 Millionen Euro muss sie ihr Gymnasium, das zweitgrößte im Land, auf Vordermann bringen. Vom Land erwartet sie dabei eine Förderung über 12,3 Millionen Euro und hofft auf weitere Zuschüsse. Die Nachbarkommunen lehnen eine finanzielle Unterstützung bislang ab.

Im Jahr 1968 – das Gymnasium Plochingen bestand damals schon vier Jahre – wurde der Hauptbau der Schule eingeweiht. Sie wuchs und wuchs, was zu diversen An- und Umbauten führte. An allen Gebäudeteilen besteht nun Sanierungsbedarf, mal größer, mal kleiner. Es geht um Themen wie Brandschutz und Fluchtwege, Barrierefreiheit, Decken und Fassade, Fenster, Beton oder auch die Elektrik. Das Mängelpaket ist beachtlich. Zudem hat das sechszügige Gymnasium Bedarf an weiteren Räumen. Lediglich die große Sporthalle wurde schon vor einigen Jahren saniert und ist ausgenommen.

Der erste Bauabschnitt, der noch in diesem Jahr beginnen soll, betrifft den Kupferbau aus den 70er-Jahren, unter dessen Dach sich Fachräume und Klassenzimmer befinden. Sie sollen kommenden Sommer in den Nebenbau der derzeitigen Realschule umziehen. Die Realschule selbst tauscht im Vorfeld ihr Gebäude mit der Burgschule, die etwas weniger Schülerinnen und Schüler hat – so wird die Interimslösung fürs Gymnasium überhaupt erst möglich.

Parallel zur Sanierung des Kupferbaus von 2020 bis 2022 wird angrenzend an den Hauptbau des Gymnasiums ein Neubau mit zusätzlichen Klassenräumen gebaut. Zuvor muss aber der dort bestehende eingeschossige Sheddachbereich mit seinen Computerräumen abgerissen werden. Ein Aufzug soll später sowohl den Haupt- als auch den vierstöckigen Neubau erschließen. Danach, ab Mitte 2022, geht es an die Kernsanierung des zentralen Hauptgebäudes samt seiner Außenhülle. Und das ist noch nicht alles: Auch der Oberstufenbau an der Tannenstraße, die Hausmeisterwohnung, die Kleinturnhalle und der Unterstufenbau werden generalüberholt. Sie seien im Sanierungsbeschluss schon enthalten, erklärt Kämmerer Michael Hanus, die Details würden aber möglicherweise von dem städtebaulichen Wettbewerb beeinflusst, der für den gesamten Schulcampus ausgelobt wird.

Die Kosten fürs Gesamtpaket waren vergangenen Sommer auf 58,3 Millionen Euro veranschlagt worden. Inzwischen wurden die Kosten um zehn Millionen Euro reduziert, in einem durchaus schmerzhaften Prozess, wie Bürgermeister Frank Buß betont. Aber anders wäre das Projekt für die Stadt Plochingen nicht zu stemmen; sie kommt auch so an ihre Grenzen. Wenn sie keine weiteren Geldquellen erschließen kann, ist eine Neuverschuldung von insgesamt 22 Millionen Euro erforderlich, die sich auf drei bis vier Jahrzehnte jährlich mit 1,55 Millionen Euro im Haushalt niederschlagen wird. Sollten die Steuereinnahmen schrumpfen, könnte das schnell zum Problem werden.

Momentan hofft Plochingen noch auf weitere Zuwendungen vom Land – oder doch von den Nachbarkommunen, deren Jugendliche einen erheblichen Teil der Schülerinnen und Schüler am Gymnasium stellen. Mit diesem Vorstoß wie auch dem zur Gründung eines gemeinsamen Schulverbandes ist die Stadt allerdings bislang gescheitert. Die Nachbarorte setzen sich, teilweise mit Empörung, zur Wehr: Dann könnte man ja bei jeder Einrichtung, die überörtlich genutzt werde, die anderen mitzahlen lassen, so ihr Argument. Der Vorwurf, dass die Sanierung wegen des G9-Modellversuchs in Plochingen so teuer wird, entspricht allerdings nicht den Tatsachen: Das genehmigte Raumprogramm ist auf ein achtjähriges Gymnasium ausgelegt; den zusätzlichen Bedarf aufgrund von G9 muss die Schule organisatorisch selbst lösen.  aia / Foto: aia


Vesperkirche abgesagt

Das Coronavirus treibt die Menschen um und bereitet Veranstaltern Sorge. Um eine Ausbreitung einzudämmen wird mancherorts geraten, Veranstaltungen mit größeren und großen Menschenmengen zu unterlassen. Das hat auch in Esslingen Auswirkungen: Die Vesperkirche, die vom 8. bis 29. März  geplant war, ist abgesagt worden. Benefizveranstaltungen in deren Rahmen finden allerdings statt.

Zum zwölften Mal sollte es in der Frauenkirche eigentlich „Gemeinsam an einem Tisch“ heißen. Schweren Herzens, so heißt es in einer Pressemitteilung, haben die Veranstalter – die Evangelische Gesamtkirchengemeinde und der Kreisdiakonieverband  Esslingen – entschieden, die Vesperkirche abzusagen. Der Schutz von Gästen, Haupt- und Ehrenamtlichen gehe vor.

