Das Miteinander funktioniert

Der TSV Denkendorf wird 125 Jahre alt und blickt auf eine interessante Geschichte zurück

Die Geburtsstunde des TSV Denkendorf schlug im Gasthaus „Lamm“. Rund 30 Bürger trafen sich dort am 20. August 1896, um einen Turnverein aus der Taufe zu heben. „Der Verein wurde als Arbeitersportverein gegründet“, erinnert sich der frühere Denkendorfer Bürgermeister Walter Dieterich in der Jubiläumschronik. Anfangs wurde vor allem Handball gespielt und geturnt – auf primitiven, selbst gebauten Geräten aus Holz. Geturnt wurde ab 1911 im Winter im Saal des Gasthauses „Krone“, im Sommer wurde der Garten der „Germania“ genutzt, weiß Peter Nester, der heutige TSV-Vorsitzende. Gefeiert wird das Jubiläum voraussichtlich erst im kommenden Jahr.

Dem Fußballboom nach dem Ersten Weltkrieg trug 1922 die Gründung eines zweiten Sportvereins in Denkendorf Rechnung. Im selben Jahr wurde eine Leichtathletikabteilung gegründet. Der SV Denkendorf war laut Dieterich eher bürgerlich geprägt, Vorsitzender war Gottlieb Krinn. Der Verein hatte einen Sportplatz mit selbst gebauter Vereinshütte im „Klingen­äckerle“.

Als 1933 die Arbeiterturnvereine und damit auch der TV von den Nazis verboten wurden, spielte man im SV auch Handball und turnte. Zwar konnte man im Zweiten Weltkrieg fast bis zuletzt Sport treiben. „Der Sportplatz war allerdings im letzten Kriegsjahr zu Ackerland umgepflügt worden“, so Nester. Mit Hilfe des Bauunternehmers Gottlob Müller wurde das Sportgelände nach dem Krieg wieder hergerichtet: „Er war ein Glücksfall für den Verein. Er hatte die Kenntnisse vom Bau und die Geräte.“

Der Wunsch nach angemessenen Sportstätten wurde in den 50er-Jahren laut. Gottlob Müller habe den Bau eines Stadions mit Fußballfeldern und Leichtathletikanlagen angeregt, erinnert sich Dieterich: „Für mich war klar, dass nur ein gemeinsamer Weg der Vereine den Wunsch nach einem Stadion erfüllen könnte.“ Im Juni 1956 erfolgte im Saal der „Krone“ der offizielle Zusammenschluss von TV und SV zum TSV Denkendorf. Zum Vorsitzenden wurde Gottlieb Krinn  gewählt. Stellvertreter wurde der TV-Vorsitzende Wilhelm Oßwald.

 Die Gemeinde war dann bereit, für ein Stadion tief in die Tasche zu greifen. Gottlob Müller übernahm kostenlos die Erdarbeiten und den Rohbau des Vereinsheims. Dort gab es später zeitweise am Samstagabend sogar ein Tanzcafé. Die Vereinsmitglieder erbrachten unzählige Arbeitsstunden. 1960 wurde das Stadion als eines der ersten im Kreis Esslingen eingeweiht. 1971 wurde die Tennisabteilung gegründet, und im Laufe der Jahre wurden sieben Tennisplätze angelegt. 1984 folgte die Tennishalle. Die Gemeinde baute zwei große Sporthallen. „Heute verfügen wir in Denkendorf über tolle Sportstätten“, sagt Christine Schäfer, zweite Vorsitzende und Leiterin der TSV-Geschäftsstelle.

Kontinuierlich wurde das Sportangebot für alle Altersklassen auf heute zehn Abteilungen ausgebaut, die Mitgliederzahl wuchs stetig. Das Ehrenamt steht weiter hoch im Kurs. Im vergangenen Jahr wurde die Tennisanlage mit tatkräftiger Hilfe der Mitglieder saniert. „Wir haben keine Nachwuchssorgen“, freut sich Nester. Viele seien bereit, Verantwortung zu übernehmen. Dazu trage bei, dass die Geschäftsstelle mit Schäfer als hauptamtlicher Kraft den Ehrenamtlichen viel Administratives abnimmt. Damit das Miteinander der verschiedenen Abteilungen gut funktioniert, hat man vor einiger Zeit Klausurtagungen eingeführt. Auch wenn die Verbundenheit vielleicht nicht mehr so groß sei wie in den Anfangsjahrzehnten: Dass Mitglieder und Übungsleiter ihrem Verein auch während der Corona-Pandemie treu blieben, wertet Schäfer als klares Bekenntnis zum TSV.

