Eine mächtige Metal-Welle

Im Esslinger Komma ist zum 15. Mal das Festival „Rock for One World“ gestiegen – Party wird mit der guten Sache verknüpft

Ausverkauft und doch keine volle Hütte, weniger Besucher und doch zufriedene Veranstalter, Virussorgen und doch glückliche Metal-Fans: Es sind verrückte Zeiten, die mittlerweile viel stärker von der Corona-Epidemie geprägt sind. Am 6. und 7. März fand jedoch das Festival „Rock for One World“ (ROW) noch statt. Da es die 15. Austragung war, wurde im Jugend- und Kulturzentrum Komma in Esslingen über zwei Tage bei harten Riffs und ordentlicher Lautstärke gefeiert. An beiden Tagen traten  jeweils vier Bands auf. Zunächst Tribute-Bands: „One by One“ (System of a Down), „Crazy Maiden“ (Iron Maiden), „Nitrogods“ (Motörhead) und die „Kiss Forever Band“  (Kiss). Tags darauf wurde dann wieder der typische ROW-Schwermetall-Sound bereitet, und zwar mit „Gloryful“, „Prolopower“, „MOB Rules“  und  „Victory“.

An dem Tribute-Band-Abend zelebrierten die vier Bands authentischen Sound und auch authentische Shows. Allen voran die „Kiss Forever Band“   mit den geschminkten Gesichtern. Laut Veranstalterangaben hatten die Besucher  des Öfteren den Eindruck, das Original rocken zu sehen.

Am Abend darauf heizten „Gloryful“ als Opener schon zu Beginn mächtig ein, über die Besucher schwappte eine mächtige Welle Classic Heavy Metal und Power Metal. Darauf stieg  die Esslinger Kultband „Prolopower“ auf die Bühne. Die Band um Gitarrist und Sänger Klaus Sperling machte aus dem Komma vol­lends einen Partytempel, die Veranstalter sprechen von „Metalkabarett vom Feinsten“. „MOB Rules“ waren aus dem hohen Norden angereist, mit Melodic Heavy Metal und bei bester Stimmung ging es dem Auftritt des Headliners entgegen. „Victory“ lieferten einen fulminanten Auftritt ab. Die Band um Gitarrist Herman Frank und den neuen Sänger Gianni Pontillo brachte vorrangig Songs der beiden Jubiläums-Alben „Culture Killed the Native“ sowie „Temples of Gold“. Die Musiker blicken teils auf 35-jährige Metalband-Karrieren zurück. Bei aller Routine war ihnen die Spielfreude nicht zu nehmen, das Publikum dankte es ihnen  und ging begeistert mit.

Beim ROW wird für die gute Sache gerockt, die Bands verzichten auf Gage, die Helfer arbeiten allesamt ehrenamtlich. Die Festival-Geschichte begann im Jahr 2004, die Initiative dazu entstand aus einer Katastrophe heraus. Ralf Schulz hat seinerzeit den Tsunami in Thailand überlebt und daraufhin das ROW ins Leben gerufen. Eine Woche vor dem neunten Festival starb Schulz überraschend. Doch seine Mitstreiter wollten das ROW nicht aufgeben, sie führen es in Schulz‘ Sinne weiter. Angeführt wird das Organisationsteam von Edgar Blum und Klaus Wagner. Dieses erstellt nun die Schlussrechnung und wird dann die Spendengelder überreichen. In den vergangenen Jahren wurden Projekte und Organisationen wie Wildwasser Esslingen, Hängebrücke, Aktionskreis für behinderte und nicht behinderte Menschen in Kirchheim,  Hospiz Esslingen oder auch die Weihnachtsspendenaktion der Eßlinger Zeitung unterstützt.  red / Fotos: Florian Stangl


Neutral und wohnortnah

Der Landkreis Esslingen hat das Beratungsnetz der Pflegestützpunkte enger geknüpft