„Wir können den Verlauf der Coronaepidemie nicht voraussagen, aber wir können verantwortlich handeln“, sagt Eberhard Haußmann, der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands. Dekan Bernd Weißenborn verweist darauf, dass während der Vesperkirche  mehrere hundert Gäste und Ehrenamtliche auf engem Raum zusammen sind. „Da möchten wir kein Risiko eingehen.“  Spenden, die bereits eingegangen sind oder noch eingehen werden, werden für die Vesperkirche 2021 zurückgelegt.  red


Abgestimmt

Erneute Schmähungen gegen Dietmar Hopp und rassistische Ausfälle: Nach Skandalen in den Stadien macht der DFB ernst. Sollen die Täter deutschlandweit mit einem jahrelangen Stadionverbot belegt werden?

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Raus aus den Stadien?

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Bläserklänge und Geselligkeit

Musikverein Baltmannsweiler feiert 100-jähriges Bestehen – Festakt, Ausstellung, Party und mehr

Als der Musikverein Baltmannsweiler (MVB) im Jahr 1920 gegründet wurde, brachte jedes seiner 15 Mitglieder als Ersteinlage stattliche 480 Mark ein – so wichtig war ihnen das Musizieren. Dirigent Ernst Blind schaffte mit dem Geld die ersten Instrumente an und stellte somit die Weichen für eine jetzt 100-jährige Vereinsgeschichte mit vielen musikalischen Erfolgen, aber auch vielen Ausflügen und Geselligkeit. Das Jubiläum wird an mehreren Terminen übers Jahr verteilt gefeiert.

Menschen, die im Verein musizieren, sind gesellig und feiern gerne. Das lässt sich der Chronik des MVB entnehmen, bei dem zumindest ab der Neugründung 1954 Feste, Ausflüge und Kontakte zu anderen musiktreibenden Vereinen eine große Rolle spielten. Vor dem Zweiten Weltkrieg ging es noch etwas einfacher zu. Man probte im Gasthaus Rößle, dann in der Turnhalle, denn 1927 schloss sich der MVB als selbstständige Musikabteilung dem Arbeiter-Turn- und Sportverein an. Sieben Jahre später trat dieser dem Kriegerverein bei; im Zweiten Weltkrieg kamen die Aktivitäten dann zum Erliegen.

Doch schon 1946 wurde wieder Blasmusik gemacht, im September 1954 wurde der Verein offiziell wiedergegründet. Das Vereinsleben war rege: Man nahm an Wertungsspielen teil, feierte Feste, lud ausländische Kapellen und Vereine ein – erstmals 1960 die Feuerwehrkapelle Bruckhäusel aus Tirol. Konzerte, Silvester- und Faschingsbälle, Ständchen im Mai, Sommerfeste oder eine Glockenweihe waren willkommene Anlässe zum Aufspielen. Zu den Höhepunkten zählten das mehrtägige Musik- und Heimatfest mit Fahnenweihe im Jahr 1974 und das viertägige Sommerfest zum 60-jährigen Bestehen 1980.

Auch mehrtägige Ausflüge standen – neben Volksfestbesuchen – fast jedes Jahr auf dem Programm, teilweise fuhren 100 und mehr Personen mit. Beim Jahresausflug 1987 nach Pertis­au waren es drei Omnibusse mit 142 Fahrgästen, was der Chronist als „traumhaft, aber stressig“ kommentiert. Dass man den Bus in Baltmannsweiler anschieben musste wie bei einer der Fahrten zum Oktoberfest, war aber zum Glück die Ausnahme.

15 bis 20 auswärtige Auftritte im Jahr waren lange Zeit die Regel. 1984 erspielte sich der MVB beim Blasmusik-Wettstreit in der Stuttgarter Hanns-Martin-Schleyer-Halle unter der Leitung von Hans Hofmann unter zwölf teilnehmenden Kapellen den ersten Platz.

Die Zahl der Mitglieder stieg und stieg, von mehr als 200 Anfang der 80er-Jahre auf über 300 im Jahr 1990. Der Rekord wurde 2005 mit 471 Mitgliedern erreicht, heute sind es rund 350, davon knapp 100 Aktive. Die Jugendarbeit ist dabei ein wesentlicher Faktor. Seit Ende der 1990er-Jahre wirbt der Musikverein aktiv in den Grundschulen und bietet für die Jüngsten musikalische Früherziehung und Blockflötenunterricht an, mittlerweile auch den Musikgarten ab 18 Monaten. Mit diesen Angeboten und dem Instrumentalunterricht sind alles in allem rund 70 Kinder und Jugendliche in Ausbildung. „Das ist bei uns ein Schwerpunkt, wir stecken da jedes Jahr viel Geld rein“, sagt Herbert Schrag, der die treibende Kraft für die verstärkte Nachwuchsförderung war. Er ist seit mehr als 40 Jahren aktiv im Vorstand und Ehrenmitglied des Vereins – und freut sich immer sehr, wenn der Nachwuchs dabeibleibt und irgendwann ins Stammorchester wechselt.  aia / Foto: privat

Info: Die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr: Festakt am 7. März, 18 Uhr, im Kulturzen­trum in Baltmannsweiler; Ausstellung im Rathaus mit Bildern und Materialien aus der Vereinsgeschichte (Vernissage ist am 10. März, 19 Uhr).