Der TSV bringt sich auf vielfältige Weise ins Gemeindeleben ein. Und er versteht sich als Verein des Breitensports. Dennoch ist Nester stolz, dass der Verein unter anderem deutsche Meister in der Leichtathletik oder Weltmeister der Kegler hervorgebracht hat. 

urh / Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger


Die LesART startet wieder durch

Nach einjähriger Coronapause finden die Esslinger Literaturtage vom 7. November bis 2. Dezember statt

Bücher bringen die Menschen ins Gespräch, machen nachdenklich, lassen sie streiten im allerbesten Sinne und Übereinstimmungen finden, setzen Gedanken und Gefühle in Gang und wecken Assoziationen.“ Für EZ-Chefredakteur Johannes M. Fischer gibt es jede Menge guter Gründe, ein Buch zur Hand zu nehmen. Und viele Literatur-Fans dürfen sich auf einen spannenden Lese-Herbst freuen, wenn die Esslinger Literaturtage LesART zum 27. Mal zu Ausflügen in die Welt der Bücher einladen. Vom 7. November bis zum 2. Dezember präsentieren Stadtbücherei und Eßlinger Zeitung ein Festival, das weit über die Stadtgrenzen hinaus strahl. Nun haben die LesARTisten ihr Programm vorgestellt. Am 23. Oktober startet der Vorverkauf.

Für Kulturbürgermeister Yalcin Bayraktar zählen die Esslinger Literaturtage zu den arrivierten Literaturfestivals im Lande: „Die LesART zeichnet sich durch eine stringente konzeptionelle Linie und einen hohen kulturpädagogischen Wert mit vielen Lesungen für Kinder und Jugendliche aus. Sie ist ein Ort, an dem aktuelle Strömungen deutschsprachiger Literatur und gesellschaftspolitisch relevante Themen vorgestellt und diskutiert werden.“ Das sei neben Büchereileiterin Gudrun Fuchs und ihren Kolleginnen Bettina Lan­genheim und Renate Luxemburger auch den langjährigen Unterstützern zu danken: der Stiftung der Kreissparkasse, dem örtlichen Buchhandel und dem Mitveranstalter Eßlinger Zeitung.

EZ-Chefredakteur Johannes M. Fischer bescheinigt der LesART, sie sei immer hochaktuell, vereine dauerhaft leuchtende und neue Sterne am Literaturhimmel – und sie sei gut für die Stadt.

Nachdem die Literaturtage 2020 coronabedingt abgesagt werden mussten, freut sich Kulturamtsleiterin Alexa Heyder umso mehr auf das kommende Festival – auch wenn es in Zeiten einer Pandemie aufwendiger ist, ein Literaturfestival zu veranstalten: „Die Pandemie hat uns gezeigt, wie stark wir auf Kultur und Sozialkontakte angewiesen sind. Wir schätzen jetzt noch mehr die Qualität der Begegnung, des Gesprächs, der Debatte, die uns Kultur und Literatur schenken.“ Das gelte besonders fürs junge Publikum: „Ohne die Vielfalt und Kraft der Literatur wäre es für viele Kinder und Jugendliche noch schwerer gewesen, das letzte Jahr zu überstehen.“ Das sieht Felix von Heißen, Regionaldirektor der Kreissparkasse, genauso: „Es ist wichtig, Signale zu setzen. In stürmischen Zeiten müssen wir Kunst und Kultur noch mehr Raum geben.“

25 Literaturveranstaltungen mit 15 Autorinnen und Autoren stehen während der 27. LesART auf dem Programm. Manche der Autorinnen und Autoren für Erwachsene waren schon für 2020 eingeplant. „Wir mussten damals absagen, wollten aber auf die Begegnungen nicht verzichten und haben diese Gäste wieder eingeladen. Ihre Werke haben keineswegs an Aktualität verloren“, sagt Gudrun Fuchs und denkt dabei etwa an Ilija Trojanow, Joachim Zelter, Ingo Schulze oder Markus Orths. Eröffnet wird das Festival von einem hochkarätigen Gast: der israelischen Autorin Zeruya Shalev.

Dass die LesART am verkaufsoffenen Sonntag startet, fügt sich für Bayraktar vorzüglich: „Wir haben bei ‚Stadt im Fluss’ gesehen, wie wichtig die Kultur für eine lebendige Innenstadt sein kann.“ Für Kinderbücherei-Leiterin Bettina Lan­genheim sind die Literaturtage nicht zuletzt ein wichtiger Beitrag zur Leseförderung. Deshalb hat sie ein hochwertiges Programm für Kinder und Jugendliche zusammengestellt – mit Autorinnen und Autoren, die die Sprache der Jüngeren treffen. 

Info: Für Personen ab 18 Jahren gilt die 2G-Regel – geimpft oder genesen. Der Vorverkauf beginnt am 23. Oktober um 11 Uhr. Karten gibt es bei der EZ in der Küferstraße 1, der Stadtinfo und unter www.reservix.de

adi / Foto: Roberto Bulgrin


Abgestimmt

Die Preise steigen, getrieben durch Energiekosten. Rund vier Prozent beträgt die Inflation. Experten erwarten im kommenden Jahr aber eine Beruhigung. Haben Sie Inflationsangst?

Foto: dpa

Inflationsangst?