Möglichst lange selbstständig in der eigenen Wohnung leben, das wünschen sich fast alle Menschen. Aber bei den meisten kommt auch irgendwann der Zeitpunkt, an dem es ohne Unterstützung nicht mehr geht. Dann stehen viele Fragen im Raum: Welche Hilfen gibt es, wer übernimmt sie und wer bezahlt dafür? Antworten bekommt man bei den Pflegestützpunkten. Sie bieten nicht nur eine erste Orientierung, wenn jemand pflegebedürftig wird, sondern versprechen eine individuelle, neutrale, umfassende, kostenfreie und vertrauliche Beratung. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen unter anderem auch, wenn es darum geht, finanzielle Hilfen zu beantragen und bestehende Angebote zu koordinieren.

Der Landkreis Esslingen hat jetzt sein Netz an Pflegestützpunkten verdichtet: Neben den sechs Standorten in den großen Kreisstädten (Esslingen, Kirchheim, Nürtingen, Ostfildern, Filderstadt und Leinfelden-Echterdingen), die schon länger bestehen, gibt es nun zehn weitere Stützpunkte in kleineren Gemeinden. Zudem ist der Esslinger Pflegestützpunkt vor wenigen Tagen in die zweite Etage  des Behördenzentrums in der  Beblinger Straße umgezogen. Die neuen Standorte sind Aichwald, Aichtal, Denkendorf, Frickenhausen, Lenningen, Neckartenzlingen, Plochingen, Reichenbach, Weilheim  und Wendlingen. Sie decken jeweils neben der Ortschaft, in der sie ihren Sitz haben, auch Nachbargemeinden mit ab. Somit können alle Bürgerinnen und Bürger mit kurzen Wegen eine neutrale Beratung in Anspruch nehmen.

Ausgewählt wurden die Standorte nach ihrer Lage, aber auch nach der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln und nach barrierefrei zugänglichen Räumen. Neben festen Sprechzeiten im jeweiligen Pflegestützpunkt besteht die Möglichkeit, einen Termin für einen Hausbesuch zu vereinbaren. Ebenso ist telefonische Beratung möglich. Schwerpunkt der Pflegestützpunkte ist zwar die Beratung für die Pflege im Alter, aber grundsätzlich stehen sie Menschen aller Altersgruppen offen. So können sich beispielsweise auch Eltern von Kindern mit einer Behinderung beraten lassen. In jedem Fall geht es um sämtliche Fragen zur pflegerischen Unterstützung und Versorgung wie die Möglichkeiten der häuslichen Pflege, Pflegeversicherungsleistungen, Hilfsmittel im Haushalt, Unterstützung bei der Suche nach einem Pflegeheim oder Möglichkeiten der Entlastung für pflegende Angehörige. Gegebenenfalls stellt der Pflegestützpunkt Kontakt zu weiterführenden Beratungsstellen her, denn er ist mit den bestehenden Strukturen verknüpft.

Der Kreistag hatte im April 2019 einstimmig grünes Licht für den flächendeckenden Ausbau der Pflegestützpunktberatung gegeben. Finanziert werden die neuen Stützpunkte jeweils zu einem Drittel vom Landkreis, den Pflegekassen und den Krankenkassen. Die Zahlen sprechen für sich: Zum einen bringt die demografische Entwicklung eine immer älter werdende Gesellschaft mit sich, wobei insbesondere die Zahl der Menschen im Alter über 80 Jahren weiter steigen wird. In dieser Altersgruppe ist der Pflegebedarf naturgemäß besonders groß. Zudem wurde festgestellt, dass im Landkreis zwei Drittel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Sie und ihre Angehörigen angemessen zu unterstützen, ist das zentrale Ziel der Pflegestützpunkte.  aia / Foto: dpa

Info: Die Kontaktdaten und Ansprechpartner vor Ort findet man auf den Internetseiten des Landkreises unter www.landkreis-esslingen.de/pflegestuetzpunkte. Dort kann man eine Karte mit Standorten und zugehöriger Raumschaft aufrufen.


