Vielfältig und attraktiv

Bei der Reisemesse CMT  präsentiert sich der Landkreis Esslingen  mit Partnern – Alb-Card vorgestellt

Bei der diesjährigen Tourismusmesse CMT auf den Fildern präsentiert sich auch wieder der Landkreis Esslingen als touristisches Ziel – gemeinsam mit dem   Freilichtmuseum Beuren unter dem Dach  des Schwäbischen Albtourismusverbands in Halle 6. Dort wird für die  touristischen Ziele  in und um die 44 Städte und Gemeinden des Landkreises und für das Freilichtmuseum geworben.

Und das offenbar mit Erfolg, denn die Gästezahlen sprechen für sich: Die Auslastung der Hotels im Landkreis ist mit 43,7 Prozent gegenüber rund 36 Prozent in den übrigen Landkreisen überdurchschnittlich hoch, wie Peter Keck, Landkreissprecher und Leiter der Abteilung Tourismusförderung  im Landratsamt, erklärte. „Das bedeutet, dass 30 Prozent der Übernachtungen in der Region Stuttgart im Landkreis Esslingen stattfinden“, sagte Keck. Im vergangenen Jahr haben die Hoteliers im Kreis bis zum November rund 1,5 Millionen Übernachtungen registriert. Das liege zwar leicht unter dem Vorjahreswert, aber mit den Zahlen aus dem Dezember erwartet Keck erneut ein gutes Ergebnis. Im Kreis Esslingen sind dem vergangenen Jahr  500 neue Übernachtungsmöglichkeiten dazugekommen, insgesamt verfügt der Landkreis über 9148 Hotelbetten.

Für Keck stellt  der Landkreis ein bedeutendes Naherholungsgebiet in der Region Stuttgart dar. „Die abwechslungsreichen Naturräume und Landschaften bieten für jeden etwas“, betonte er. Die vielfältigen Möglichkeiten, sich zu betätigen,  und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten finden ihren Niederschlag in den neuen Broschüren und Faltblättern, die an den einzelnen Ständen auf der CMT ausliegen. Neue Führungen, Wanderungen,  Radtouren für Genießer, Sportliche oder für Kinder, Handwerk und Kunst  sind die Themen.

Die Stadt Esslingen stellt neue Führungen vor und verweist auf das Podium-Festival für neue Musik. Plochingen widmet sich „25 Jahre Hundertwasserhaus“, Leinfelden-Echterdingen zeigt sich als Messestadt, Filderstadt als Sport- und Bäderstadt.  Nürtingen stellt sich wiederum als Hölderlin­stadt vor und Kirchheim  bewirbt seine historischen Rundgänge. Im Albvorland steht Beuren mit dem Freilichtmuseum,  der Panoramatherme und seinem historischen Ortskern im Vordergrund; Beuren  darf sich offiziell „Ort mit Heilquellen-Kurbetrieb“ nennen. Neuffen wird seine Wohnmobilstellplätze auf 24 erhöhen, wie Bürgermeister Matthias Bäcker ankündigte. Das Beurener  Freilichtmuseum will sein 25-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Veranstaltungen feiern.

Neu aufgelegt wurde auch die Broschüre „Regional einkaufen, genießen und erleben“. Mit der Alb-Card wird für  die Schwäbische Alb ab dem 1. April eine Gästekarte geschaffen, die verschiedene touristische Angebote bündelt und Vorteile für Übernachtungsgäste in der Region beinhaltet, wie etwa kostenlose Führungen oder  freien Eintritt ins Freilichtmuseum. Card-Inhaber nutzen auch den öffentlichen Nahverkehr der Alb umsonst. „Die Alb-Card gilt insgesamt für 85 Sehenswürdigkeiten und  Events, 110 Gastgeber haben sich bereits angeschlossen“, erklärte  Birgit Karl vom Schwäbische Alb Tourismusverband. Im Aufwind zeigt sich  das Projekt „Hochgehberge“ der Kreise Esslingen und Reutlingen, des Landes  sowie  touristischer Verbände und 19 Kommunen.  21 Wandertouren, teilweise als Premiumwanderwege zertifiziert, sind in einer Broschüre zusammengefasst. bob / Fotos: bob


Für Ohr und Auge

Konzerte, Installationen, Performances: Tonart-Festival  vom 16. bis 22. Januar in Esslingen

„Tonart – Esslingen Ears and Eyes“ nennt sich das Festival zeitaktueller Musik, das vom  16. bis 22. Januar  stattfindet und internationale Künstler in Esslinger Locations  lockt. In acht Veranstaltungen gibt es Kunstformen wie Konzerte, In­stallationen und Performances. Bei dem Zusammenspiel von Musik und visuellen Künsten steht besonders die junge Szene im Vordergrund.