  • Ja! (100% )
  • Nein! (0% )
Loading ... Loading ...


Das Gedächtnis des Landkreises ist umgezogen

Das Kreisarchiv wird von Esslingen in das  ehemalige Krankenhaus auf dem Plochinger Stumpenhof verlagert

Das Gedächtnis des Landkreises Esslingen reicht zurück bis ins Jahr 1404 und füllt mehr als 1000 Umzugswagen.  Die Urkunden, Akten, Bücher, Karten, Pläne und Zeichnungen des bisher im Esslinger Landratsamt untergebrachten Kreisarchivs sind in den vergangenen Wochen in ihr neues Domizil  nach Plochingen gebracht worden.   4500 laufende Meter umfasst das Archiv- und Bibliotheksgut. Es wurde in  die  Regale im umgebauten Untergeschoss des ehemaligen Krankenhausgebäudes auf dem Stumpenhof einsortiert. Darunter ist  auch die älteste im Kreisbesitz befindliche  Pergamenturkunde aus der Regierungszeit von Graf Eberhard IV  von Württemberg. 

Ausgeklügeltes Umzugskonzept

„Der Auszug des Kreisarchivs aus dem Gebäude in den Pulverwiesen markiert den Startpunkt zu einem ausgeklügelten Umzugskonzept“, sagte der Esslinger Landrat Heinz Eininger zu Beginn der Aktion vor wenigen Wochen. Bis zum kommenden Frühjahr sollen alle Dezernate und Ämter aus dem dem Abbruch geweihten Esslinger Verwaltungsaltbau  ausgezogen sein – entweder in den kurz vor der Fertigstellung stehenden Neubau nach Plochingen oder in Interimsunterkünfte in Esslingen. Verläuft alles nach Plan, werden Ende März  die Abrissbagger anrollen. Der 130 Millionen Euro teure Neubau soll dann bis zum Juli 2026 bezogen sein.

Das Kreisarchiv allerdings wird dauerhaft in Plochingen unterkommen. „Wir haben hier optimale Bedingungen für ein Archiv geschaffen“,  sagt der Esslinger Kreisarchivar, Manfred Waßmer. Vor allem die großzügigen Seminar- und Leseräume haben es ihm  angetan. „Hier haben wir endlich  genügend Platz, um  künftig auch Schulklassen zu betreuen“, sagt er. Zudem dürfte der Blick des Kreisarchivars weniger häufig besorgt gen Himmel gehen, als in der Vergangenheit. „Im Landratsamt mussten wir ständig mit der Hochwassergefahr leben. Das sollte auf dem Stumpenhof kein Thema mehr  sein“, sagt  Waßmer. Bis das letzte wertvolle Dokument in trockenen Tüchern war, hieß es für ihn und sein Team   noch einmal kräftig in die Hände zu spucken.

Für den Transport selbst ist zwar eine Umzugsspedition verpflichtet worden, das Aus- und Einräumen der Kisten  machen die 18 Archivmitarbeiterinnen und -mitarbeiter jedoch selbst. „Jeder Vorgang wird sowohl beim Ausräumen in Esslingen, als auch beim Einräumen in Plochingen   akribisch festgehalten. Nur so können wir verhindern, dass die Unikate unauffindbar an der falschen Stelle landen“, sagt Waßmer.

In die neuen Archivräume darf kein Tageslicht fallen. Im Keller herrscht eine konstante  Temperatur von 18 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent. Nur so ist den Archivalien, wie den Regierungsblättern des Königreichs Württemberg  aus dem Jahr 1880, die unter anderem Rechenschaft ablegen über die Handels- und Schifffahrtsvereinbarung mit den Vereinigten Staaten von Mexiko, ein langes Leben garantiert.

Führend in Deutschland

Insgesamt dauerte der Archivumzug drei Wochen. Vergangene Woche wurde der reguläre Archivbetrieb in den neuen Räumen wieder aufgenommen.  Das Esslinger Kreisarchiv zählt im Bereich der digitalen Langzeitarchivierung zu den führenden Kommunalarchiven in Deutschland. Am neuen Standort berät und betreut es im Rahmen der kommunalen Archivpflege zudem 38 Stadt-und Gemeindearchive im Landkreis. Es fördert und unterstützt die Erforschung der Heimatgeschichte durch eigene wissenschaftliche und heimatkundliche Projekte.