Abgestimmt

In Zeiten der Corona-Pandemie wird Reisen zum Risiko und vielfach untersagt – wie lange, ist nicht abzusehen.  Wie ist es bei Ihnen, haben Sie den Oster-, Pfingst- oder Sommerurlaub schon gebucht?

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Positive Impulse

ECHO-Messe Aktiva im Esslinger Alten Rathaus informiert zu Gesundheit, Wellness, Mobilität und Vorsorge

Die Messe Aktiva des Wochenblatts ECHO hat sich in den vergangenen Jahren einen Stammplatz im Veranstaltungskalender der Region gesichert. 21 Aussteller präsentierten in diesem Jahr in der Schickhardt-Halle und im Bürgersaal des Alten Rathauses in Esslingen Angebote aus den Bereichen Gesundheit und Wellness, Vorsorge,  Lebensplanung und positive Impulse für ein unbeschwertes Älterwerden. Zwar wurden in diesem Jahr – mutmaßlich wegen der Sorge um eine Ansteckung mit dem Corona-Virus – etwas weniger Besucher als in der Vergangenheit verzeichnet, doch sowohl die Anbieter als auch  ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol waren zufrieden mit dem Zuspruch.

Eine gute Mischung

„Wir haben wieder eine gute Mischung aus bewährten  Ausstellern und Anbietern, die zum ersten Mal dabei sind, gefunden“, sagte Andrea Gisdol mit Blick auf die 21 Informations- und Beratungsstände, die im Esslinger Alten Rathaus  auf zwei Etagen sowie auf dem Rathausplatz aufgebaut waren. Wie in den vergangenen Jahren waren ausschließlich regionale Anbieter vertreten, die teilweise ihre Informationen zu Gesundheit, Wellness, Altersvorsorge oder Zukunftssicherung zusätzlich noch bei Fachvorträgen in kompakter Form vertieften.

Dass etwas weniger Besucher  als in der Vergangenheit gezählt wurden, hatte auch eine positive Seite: Dank weniger Gedränge an den Ständen blieb mehr Zeit für individuelle Beratung und Informationsgespräche. „Nicht überlaufen, mit guten Gesprächen,  und unter dem Strich etwas ruhiger als im Vorjahr, aber qualitativ genauso hochwertig“, bilanzierte Andrea Gisdol.

Dies bestätigten auch die Aussteller. „Natürlich könnte der Besuch etwas besser sein, aber das Ambiente ist gut, die Besucher sind interessiert und wir sind insgesamt zufrieden“, sagte etwa Britta Goll aus Kirchheim, die Raumreinigungssysteme präsentierte. Guten Zuspruch verzeichnete auch die Heilpraktikerin Angelika Burra aus Aichwald, die über die Entstehung von Erkrankungen und mögliche  Heilverfahren informierte. Dabei zog besonders ihr Demonstrationsobjekt, das Modell eines menschlichen Skeletts, etliche Besucher an ihren Stand. Zufrieden war auch Ümit Simsek, Vertreter von Riedl-Aufzüge in Metzingen. Das Unternehmen stellte Aufzüge für den Einbau ins Eigenheim vor, mit denen ältere Menschen  länger in ihrem  Umfeld leben können. „Es ist gut, dass wir hier sind. Wir konnten zeigen, was es für Möglichkeiten gibt“, sagte Simsek.

Guten Besuch verzeichneten auch die Aussteller, deren Angebote Erleichterungen bei eingeschränkter Mobilität oder nachlassendem Hör- oder Sehvermögen im  Alter versprachen. „Ich bin überrascht, wie viel Zuspruch wir haben“, sagte Gertrud Lorentz am Stand des Blinden- und Sehbehindertenverbands Baden-Württemberg. Dort gab es Informationen zur Vorbereitung auf Sehbehinderungen im Alter, zu Hilfsmitteln und barrierefreiem Wohnen sowie einen Sehtest.