Es ist die mittlerweile zwölfte Auflage des Festivals. „Der multimediale Aspekt  ist in den vergangenen Festivals zwar  immer wieder aufgetaucht, allerdings nicht schwerpunktmäßig wie dieses Mal“,  erklärt Albrecht Imbescheid, der künstlerische Leiter der  Tonart. Schon  1998, beim ersten Festival  unter dem  Motto „Musikalische Übergriffe“, sei der  Blick zu den benachbarten Künsten gegangen.

Das Festival startet am Donnerstag, 16. Januar, 20 Uhr, im Kulturzentrum Dieselstraße mit dem „Nadar Ensemble“ für Performance und zeitgenössische Musik  aus Belgien, das sein Programm „Doppelgänger“ präsentiert.  Im Mittelpunkt stehen Kompositionen der jüngsten Generation  unter Einbeziehung  neuester multimedialer Techniken, basierend auf dem im Jahr 1900 entstandenen experimentellen Film „L’homme orchestre“, der das Duplizieren thematisiert.

Am Sonntag, 19. Januar, 15 Uhr, bespielt das „Ensemble mixed sound personell“ die Finissage der Ausstellung Hans Erich Slany in der Villa Merkel mit einem  Konzert, bei dem unter anderem Exponate als Musikinstrumente zum Klingen gebracht werden  – zum  Beispiel mit John Cages „Living-Room-Music“.

Das siebenköpfige, deutsch-isländische Ensemble „Adapter“ gestaltet das Konzert am Samstag, 25. Januar, 19 Uhr, im Münster St. Paul. Die Stücke  kommen aus der Komponistenklasse von  Arnulf Herrmann, dem Professor an der Hochschule für Musik in  Saarbrücken.  Farben sind das Thema des multimedialen Abends am Sonntag, 2. Februar, 17 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus am Blarerplatz. Das Tonart-Ensemble reflektiert Farben in Musik, Film und Improvisation. Musik und Farbe interagieren live.

Der Stummfilm  „Orlacs Hände“ aus dem Jahr  1924 gehört zu den Klassikern des Horrorfilms. Die digital restaurierte und neu vertonte Fassung wird am Sonntag, 9. Februar, 19 Uhr, im Kommunalen Kino  gezeigt. Die neue Musik zum Film stammt vom international gefragten Komponisten  und Dirigenten Johannes Kalitzke. Die Stadtkirche St. Dionys  ist am Samstag, 15. Februar, 19.30 Uhr, Schauplatz für „Ewige Wege“ im Rahmen der  Stunde der Kirchenmusik. Den visuellen Kontrapunkt setzen Objekte des Esslinger Künstlers Matthias Kunisch und eine Tanzperformance. In loser Fortsetzung der „Ewigen Wege“  greift  die Veranstaltung am Sonntag, 16. Februar, 17 Uhr, in der Villa Nagel Themen wie Erinnerung, Bewusstsein und Wahrnehmung auf. An diesem Abend tritt das  Objekt „Kubus“ des Künstlers Kunisch in Wechselwirkung mit Klanginstallationen von Christian Pfeiffer. Die Villa Nagel wird bereits im Vorfeld geöffnet sein: Die Besucher sollen so Einblicke in die  Zusammenarbeit  der Künstler, die Entstehung von Kompositionen und Installationen gewinnen.

Das Abschlusskonzert von „Ears and Eyes“ findet am Samstag, 22. Februar, 20 Uhr, im Kulturzentrum Dieselstraße statt. Das Spannungsfeld von Musik und Bild steht dabei im Vordergrund. Die Tonart-Mitglieder Felix Muntwiler und Klaus Dreher sind  mit eigenen Werken beteiligt.  bob / Foto: Alicja Wroblewska

Info: Tonart-Karten kosten zwischen fünf und 18 Euro, einige Veranstaltungen sind frei. Vorverkauf für Veranstaltungen in der Dieselstraße:  www.dieselstrasse.de; im Kommunalen Kino  Telefon: 07 11/ 31 05 95 10, www.koki-es.de oder an der Kinokasse; für die Villa Nagel unter tonart-esslingen@t-online.de (www.tonart-esslingen.de).  