Der Bestand der öffentlichen Bibliothek kann von allen Bürgerinnen und Bürgern eingesehen und genutzt werden. Eine zentrale gesetzliche Aufgabe des Kreisarchivs ist es zudem, die Akten der Kreisverwaltung nach Ablauf der Aufbewahrungsfristen auf Archivwürdigkeit zu prüfen und gegebenenfalls ins Archiv zu übernehmen. „Schätzungsweise fünf Prozent des Aktenbestands überführen wir  in die rund drei Meter hohen Regale und damit dauerhaft in  das Gedächtnis des Landkreises. Der Rest wird vernichtet“, sagt Waßmer. 

adt / Foto: Roberto Bulgrin


Freie Fahrt auf den Fildern

Nach zweieinhalb Jahren ist die neue Autobahn-Anschlussstelle zwischen Neuhausen und Nellingen fertig

Die alte Anschlussstelle ist komplett weg“, erklärte der zuständige DB-Projektingenieur Sebastian Antritt kurz vor der Freigabe der letzten neuen Straßen in der vergangenen Woche. Dort, wo es einst zur A 8 beziehungsweise runter von der Autobahn ging, ist inzwischen ein großer Haufen Erde, gespickt mit Steinen und Schutt. Im Zuge der Bauarbeiten für die neue Bahnverbindung zwischen Stuttgart und Ulm wurde die nördliche A-8-Anschlussstelle zwischen Nellingen und Neuhausen umfassend neu gestaltet. Auf einem Teil der neuen Straßen konnten Autos bereits geraume Zeit fahren, nun sind alle Wege wieder offen. Zuletzt war noch die Strecke von Nellingen nach Neuhausen über die L 1202 nicht befahrbar.

Der neue Autobahnanschluss liegt etwas weiter im Westen. Er ist bereits seit Juli dieses Jahres in Betrieb. Dorthin führt eine neue Straße, diese ist allerdings ein wenig verschlungen. Die S-förmige Auffahrt führt, vorbei an einem großen Schweinestall, zunächst unter dem Gleisbett hindurch, bevor sie bergauf zur Autobahn Richtung Flughafen geführt wird. An dieser Stelle ist auch die neue Abfahrt. Wer nicht auf die Autobahn möchte, kann über die neue Straße entweder parallel zur Autobahn weiter Richtung Stuttgart-Plieningen oder nach Süden Richtung Bernhausen und Neuhausen sowie in der Gegenrichtung nach Nellingen oder Plieningen fahren. Ebenfalls neu wurden zwei Regenrückhaltebecken und zwei Pumpwerke für Regenwasser neben der neuen Landstraße gebaut.

An dieser Stelle zeigt sich, wie umfassend sich das Projekt S 21 und die neue Schnellbahntrasse nicht allein auf den direkten Bahnverkehr zwischen Stuttgart und Ulm auswirken. Vielmehr krempelt die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zahlreiche Verkehrsadern in der gesamten Region Stuttgart um. So wird sich unter anderem der Verkehr, der sich bislang an der nördlichen Siedlungsgrenze von Neuhausen parallel zur Autobahn entlanggequält hat, verringern. „Die neue Strecke ist viel schneller, wir haben weniger Ampeln“, erklärt der Ingenieur Antritt.

Wer aus Richtung Nellingen über die Körschtalbrücke kommt und ein Ziel in Neuhausen ansteuert, kann aber zukünftig weiter die gewohnten Wege fahren. Aus Richtung Plieningen können Ziele in Denkendorf oder das Körschtal ebenfalls über die neue Umfahrung von Neuhausen angesteuert werden. Die Ab- und Auffahrt von beziehungsweise zur A 8 in Richtung München haben sich nicht verändert. Was entfällt, sind die Ampeln, die es bisher dort gab.

75 Millionen Euro haben Bahn und Regierungspräsidium Stuttgart während einer zweieinhalbjährigen Bauzeit in die neuen Verkehrswege investiert. „Es ist die wirtschaftlichste Lösung“, meint Antritt. Denn ohne den neuen Autobahnanschluss hätte die Bahn ihre neue Brücke für die S-21-Stecke am alten Anschluss 120 statt 60 Meter lang bauen müssen. Insgesamt gibt es auf dem Abschnitt zwischen der alten und der neuen Anschlussstelle drei Bahnbrücken: eine an der alten Anschlussstelle, eine an der neuen und eine für einen Wirtschaftsweg dazwischen.

Noch sind die Bauarbeiten an dieser Stelle aber  nicht ganz beendet. Neben den Gleisen wird die Erde noch begrünt. Hinzu kommen die Arbeiten auf dem Gleisbett. Dort werden noch die Oberleitungen errichtet und die Gleise verlegt. Etwas östlich der alten Anschlussstelle führen die Gleise in einem Tunnel bei Denkendorf  768 Meter unter der Autobahn hindurch, bevor sie weiter nach Wendlingen parallel und südlich der Autobahn verlaufen. 