Der Stand des Fahrradhändlers Walcher aus Deizisau vor dem Alten Rathaus, an dem Elektrofahrräder präsentiert wurden, wirkte auch als Besuchermagnet für die Messe. „Ich wäre sonst wahrscheinlich vorbeigegangen“, sagte Christian Heilemann, der nach seinem Rundgang „sehr überrascht von der Vielfalt“ war und sich einige Infos und Prospekte eingesteckt hatte. Für Andrea Gisdol war damit ein wichtiges Ziel der Messe erreicht. „Das ermöglicht weitere Gespräche und Kontakte über den Tag hinaus“, sagte sie.  pst / Foto: pst


Lob für Kompromissbereitschaft

Denkendorfer Gemeinderat billigt Übereinkommen  mit Bürgerinitiative zum Wohngebiet „Wasserreute“

Der Bürgerentscheid über das geplante Wohngebiet „Wasserreute“ in Denkendorf ist vom Tisch. Einstimmig hat der Gemeinderat dem Kompromissvorschlag zugestimmt, den die Verwaltung gemeinsam mit Vertretern der Initiative, die sich wegen des Flächenverbrauchs und der zusätzlichen Verkehrsbelastung gegen das Vorhaben wendet, ausgearbeitet hat. Die Zustimmung des Gemeinderats war Bedingung dafür, dass die Bürgerinitiative ihren Antrag auf ein Bürgerbegehren zurückzieht. Dies hatten die Vertrauenspersonen bereits im Vorfeld durch ihre Unterschrift zugesichert.

Gut 700 Unterschriften –  und damit mehr als für einen Bürgerentscheid erforderlich  – hatte die Initiative gesammelt, jedoch immer auch einen Kompromiss angestrebt. Dieser sieht nun unter anderem vor, dass die Fläche für die Bebauung von 2,5 auf gut 1,5 Hektar verkleinert und auf den westlichen Teil des Gebiets beschränkt wird. Die Gemeinde verzichtet darauf, auf dem ihr gehörenden Grundstück im Osten des Gebiets Mehrfamilienhäuser zu erstellen. Damit entfällt auch eine Verkehrserschließung über die Straßen Lange Äcker und Wasserreute, gegen die sich Anwohner wegen der Verkehrsbelastung gewandt hatten. Das reduzierte Wohngebiet werde lediglich über die Uhlandstraße erschlossen, versichert Bürgermeister Ralf Barth.

Auch die Anordnung der Gebäude wird verändert. Dreigeschossige Mehrfamilienhäuser sollen nun entlang der Uhlandstraße und entlang der künftigen Ortsrandkante entstehen, während die niedrigeren Gebäude entlang der Straße Lange Äcker gebaut werden. Auch dies war ein Anliegen der Anwohner. Insgesamt sieht die Planung einen Mix aus Geschosswohnungsbau, Reihen- und Einzelhäusern vor. Rund 110 Wohneinheiten könnten so entstehen. Die Gemeinde muss allerdings nicht komplett darauf verzichten, geförderten beziehungsweise  sozialen und damit bezahlbaren Wohnraum zu realisieren. Gut ein Viertel des verbleibenden Grundstücks ist in kommunaler Hand. Dort könnten zwei Mehrfamilienhäuser erstellt werden, sagt Barth.

Im Rahmen eines Mobilitätskonzepts will die Gemeinde darauf hinarbeiten, dass die Wohngebiete Lange Äcker und Wasserreute besser an den öffentlichen Nahverkehr angebunden werden. Bisher liegen sie im Abseits der Buslinie 119. Diese könnte künftig über die Uhlandstraße geführt werden, so der Bürgermeister.