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A 8 zurück in ursprünglicher Lage

Bahn-Tunnel für die Trasse Stuttgart–Ulm  bei Denkendorf weitgehend fertig

Die Deutsche Bahn hat den Bau des Tunnels Denkendorf weitgehend abgeschlossen – und das im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen. Durch den Tunnel wird künftig die Neubaustrecke Stuttgart– Ulm in der Nähe der Raststätte unter der A 8 hindurchführen. Kurz vor Weihnachten ist die Autobahn in ihre Ausgangslage zurückgelegt worden.

Der Bau des 768 Meter langen Tunnels  im Bereich der Tank- und Rastanlage Denkendorf hat im August 2015 begonnen. Der Tunnel wurde in offener Bauweise erstellt. Dafür wurden die Fahrspuren der Autobahn mehrfach verlegt. Nicht ohne Stolz verweist die Bahn darauf, dass während der gesamten Bauzeit die Anzahl der Fahrstreifen  – jeweils drei – aufrechterhalten wurde. Insgesamt wurden im Tunnel Denkendorf 4600 Tonnen Stahl und 35 000 Kubikmeter Beton verbaut.

Trotz dieser  Dimensionen: Die  Züge werden nach Fertig­stellung der Trasse  in Sekunden durch den Tunnel rasen. Die Schienen der neuen ICE-Verbindung werden wohl erst vom Herbst 2021 an verlegt. Der Tunnel wurde nicht  bergmännisch gegraben, sondern in Tagebauweise erstellt. An der dünnsten Stelle liegen nur zwei bis drei Meter zwischen der Tunneldecke und der Fahrbahnoberfläche der A 8. In zwei Bauabschnitten wurden die Arbeiten erledigt – von August 2015 bis Dezember 2017 und  ab Jahresbeginn 2018 bis jetzt, dabei wurde die Autobahn sieben Mal verlegt. Zwei Baugruben wurden ausgehoben, dann wurde die Rahmenkonstruktion  errichtet. Notausgänge mussten in den 768 Meter langen Tunnel  nicht eingebaut werden, diese sind erst ab einer Länge von 1000 Metern vorgeschrieben.

Geht es nach den Plänen der Bahn, rollt im Dezember 2025 der erste Zug durch den Tunnel. Dieser ist zweigleisig zu passieren, nach Bahnangaben können Regionalzüge,  ICE oder auch Güterzüge dort verkehren. Mit dem ICE soll die Strecke Stuttgart–Ulm dann in einer halben Stunde bewältigt werden. Auf der Autobahn rollt der Verkehr nun auch in Richtung München wieder wie vor den Bauarbeiten. Die Spuren der Gegenrichtung befinden sich bereits seit November  wieder in ihrer ursprünglichen Lage.  red / Foto: bul


Umstiegsangebot an Senioren

Bei Führerscheinrückgabe gibt es ein VVS-Jahresticket

Führerschein gegen VVS-Jahresabo: Auf diese Formel lässt sich das Angebot bringen, das seit Beginn des Jahres 2020 im Landkreis Esslingen gilt. Anmelden hierfür kann man sich seit Anfang November. In den ersten gut drei Wochen wurden bereits mehr als 200 Anträge gestellt, was die Verantwortlichen beim Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) und beim Landratsamt zufrieden stimmt.

Seit 1. Januar erhalten Senioren beim freiwilligen Verzicht auf die Fahrerlaubnis und bei Rückgabe des Führerscheins ein kostenloses  VVS-Jahresticket. Das Ticket wird  im Scheckkartenformat („Polygocard“) für zwölf Monate ausgegeben. Der Landkreis Esslingen und die Verkehrsunternehmen teilen sich die Kosten hierfür. Nach einem Jahr geht das Ticket in ein reguläres, kostenpflichtiges Abo über, sofern nicht fristgerecht gekündigt wird. Man kann aber auch wieder den  Führerschein beantragen.

An dieser Aktion können Personen ab einem Alter von 65 Jahren teilnehmen, die ihren Wohnsitz im Landkreis Esslingen haben. Wer einen Rentennachweis vorlegt, kann schon ab einem Alter von 60 Jahren mitmachen.