 Der aktuelle Zeitplan der Bahn sieht vor, dass die Strecke zwischen Wendlingen und Ulm Ende kommenden Jahres fertig ist. Auf der Stecke sollen Züge dann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Kilometern je Stunde fahren können. S 21 und die Gesamtstrecke zwischen Stuttgart und Ulm werden nach derzeitigem Plan allerdings erst Ende 2025 in Betrieb genommen werden. 

bra / Foto: Philipp Braitinger


Der Haussegen hängt schief

Bürgerausschuss und Pächter fordern von der Stadt eine Übergangslösung für die Gaststätte auf altem VfL-Post-Gelände

Die Sonne lacht, und die Gäste lassen sich auf der Terrasse vom VfL Post Kaffee und Bier schmecken. Der  Blick schweift über den  gepflegten  Rasen. Wenig später treffen die ersten Mütter mit ihren Kindern zum Bambinitraining ein. Der Fußball hat  auf dem Gelände an der Weilstraße schon  lange Tradition. Doch damit wird spätestens Ende des Jahres Schluss sein. Die Kündigung der Stadt an die SV 1845 Esslingen  als Betreiberin liegt auf dem Tisch, denn hier sollen einmal rund 140 Wohnungen entstehen. Der Gemeinderat hat für einen städtebaulichen Wettbewerb  grünes Licht gegeben. Bleiben sollen in der Pliensauvorstadt der öffentliche Bolzplatz und eine Grünfläche. Trotzdem hängt im Stadtteil der Haussegen schief.

„Es ist doch völlig krank, erst alles kaputt zu machen, um es dann wieder aufzubauen“, macht Andreas Jacobson vom Bürgerausschuss Pliensauvorstadt seinem Ärger Luft.  Sein Unmut hat sich an der Frage nach einer Zwischennutzung entzündet, denn bis auf dem Areal  die ersten Bagger anrücken werden, dürfte es noch Jahre dauern. Von frühestens 2024 sei die Rede.  „Aber was ist bis dahin? Soll das Gelände verfallen, sollen die Gebäude dem Vandalismus preisgegeben werden?“

Im Frühjahr habe die Stadtverwaltung noch mit einer Übergangslösung geliebäugelt, berichtet Jacobson. Doch im August habe der Bürgerausschuss dann erfahren, dass die Kommune  steuerrechtliche Risiken fürchte und deshalb die Verpachtung beenden wolle. Der  Bürgerausschuss aber setze sich für eine Verlängerung des Pachtverhältnisses ein.  Auch die jungen Fußballer wollen möglichst noch bleiben, sagt die Jugendleiterin Fotini Charizanis, die sich hier um rund 120 Kinder kümmert. Unklar ist auch, wo künftig der Schulsport stattfinden  soll. „Wir haben Familien mit Migrationshintergrund, die können sich den Bus nach Weil nicht leisten“, sagt Charizanis mit Blick auf die  neuen Plätze im Sportpark Weil, wo die Fußballer der SV 1845  künftig trainieren sollen. Nicht   nur Jacobson  und seine Mitstreiter wünschen sich jetzt eine kluge Übergangslösung.

Und auch Dimitrios und Theodora Agathangelidou würden die Gaststätte noch gerne ein paar Jahre bis zur Rente weiter betreiben. Hier sind sie zuhause und verstehen ihre Gäste, egal ob vom Verein oder aus der Nachbarschaft, als ihre große Familie. Seit 20 Jahren servieren sie  deutsche und griechische Gerichte. Zudem ist Dimitrios Agathangelidou dort Platzwart. „Hier geht es  familiär zu, jeder kennt jeden“, sagt  Jacobson. In den zwei Nebenzimmern wird gefeiert, zahlreiche Stammtische sind hier zuhause.  Aber der Pachtvertrag für die Gaststätte und die Wohnung endet zum 31. Dezember.

 Inzwischen hat die Stadtverwaltung zum Thema VfL Post eine interne Arbeitsgruppe eingerichtet. Angesichts zahlreicher Beteiligter sei das Thema komplex, sagte der städtische Sprecher Niclas Schlecht, kündigte aber gleichzeitig eine baldige Aufklärung an.

Komplex war es schon lange. Seit der Fusion 1999 von   TSF und VfL Post zur SV 1845 Esslingen musste der Verein seine zwei Spielstätten im  früheren Eberhard-Bauer-Stadion in Weil und  das VfL-Post-Gelände  unterhalten, wie Margot Kemmler erzählt. Die Vorsitzende der SV 1845 erinnert an die Vereinbarungen, wonach der Bestandsschutz in der Pliensauvorstadt nur bis zum Jahr 2004 bestand und danach jeweils kurzzeitig verlängert wurde.

„Es war immer klar, wir trennen uns von dem Gelände“, so Kemmler.  Sie sehe zwar   die soziale Verantwortung des Sports. Aber angesichts eines hohen Sanierungsbedarfs in den Umkleide- und Sanitärräumen sowie geschätzten  100 000 Euro für neue  Elektroinstallationen sei der Standort wirtschaftlich für den Verein nicht zu stemmen. Dazu kommt, dass nach Übergabe des Sportparks Weil an die Vereine SV 1845 und FC Esslingen  die Sportförderung für das alte VfL-Post-Gelände wegfällt. Die dann nötigen Mittel von rund 25 000 Euro könne der Verein keinesfalls  aufbringen. 

com / Foto: Roberto Bulgrin


Abgestimmt

Seit Wochen stehen sie wieder in den Supermarktregalen, die Lebkuchen und Spekulatius. Wie ist es bei Ihnen, haben Sie in Weihnachtsvorfreude schon welche gekauft?