Dass die gefundene Lösung auf Vertrauen basiert, zeigt die Einschätzung des Esslinger Landratsamts und des Vereins „Mehr Demokratie“. In einer Stellungnahme schreiben sie, streng formalrechtlich handle es sich nur um eine Absichtserklärung des Gemeinderats gegenüber den Vertrauenspersonen und nicht um eine rechtlich einklagbare Zusicherung. Würde ein Gemeinderat jedoch später wieder anders entscheiden, entgegen der Vereinbarung, „wäre es im Fall eines freiwillig zurückgezogenen Bürgerbegehrens sicher ein ganz erheblicher Vertrauensbruch mit letztlich gravierenden Folgen für die politische Kultur einer Gemeinde“. Könnten sich Vertrauenspersonen nicht auf derartige Zusicherungen verlassen, seien Kompromisse für die Zukunft faktisch unmöglich.

Die Fraktionen im  Gemeinderat zeigten sich mit der Kompromisslösung zufrieden. Diese diene vor allem dem Frieden am Ort. Ein Bürgerentscheid hätte die Denkendorfer eher entzweit, so die Befürchtung. Und keine der beiden Seiten hätte sicher sein können, ob sie am Ende nicht mit leeren Händen dasteht. Auch der Bürgermeister ist sehr zufrieden über die Entwicklung. „Es war ein gutes und konstruktives Miteinander. Beide Seiten mussten Federn lassen, aber das ist eben auch Sinn eines Kompromisses“, sagt Barth.  urh / Foto: urh


Bauarbeiten in den Schulferien

Kreisstraße zwischen Krummhardt und Aichelberg erhält neuen Belag – Radweg-Sanierung in Planung

Autofahrer müssen sich in Aichwald in diesem Jahr auf Behinderungen einstellen. Der Grund: Die Kreisstraße zwischen den Ortsteilen Krummhardt und Aichelberg bekommt vom Landkreis einen neuen Belag spendiert. Wann die Bauarbeiten genau beginnen, hängt davon ab, wie lange die Gemeinde Aichwald dafür braucht, die Wasserleitungen in der Schurwaldstraße in Aichelberg (zwischen  Feldkirche und  Schule) auszutauschen und die damit zusammenhängenden Hausanschlüsse zu erneuern. Danach erhält das 400 Meter lange Straßenstück auch noch einen neuen Belag. Die Bauarbeiten dafür werden nach Angaben von Harald Stephan, dem Projektleiter im Esslinger Landratsamt, voraussichtlich im April beginnen. Erst wenn diese Arbeiten abgeschlossen sind – der Verkehr soll während dieser Zeit innerörtlich umgeleitet werden – soll die Kreisstraße 1212 zwischen Krummhardt und Aichelberg ihren neuen Belag erhalten, voraussichtlich während der Pfingst- oder Sommerferien.

Ansgar Voorwold, der Leiter des Aichwalder Bau- und Umweltamts, verweist auf die Vorgabe der Gemeinde, dass auf alle Fälle nur während der Schulferien gearbeitet werden darf und nur zu Zeiten, in denen auch die Kernzeitbetreuung geschlossen hat. An den Stellen, wo der Unterbau der Kreisstraße erneuert werden muss, soll laut Voorwold eine Ampel den Verkehr einspurig an der Baustelle vorbeileiten. Um am Ende auf der gesamten Strecke den Belag zu erneuern, wird die Straße voraussichtlich für mindestens vier Tage lang voll gesperrt. Während dieser Zeit soll der Durchgangsverkehr in Richtung Remstal großräumig über Kernen umgeleitet werden.

Die Baumaßnahmen sind Teil der sogenannten Gesamtkonzeption Radinfrastruktur K 1212 des Landkreises, die vor allem zum Ziel hat, die Radwegeverbindung von Aichwald hinunter ins Remstal zu verbessern. Deshalb soll auch der Radweg entlang der Kreisstraße erneuert werden. Zwischen Krummhardt und dem Wanderparkplatz Drei Linden – der liegt auf halber Strecke nach Aichelberg –  ist das kein Problem, denn der Weg ist mit einer Breite von etwas mehr als zwei Metern groß genug für Radler. Problematisch ist die Strecke zwischen dem Wanderparkplatz und Aichelberg. Dort ist der bestehende Radweg zu schmal und kann wegen der Topografie des Geländes auch nicht verbreitert werden. Deshalb hat das Landratsamt die geplante Asphaltierung des Radwegs erst einmal gestoppt.