Das erste kostenlose Senioren-Jahresticket im Gegenzug zur Führerscheinabgabe wurde Ende November Josefine Passow aus Deizisau überreicht. Das Ticket berechtigt  zu Fahrten im gesamten Netz des Verkehrsverbunds. Landrat Heinz Eininger verwies bei der Ticketübergabe darauf, dass jeder Senior, der bei der Aktion mitmacht, zur Entlastung des Straßenverkehrs beitrage: „Die Mitglieder des Kreistags tragen dieses Projekt mit und haben hierfür insgesamt 275 000 Euro zur Verfügung gestellt.“ Von den ersten mehr als 200 Antragstellern seien rund 70 Prozent zuvor noch keine VVS-Kunden gewesen, teilte der Verkehrsverbund mit. Im Schnitt sind die Antragsteller 80 Jahre alt, der ganz überwiegende Teil ist  weiblich.

VVS-Geschäftsführer Horst Stammler sprach von den umweltfreundlichen Bussen und Bahnen. „Wir haben mit dem Pilotprojekt im Landkreis Ludwigsburg bereits gute Erfahrungen gemacht. Dort haben schon über 2000 ältere Menschen ihren Führerschein gegen ein Seniorenticket eingetauscht“, sagte Stammler.

Man kann darüber streiten, ob Autofahren im Alter mit einem höheren Verkehrsrisiko behaftet ist. Der Deutsche Anwaltverein beispiels­weise fordert verpflichtende Gesundheitstests für Führerscheininhaber ab 75. Der ADAC spricht sich dagegen aus: Nicht das Alter, sondern Gesundheit und Routine seien ausschlaggebend. Karl Praxl, der Vorsitzende des Esslinger Kreisseniorenrats, findet es richtig, dass es in Deutschland keine Einschränkung beim Autofahren allein aufgrund des Alters gibt: „Mit 80 ist man heute nicht mehr steinalt“, sagte Praxl  bereits im Sommer gegenüber dem Wochenblatt ECHO. Es gebe derzeit eine Generation topfitter Senioren, die dürfe man nicht wie Unmündige behandeln. Gleichzeitig begrüßt der Seniorenrat die Tauschaktion, weil sie auf Freiwilligkeit baut.  red / Foto: Landratsamt Esslingen


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Der 18. Trainer in zehn  Jahren: Pellegrino Matarazzo soll Fußball-Zweitligist  VfB Stuttgart  zum Aufstieg führen. Was denken Sie, bringt’s der Neue?

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Trotz Erhöhung noch günstig

Müllgebühren im Kreis Esslingen steigen – Anderswo sind sie aber deutlich höher

Die Müllgebühren im Kreis Esslingen steigen zwar, bleiben aber im Landesvergleich noch immer sehr günstig. Ein Vierpersonenhaushalt zahlt im Durchschnitt für die Entsorgung von Restmüll, Biomüll, Papier und gelbem Sack deutlich unter zehn Euro im Monat.

Die Abfallbilanz des baden-württembergischen Umweltministeriums listet den Landkreis Esslingen im aktuellen Jahr ganz weit vorne unter den 44 Stadt- und Landkreisen. Man kann die Müllgebühren zwar nicht ohne Weiteres vergleichen, denn es existieren mehr als 100 unterschiedliche Gebührensysteme. Und die enthaltenen Leistungen sind nicht immer genau die gleichen. Aber die Modellrechnung an einem vierköpfigen Haushalt mit 80-Liter-Eimer (Leerung alle vier Wochen) und Biotonne zeigt: Seit 1998 sind die Müllgebühren im Esslinger Kreisgebiet auf weniger als die Hälfte gesunken.  Zuletzt musste dieser Musterhaushalt 90 Euro im Jahr berappen; ähnlich günstig schnitt nur der Main-Tauber-Kreis ab. Schaut man in die Nachbarschaft nach Stuttgart, in den Rems-Murr-Kreis oder den Kreis Göppingen, gibt es dort rund doppelt so hohe, teils sogar fast die dreifachen Gebühren.

Damit ist klar: Selbst wenn die Müllabholung und -entsorgung im Kreis Esslingen teurer wird, bleibt sie weiterhin im unteren Bereich. Die Restmüllgebühren sind zum 1. Januar um durchschnittlich 17,5 Prozent gestiegen, die für Biomüll um knapp elf Prozent. Diese Preise gelten  von 2020 bis 2023; danach wird nach dem Beschluss des Kreistags wieder neu kalkuliert. In den vergangenen 20 Jahren wurden dagegen fast durchweg die Gebühren immer wieder nach unten angepasst.