Foto: dpa

Schon gekauft?

  • Nein! (100% )
  • Ja! (0% )
Loading ... Loading ...


Ein eher normales Weinjahr

Lese am Albtrauf  läuft noch bis Mitte Oktober – Weniger Oechsle als in den Vorjahren

Die Weinlese läuft im Landkreis Esslingen. In einem Zeitraum, in dem  in den Vorjahren die Lese schon eine Weile abgeschlossen war. Vor zwei Wochen hat die Lese begonnen, und sie soll Mitte Oktober beendet sein. „Wir haben ein eher normales Weinjahr“, stellt  Christine Anhut, die Geschäftsführerin der Weingärtnergenossenschaft Hohenneuffen-Teck, fest. „So wie es vor den heißen Jahren war.“

Entsprechend niedrigere  Oechsle-Grade erwarten die Weinbauern am Albtrauf von ihren diesjährigen Produkten. „Die Werte werden deutlich unter denen der vergangenen Jahre liegen“, ist Anhut sicher.  Es habe  in diesem Jahr doch stark an Sonne und Wärme gefehlt. Derzeit hoffen die Winzer noch auf  typisches Altweibersommerwetter: sonnige warme Tage und kalte Nächte. „Das gibt zusätzlich Aroma“, sagt Anhut.

Das „schwierige Weinjahr“ ist auch durch Unwetter und durch Schädlinge gekennzeichnet. Die Schätzungen an zu erzielender Menge habe man im Lauf der Saison zurückfahren müssen, erklärt Anhut. „Ein Hagelunwetter im Juni hat viele Trauben zerstört, vor allem bei den frühen Rotweinsorten. Ein Wengerter  in Frickenhausen hat so gut wie keinen Ertrag mehr.“

Auch Schädlinge  haben den Weingärtnern  in diesem Jahr das Leben schwer gemacht. Die Kirschessigfliege habe von der Feuchtigkeit profitiert, auch Peronospora, der Falsche Mehltau, mache den Weinreben zu schaffen, sagt Anhut. Denn auch der Mehltau entstehe in Jahren mit viel Niederschlag. Schädlinge machten Produktion und Lese   anspruchsvoll. „An den Reben hängen Trauben unterschiedlicher Reifegrade, sodass man viel verlesen und vereinzeln muss“, wie Anhut erklärt. „Manche Traube würde besser noch etwas länger hängen, aber der Druck durch die Schädlinge ist da.“

Die Wengerter von Hohenneuffen-Teck haben die Lese der frühen Roten wie Acolon, Regent, Dornfelder und Portugieser abgeschlossen und auch schon die weißen Müler-Thurgau-Trauben eingefahren. Die Weißweine sieht Geschäftsführerin Anhut mit ein wenig geringeren Oechsle-Graden ganz gut bedient: „Für die  Spritzigkeit der Weißweine ist das ja gar nicht so schlecht.“

Auch an der Limburg, Baden-Württembergs höchstem Weinberg, läuft die Lese – auch etwas früher als in den vergangenen warmen Jahren. Begonnen haben die Mitglieder des Vereins der Weinbergbesitzer am  22. September mit dem Acolon, dann ging es  weiter mit den  Sorten Müller-Thurgau, Dornfelder und Regent, Portugieser und Schwarzriesling. Am Ende dieser Woche sind dann Spätburgunder und Riesling an der Reihe. Nächste Woche sollen  alle Trauben gelesen sein.

Werner Kauderer, der Vorsitzende des Vereins, spricht von einem „schwierigen Weinjahr“. Da sei zum einen die Kirschessigfliege, die den frühen roten Sorten auf den Pelz gerückt ist. Zum anderen hat der Falsche Mehltau Probleme gemacht. Das Zeitfenster fürs Spritzen während der Blütezeit sei sehr klein gewesen, da man bei Regen nicht spritzen kann. Unterm Strich sieht Kauderer aber ein normales, und kein schlechtes Weinjahr – mit guten Weißweinen.   

„Die Winzer sind gar nicht böse darum, nach den sehr warmen und trockenen Jahren von 2018 bis 2020 wieder ein normales Jahr zu haben“, sagt auch Ernst Bücher vom  Deutschen Weininstitut. 

bob / Foto: Genossenschaft Hohenneuffen-Teck


Otto-Munz-Steg droht Sperrung

Die Reichenbacher Fußgängerbrücke über  B  10,  Fils und Bahngleise wird saniert – Mittelfristig muss neu gebaut werden

Viele Städte schlagen sich mit bröckelnden Betonbrücken herum. In Reichenbach ist es eine Holzkonstruktion, die Sorgen macht: Der Otto-Munz-Steg ist auf lange Sicht wohl nicht zu retten.  Am östlichen Ortseingang von Reichenbach empfängt die Brücke, kühn geschwungen, die Autofahrer auf der B 10. Die  Konstruktionsweise ist mindestens ungewöhnlich, wenn nicht sogar einzigartig. Architektonisch ist der Steg ein Highlight. Aber als „nachhaltig“ würde er diese Brücke nicht mehr bezeichnen, sagte Bürgermeister Bernhard Richter in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt. Zumindest nicht, wenn man die Nachhaltigkeit auf die Gemeindekasse bezieht.