Die SPD-Fraktion im Aichwalder Gemeinderat hat kürzlich im Rahmen der Haushaltsplanberatungen vorgeschlagen, stattdessen den etwas von der Straße abgerückten Feldweg zum Radweg auszubauen. Doch ist dafür eigentlich nicht der Landkreis zuständig, und die Frage, wer das bezahlen soll, muss zuerst noch geklärt werden. Ebenso braucht es dafür eine naturschutzrechtliche Erlaubnis, und das Verfahren ist langwierig. Für Voorwold ist die Situation indes mehr als unbefriedigend. „Wenn das Land das Radwegekonzept ernst nimmt, braucht es dort einen durchgehenden Radweg“, sagt er. Skeptisch ist der Aichwalder Bauamtsleiter im Hinblick auf den Antrag der Aichwalder SPD-Ratsfraktion, den Radweg zwischen Krummhardt und Aichelberg durchgängig zu beleuchten, denn auch dafür wäre laut Voorwold eine naturschutzrechtliche Erlaubnis notwendig. Und die Gemeinde müsste das Projekt selbst finanzieren.  aka / Foto: aka


Abgestimmt

Die Bundesregierung will mehrere Hundert  Minderjährige aus den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland nach Deutschland holen. Ist das die richtige Antwort auf den neuerlichen Flüchtlingsstrom?

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Grundlegende Säulen des Lebens

Messe Aktiva am 7. März im Alten Rathaus in Esslingen –  Für Menschen in den besten Jahren

Das Wochenblatt ECHO lädt ein zur Trendmesse  Aktiva am 7. März, 9 bis 17 Uhr,  im Alten Rathaus in Esslingen. Die Messe bildet den Auftakt zu den ECHO-Sonderveranstaltungen in diesem Jahr.

Sie hat sich in den zurückliegenden Jahren etabliert und ist mittlerweile fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders: die „Aktiva“. Die vom Wochenblatt ECHO organisierte Messe thematisiert am Samstag, 7. März, erneut die grundlegenden Säulen im Leben: Gesundheit, Wohlbefinden, Sicherheit, Vorsorge und Zukunftsplanung. Das kommt beim Publikum gut an, das schon in den vergangenen beiden Jahren die seitdem bespielten Räume im Esslinger Alten Rathaus rege besuchte. Rund 20 Aussteller auf zwei Etagen sind in diesem Jahr dabei – kompakt zusammengefasst auf einen Veranstaltungstag.

Hoher Anspruch

„Wir haben einen hohen Anspruch an die Veranstaltung“, stellt ECHO-Verkaufsleiterin Andrea Gisdol klar. „Es geht darum, das Leben in jeder Phase positiv zu gestalten. An dieser Stelle wollen wir unterstützen und neue Impulse vermitteln.“ Vertreten sind bei der Messe Aussteller, die mit soliden, bewährten und auch neuen Konzepten Menschen auf diesem Weg begleiten und anregen. Die Aussteller kommen aus der näheren Umgebung und vertreten die Branchen Gesundheit, Wellness, Vorsorge, Lebensplanung, Sicherheit, Wohnen, Hygiene, Fitness, Beauty, digitales Leben, Mobilität und Senioren – kurzum: Die „Aktiva“ richtet sich an Menschen in den besten Jahren und bietet ein Potpourri an Angeboten, die helfen, das Leben positiv und selbstbestimmt zu gestalten. Der lockere Aufbau der Stände im Alten Rathaus lässt viel Raum um zu schlendern und zu schauen, aber auch, um sich in Gesprächen und bei Testaktionen über die Angebote der Betriebe zu informieren.