Jubiläumsfest vom 26. bis 29. Juni mit südländischer Nacht am Freitag, Partynacht am Samstag und Kreismusikfest am Sonntag. Zudem sind ein Massenchor am Rathaus und ein Umzug geplant.

Jubiläumskonzert am 12. Dezember im Kulturzentrum Baltmannsweiler mit Jugend- und Stammorchester des MVB.


Abgestimmt

Immer mehr Deutsche machen Urlaub in heimischen Gefilden, auch der Südwesten ist bei Einheimischen beliebt. Wie ist es bei Ihnen, schätzen Sie Urlaub daheim?

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Urlaub daheim?

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Spielen, lernen, experimentieren

Neue Kita in Weilheim eröffnet – Betreuungsplätze für bis zu 90 Kinder – Stadt investiert rund 4,1 Millionen Euro

Die Stadt Weilheim wächst,  zudem wird seit einigen Jahren eine hohe Geburtenzahl registriert. Um der hohen Nachfrage nach Plätzen auch für kleine Kinder  in einer Kindertageseinrichtung gerecht zu werden, ist nun in der Schellingstraße eine weitere Kindertagesstätte mit vier Gruppen eröffnet worden. Während die beiden U-3-Gruppen bereits ausgebucht sind, gibt es in den Gruppen für über Dreijährige noch freie Plätze.

„Die konstant hohe Geburtenzahl und die immer stärkere Inanspruchnahme von Betreuungsplätzen ab der Vollendung des ersten Lebensjahrs erfordert einen Ausbau der Betreuungsplätze“, hatte Weilheims Bürgermeister Johannes Züfle  in seinem Jahresrückblick 2019 festgestellt.

Die Stadt Weilheim war in den vergangenen Jahren mit drei Kindertagesstätten im Stadtgebiet, einer im Wohngebiet Egelsberg und einer Einrichtung im Teilort Hepsisau gut versorgt. Zudem bieten ein Waldkindergarten und der Verein Freier Kindergarten Betreuungsplätze an, außerdem besteht die Möglichkeit, Kinder  über die Vermittlung durch den Tageselternverein Esslingen von Tagesmüttern betreuen zu lassen.

Doch ein Zuwachs an jungen Familien und hohe Geburtenzahlen erforderten weitere Betreuungsplätze für Kinder ab dem ersten Lebensjahr. Dies war auch aus den Erkenntnissen des Entwicklungskonzepts 2025 abzuleiten, das das Planungsbüro Reschl für die Stadt erstellt hatte. Das Konzept betonte, dass „Weilheim wegen seiner Angebote an Bau-, Arbeits- und Kinderbetreuungsplätzen wie auch der Schulen vor allem für (junge) Familien mit ihren (Klein-)Kindern attraktiv ist und diese zum Zuzug bewegt hat“.

Entsprechend hatte  sich die Stadt um die Entwicklung der Infrastruktur bemüht.     In der Schellingstraße ist in rund einjähriger Bauzeit eine neue Kindertagesstätte entstanden. Die Einrichtung bietet zunächst Platz für zwei Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen. Sollte in näherer Zukunft weiterer Bedarf an Betreuungsplätzen entstehen, kann die Einrichtung um eine fünfte Gruppe erweitert werden. Der dafür notwendige Gruppenraum wurde bereits beim Bau berücksichtigt, so dass die Einrichtung problemlos vergrößert werden kann. Bei einer Vollbelegung  wären so in der Schellingstraße bis zu 90 Kinderbetreuungsplätze möglich.

  Die Kita ist in Holzbauweise errichtet worden, was eine gute energetische Bilanz verspricht und das Gebäude auch optisch gut in das umgebende Grün des  Gartens der Einrichtung einfügt.  Alle Gruppenräume sind nach Südosten ausgerichtet. Daneben finden sich die Ruhe- und Schlafräume für die kleinen Kinder. Für die Älteren ist in der Kita auch eine Bibliothek mit Leseecke eingerichtet worden.

Da die Kita  einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt pflegt und die Kinder zum Forschen und Experimentieren anregen will, steht eine Werkstatt mit Arbeitstischen zur Verfügung. Ein  Gruppenraum ist für die Sprachförderung vorgesehen, außerdem gibt es ein separates Elternsprechzimmer. Schließlich verfügt die Kita noch über einen  Mehrzweckraum für Bewegungsangebote, der auch für Feste genutzt werden kann.

Die Kinder bekommen in der Schellingstraße ein warmes Mittagessen. Das wird in einer Küche zubereitet, die auch dafür ausgelegt ist, dass die Kinder  beim Kochen helfen können. Insgesamt hat die Stadt Weilheim rund 4,1 Millionen Euro in den Neubau und die Ausstattung investiert. pst / Foto: Carsten Ried