Gerade mal gut 30 Jahre alt, ist der Steg schon fast an seinem Lebensende angelangt. Schäden an den Gerbergelenken, den Verbindungen zwischen den Brückenelementen, waren schon länger bekannt. Dafür gab es bereits einen Sanierungsplan. Im Zug der regelmäßig durchgeführten Prüfung stellten die Ingenieure aber 2018 zusätzlich zahlreiche Risse im Holz an der Brückenunterseite fest. Das sei nicht zwangsläufig dramatisch, sagten Christopher Grohmann und Katharina Schaller vom beauftragten Büro EHS Beratende Ingenieure. Die Entwicklung dieser Stellen müsse aber beobachtet werden.

Deshalb wurden kürzere Prüfin­tervalle angesetzt – und tatsächlich habe sich die Lage, vor allem in den vergangenen Monaten, gravierend verschlechtert. „Wenn die Ent­wicklung so linear weiterläuft“, so die Ex­perten, werde man die Brücke wohl im Februar sperren müssen. Nehme sie gar einen exponentiellen Verlauf, komme dieser Tag noch früher.

Ein Schuldiger für die Misere lässt sich aber kaum finden. Es sei immer vorschriftsmäßig geprüft worden, aber Holzbauwerke, die der Witterung ausgesetzt sind, seien unkalkulierbar, so Schaller: „Deshalb traut sich kaum jemand, so zu bauen.“ Lediglich „kurzfristige Ertüchtigungsmaßnahmen“, bei denen Schubdübel in die Konstruktion eingebracht würden, könnten die Brückensperrung verhindern. Damit sei es möglich, die Bausubstanz so weit zu sichern, dass sie noch rund zehn Jahre hält –  so lange, bis man gegebenenfalls eine alternative Brücke auf den Weg gebracht habe, sagte Grohmann. Allein für diese Maßnahme mit befristeter Wirkung müsse man nach einer  Schätzung mit Kosten von 150 000 bis 200 000 Euro rechnen, hinzu kämen Kosten für die Kontrollen.

Und noch ein paar weitere Schreckgespenster taten sich vor dem Gremium auf, schließlich überquert der Steg die B 10, die Fils und die Bahnlinie. Vor allem Arbeiten im Bereich der Gleise könnten sehr teuer kommen, sagte der Bürgermeister: Müsse  eine Bahnstrecke zeitweise gesperrt werden, koste das „ein Vermögen“.

Das waren unerfreuliche  Nachrichten für den Ausschuss. Einig waren sich alle Fraktionen, dass sie eine Fußwegverbindung im Osten der Gemeinde erhalten wollen. Der Steg führt in Richtung Freibad und Stadion und wird auch von vielen Radfahrern genutzt. „Das ist ein zentrales Element unserer Wegeführung“, meinte Matthias Weigert (Grüne). Man wolle allerdings kein Geld in ein Bauwerk stecken, dessen Tage gezählt sind, sagte Volker Hypa (CDU). Das wird sich jedoch kaum vermeiden lassen. „Wir haben eigentlich keine Alternative, weil wir sonst ab Mitte nächsten Jahres keine Brücke mehr haben“, so Richter. Die Sanierung sei „die Grundlage, um in die Planung eines Ersatzneubaus einsteigen zu können“, bestätigte Grohmann. Er halte es bei zügiger  Ausschreibung für möglich, die Arbeiten bereits im Frühjahr durchzuführen. Damit würde der Gemeinderat Zeit für „eine strategische Entscheidung“ gewinnen, meinte Karl Neher (LiGA).

Volker Hypa stellte Überlegungen an, ob ein anderer Standort für den Steg besser wäre, der jetzige scheine seiner Fraktion nicht ideal. „Eine Brücke ja, diese Brücke nein“, zog Thorsten Höger (Freie Wähler) Bilanz. Und auch Rudi Munz, der zu dem nach seinem Opa benannten Steg eine persönliche Beziehung hat, stimmte dem Vorgehen zu. 

aia / Foto: Karin Ait Atmane


Der letzte Pieks ist gesetzt

Seit 30. September sind  Kreisimpfzentren geschlossen – Impfbusse und mobile Teams unterstützen Hausärzte zunächst

Stephan Benz hat am letzten Öffnungstag in der Esslinger Zeppelinstraße, wo er eines der beiden Impfzentren (KIZ) im Landkreis Esslingen geleitet hat, abschließend Bilanz gezogen: Demnach haben dort 58 863 Menschen ihre Erstimpfung erhalten, weitere 47 672 wurden zum zweiten Mal und inzwischen auch noch 848 Frauen und Männer zum dritten Mal geimpft.