Auch in anderer Hinsicht gibt es eine interessante Mischung: Neben etlichen Stammausstellern, die stets dabei waren oder seit etlichen Jahren mitmachen, gibt es Anbieter, die erstmals auf der „Aktiva“ vertreten sind. Das erweitert das Spektrum und gibt dem Angebot mehr Tiefe.

Attraktive  Location

„Die Location Altes Rathaus tut der Messe sehr gut“, betont Andrea Gisdol. „Wir waren alle positiv überrascht, wie gut das angekommen ist.“  Die besondere Atmosphäre des mittelalterlichen Gebäudes habe viel zum Wohlfühlen beigetragen.

Als weitere Vorteile nennt Gisdol die zentrale Lage des Gebäudes und dessen gute Erreichbarkeit. So wurde und wird auf ein direktes Catering in den Rathaus-Räumen verzichtet, da in der Nachbarschaft zahlreiche Cafés, Bistros und Restaurants zu finden sind.  Und am Samstag können Besucher ihren Gang zum Wochenmarkt mit einem Besuch der „Aktiva“ verbinden.

Vortragsprogramm

Wie immer darf das Publikum bei der „Aktiva“ auch weiterführende Informationen erwarten. Bei der Messe wird dies gemeinhin mit Vorträgen gemacht. Im Obergeschoss des Alten Rathauses werden dem Publikum die Referate der Aussteller präsentiert. So werden Fragen zur Nahrungsmittelunverträglichkeit beantwortet. Guter Schlaf, Rückengesundheit, Ruhestandsplanungen, gesundes Wasser, Begleitung im Alter und  Erben und Vererben  sind die Themen weiterer Vorträge.  ras / Foto: bob

Info: Messe Aktiva, Altes Rathaus in Esslingen, Samstag,  7. März, 9 bis 17 Uhr (www. ihr-wochenblatt-echo.de).


Fast 50 Millionen Euro

Großer Sanierungsbedarf am Gymnasium Plochingen – Mehrjährige Bauzeit – Umlandkommunen verweigern Beteiligung

Es ist die größte Sanierung, die die Stadt Plochingen je gestemmt hat: Für 48,2 Millionen Euro muss sie ihr Gymnasium, das zweitgrößte im Land, auf Vordermann bringen. Vom Land erwartet sie dabei eine Förderung über 12,3 Millionen Euro und hofft auf weitere Zuschüsse. Die Nachbarkommunen lehnen eine finanzielle Unterstützung bislang ab.

Im Jahr 1968 – das Gymnasium Plochingen bestand damals schon vier Jahre – wurde der Hauptbau der Schule eingeweiht. Sie wuchs und wuchs, was zu diversen An- und Umbauten führte. An allen Gebäudeteilen besteht nun Sanierungsbedarf, mal größer, mal kleiner. Es geht um Themen wie Brandschutz und Fluchtwege, Barrierefreiheit, Decken und Fassade, Fenster, Beton oder auch die Elektrik. Das Mängelpaket ist beachtlich. Zudem hat das sechszügige Gymnasium Bedarf an weiteren Räumen. Lediglich die große Sporthalle wurde schon vor einigen Jahren saniert und ist ausgenommen.

Der erste Bauabschnitt, der noch in diesem Jahr beginnen soll, betrifft den Kupferbau aus den 70er-Jahren, unter dessen Dach sich Fachräume und Klassenzimmer befinden. Sie sollen kommenden Sommer in den Nebenbau der derzeitigen Realschule umziehen. Die Realschule selbst tauscht im Vorfeld ihr Gebäude mit der Burgschule, die etwas weniger Schülerinnen und Schüler hat – so wird die Interimslösung fürs Gymnasium überhaupt erst möglich.

Parallel zur Sanierung des Kupferbaus von 2020 bis 2022 wird angrenzend an den Hauptbau des Gymnasiums ein Neubau mit zusätzlichen Klassenräumen gebaut. Zuvor muss aber der dort bestehende eingeschossige Sheddachbereich mit seinen Computerräumen abgerissen werden. Ein Aufzug soll später sowohl den Haupt- als auch den vierstöckigen Neubau erschließen. Danach, ab Mitte 2022, geht es an die Kernsanierung des zentralen Hauptgebäudes samt seiner Außenhülle. Und das ist noch nicht alles: Auch der Oberstufenbau an der Tannenstraße, die Hausmeisterwohnung, die Kleinturnhalle und der Unterstufenbau werden generalüberholt. Sie seien im Sanierungsbeschluss schon enthalten, erklärt Kämmerer Michael Hanus, die Details würden aber möglicherweise von dem städtebaulichen Wettbewerb beeinflusst, der für den gesamten Schulcampus ausgelobt wird.

Die Kosten fürs Gesamtpaket waren vergangenen Sommer auf 58,3 Millionen Euro veranschlagt worden. Inzwischen wurden die Kosten um zehn Millionen Euro reduziert, in einem durchaus schmerzhaften Prozess, wie Bürgermeister Frank Buß betont. Aber anders wäre das Projekt für die Stadt Plochingen nicht zu stemmen; sie kommt auch so an ihre Grenzen. Wenn sie keine weiteren Geldquellen erschließen kann, ist eine Neuverschuldung von insgesamt 22 Millionen Euro erforderlich, die sich auf drei bis vier Jahrzehnte jährlich mit 1,55 Millionen Euro im Haushalt niederschlagen wird. Sollten die Steuereinnahmen schrumpfen, könnte das schnell zum Problem werden.

Momentan hofft Plochingen noch auf weitere Zuwendungen vom Land – oder doch von den Nachbarkommunen, deren Jugendliche einen erheblichen Teil der Schülerinnen und Schüler am Gymnasium stellen. Mit diesem Vorstoß wie auch dem zur Gründung eines gemeinsamen Schulverbandes ist die Stadt allerdings bislang gescheitert. Die Nachbarorte setzen sich, teilweise mit Empörung, zur Wehr: Dann könnte man ja bei jeder Einrichtung, die überörtlich genutzt werde, die anderen mitzahlen lassen, so ihr Argument. Der Vorwurf, dass die Sanierung wegen des G9-Modellversuchs in Plochingen so teuer wird, entspricht allerdings nicht den Tatsachen: Das genehmigte Raumprogramm ist auf ein achtjähriges Gymnasium ausgelegt; den zusätzlichen Bedarf aufgrund von G9 muss die Schule organisatorisch selbst lösen.  aia / Foto: aia


Vesperkirche abgesagt

Das Coronavirus treibt die Menschen um und bereitet Veranstaltern Sorge. Um eine Ausbreitung einzudämmen wird mancherorts geraten, Veranstaltungen mit größeren und großen Menschenmengen zu unterlassen. Das hat auch in Esslingen Auswirkungen: Die Vesperkirche, die vom 8. bis 29. März  geplant war, ist abgesagt worden. Benefizveranstaltungen in deren Rahmen finden allerdings statt.

Zum zwölften Mal sollte es in der Frauenkirche eigentlich „Gemeinsam an einem Tisch“ heißen. Schweren Herzens, so heißt es in einer Pressemitteilung, haben die Veranstalter – die Evangelische Gesamtkirchengemeinde und der Kreisdiakonieverband  Esslingen – entschieden, die Vesperkirche abzusagen. Der Schutz von Gästen, Haupt- und Ehrenamtlichen gehe vor.

„Wir können den Verlauf der Coronaepidemie nicht voraussagen, aber wir können verantwortlich handeln“, sagt Eberhard Haußmann, der Geschäftsführer des Kreisdiakonieverbands. Dekan Bernd Weißenborn verweist darauf, dass während der Vesperkirche  mehrere hundert Gäste und Ehrenamtliche auf engem Raum zusammen sind. „Da möchten wir kein Risiko eingehen.“  Spenden, die bereits eingegangen sind oder noch eingehen werden, werden für die Vesperkirche 2021 zurückgelegt.  red