Doch das ist schon wieder Geschichte, denn am 30. September  um 17 Uhr schlossen sich die Türen in der Zeppelinstraße. Und nur drei Stunden später wurden auch im   zweiten Kreisimpfzentrum auf der    Landesmesse auf den Fildern die letzten Spritzen zur Seite gelegt. Alle Proteste der  Kreisärzteschaft und des Esslinger Oberbürgermeisters Jürgen Zieger hatten nichts genutzt: Die von der Landesregierung beschlossene Schließung aller Impfzentren im Land ist nun vollzogen worden.

Die Mutter überzeugt

Eine Punktlandung hat ein junger Mann aus Reichenbach hingelegt, der sich am Donnerstagnachmittag der vergangenen Woche seine zweite Impfung in Esslingen abholen konnte, exakt nach dem vorgesehen Abstand von sechs Wochen. „Das hat sich zufällig so ergeben“, berichtete er lächelnd. Ganz spontan ist dagegen noch eine Esslingerin mit ihrer Mutter zum Impfen vorbei gekommen. Beide brauchten nur einen Pieks, da sie bereits eine Corona-Infektion durchgemacht haben. „Ich habe meine Mutter endlich von der Impfung überzeugen können“, erzählte die junge Frau, die als Krankenschwester arbeitet. Die Mutter habe nach der Infektion unter erheblichen  Corona-Krankheitssymptomen gelitten und sich schließlich von der Tochter überzeugen lassen, dass die möglichen Nebenwirkungen nach einer Impfung vermutlich deutlich geringer ausfallen werden.

Kurz vor Schichtbeginn am letzten Öffnungstag des Impfzentrums in Oberesslingen machte ein Arzt vor dem Impfzentrum noch schnell ein Foto und sagte, er bedaure das Aus der beiden Kreisimpfzentren, denn das Ziel der Immunisierung der Menschen im Kreis sei noch lange nicht erreicht.

Das untermauern die eingangs erwähnten Zahlen,  die Stephan Benz von seinen Mitarbeitern quasi druckfrisch aus dem Rechner erhalten hat. An seinem KIZ kann es nicht gelegen haben, denn das für 750 Impfungen täglich ausgelegte Impfzentrum habe in den Stoßzeiten von April bis Juli deutlich mehr Spritzen an den  Mann und die Frau gebracht.  An Spitzentagen waren es bis zu 1400 Impfungen, die in den sechs begegnungsfrei organisierten  Impfstraßen verteilt werden konnten. In den Sommerwochen   sei der Andrang zurückgegangen, doch bis zum Schluss sind in Esslingen pro Tag im Schnitt noch rund 400 Menschen geimpft worden.

Das Aus in Esslingen sei natürlich mit viel Wehmut verbunden, denn in den vergangenen zehn Monaten habe sich seine Malteser-Mannschaft gemeinsam mit den Ärzten und dem Sicherheitspersonal zu einem super Team verbunden.  Das habe auch über die schwierige Zeit der vergangenen  Wochen geholfen. Da die Betriebseinstellung zweimal vom Land nach hinten verschoben worden war und sich Mitarbeiter beruflich teils  anders orientiert hatten,  sei es nicht einfach gewesen, die Schichten ordentlich zu besetzen.     

Seit dem 1. Oktober sollen die Impfungen gegen das Coronavirus hauptsächlich von den niedergelassenen Ärzten und den Betriebsärzten durchgeführt werden. Im Landkreis Esslingen bleibt im Oktober zudem der von den Maltesern in Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der SSB betriebene Impfbus weiter im Einsatz, um ein niederschwelliges Impfangebot in den einzelnen Gemeinden des Landkreises zur Verfügung zu stellen.

Drei Monate Übergangszeit

Die Finanzierung der Impfbusse, deren Betrieb  in das Impfkonzept des Landes eingebunden ist, ist für eine Übergangszeit von drei Monaten gesichert. Der Landkreis Esslingen hatte sich gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden für diesen Weiterbetrieb der Busse eingesetzt.

Für eine Übergangszeit von ebenfalls drei Monaten sollen außerdem mobile Impfteams die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte unterstützen. Diese können nach Bedarf von der Ärzteschaft angefordert werden, erklärt die Sprecherin des Landkreises, Andrea Wangner. Für den Landkreis Esslingen sind am Klinikum Stuttgart angesiedelte Impfteams zuständig. 

Gesundheitsminister Manfred Lucha rechtfertigt die Schließung aller Kreisimpfzentren im Land mit dem Fortschritt der Impfkampagne.  Sie erlaube zum 1. Oktober einen Paradigmenwechsel, wonach das Impfen in die Regelversorgung durch die niedergelassene Ärzteschaft übergeht. 

com / Foto: Roberto Bulgrin