Aber woran liegt es, dass der Kreis Esslingen bei den Müllgebühren so gut dasteht? Man habe einfach schon frühzeitig die Weichen richtig gestellt, meint Ulrich Fechter, der kaufmännische Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebs des Kreises. Als Beispiele nennt er die umfassende Wertstofferfassung in den Recyclinghöfen und auf den Grünschnitt-Sammelplätzen. Auch die Papiertonne sei vom Kreis schon frühzeitig eingeführt worden. Was beim Verkauf von Papier und Metallschrott erlöst wird, fließe wieder zurück in den Betrieb und senke damit die Abfallgebühren. Ähnlich ist es beim Sperrmüll, bei dem großer Restmüll vom Altholz getrennt wird. Letzteres macht etwa 60 Prozent aus und kann deutlich kostengünstiger verwertet werden als der Restmüll, der in der Verbrennungsanlage in Stuttgart landet.

Als weitere Faktoren nennt Ulrich Fechter die Deponienachsorge: Hierfür habe man Rücklagen angesammelt, die eine Rendite erwirtschaften – ebenso wie die vorhandene Fotovoltaikanlage. Und nicht zuletzt profitiere der Kreis auch davon, dass mehrere Entsorgungsunternehmen in der Region im Wettbewerb stehen. Zudem wirkten sich die Biomüll-Kooperation mit dem Kreis Böblingen und gute Verträge mit der Müllverbrennungsanlage in Stuttgart positiv aus.

In einigen Bereichen fallen nun aber höhere Kosten an. Neben denen fürs Einsammeln und Entsorgen gehören auch gestiegene Personalkosten dazu. Beim Biomüll wurde der Zeitraum, in dem dieser in der warmen Jahreszeit wöchentlich abgeholt wird, verlängert – auch das macht sich bemerkbar. Zudem stehen Investitionen ins Kompostwerk Kirchheim an, insbesondere in die Lüftungstechnik. Gleichzeitig sinken die Weltmarktpreise für Wertstoffe wie Papier und Altmetall. Alles zusammen sorgt für die Erhöhung im nächsten Jahr. Aber selbst dann zahlt der genannte Musterhaushalt grade mal 7,50 Euro pro Monat für seine gesamte Abfallentsorgung „frei Haus“.  aia / Foto: rr


VVS-Preise steigen im April

Land und Landkreise sind sich nicht über Kostenverteilung für eine Nullrunde einig geworden

Es gibt keine zweite Nullrunde bei den Preisen für den öffentlichen Nahverkehr in der Region Stuttgart. Das steht seit Anfang Dezember fest, nachdem sich das Land und die beteiligten Landkreise nicht über die Aufteilung der Kosten einig wurden. Zum 1. April 2020 werden deshalb die VVS-Tickets teilweise teurer. Das gilt vor allem für Einzelfahrkarten.

Mit der Tarifzonenreform zum 1. April 2019 wurden die Preise für viele Fahrgäste günstiger, teils sogar um 20 bis 30 Prozent. Gleichzeitig hatte der Verkehrsverbund die reguläre Erhöhung ausgesetzt, damit der Kostenvorteil auch wirklich spürbar wurde. Der Erfolg ist klar feststellbar: Seit April sind die Fahrgastzahlen über alle Ticketarten gerechnet um 3,5 Prozent gestiegen. Rechnet man die Dauerkarten für Schüler, Studenten und Senioren, die nicht von der Reform profitiert haben, heraus, ergibt sich sogar eine Steigerung von rund fünf Prozent. Sie fängt einen Teil der Einnahmeausfälle durch die günstigeren Tickets auf, aber nicht alles.

Demgegenüber stehen höhere Kosten bei den Verkehrsunternehmen. Der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) beziffert diese in einer Pressemitteilung auf rund 3.5 Prozent. „Hier sind in erster Linie die Personalkosten zu nennen. Aber auch die Kosten für die Beschaffung neuer Busse und Bahnen sowie den Bau und die Instandhaltung von Bahnanlagen sind gestiegen“, heißt es. Zum Teil baut man auch hier auf weiter steigende Fahrgastzahlen, ein Teil müsse aber über höhere Ticketpreise gedeckt werden. Die Einzeltickets würden deshalb um zehn bis 20 Cent erhöht, die Zeittickets im Schnitt um knapp über zwei Prozent.

Eine Zeit lang hatte es so ausgesehen, als ob die Verbundpartner des VVS sich auf einen Weg ohne Tariferhöhung einigen könnten. Dafür hatten das baden-württembergische Verkehrsministerium und die Stadt Stuttgart plädiert. Allerdings stuften die beteiligten Landkreise das Finanzierungsangebot des Landes als nicht ausreichend ein. Denn sie müssen schon den größeren Teil der Einbußen durch die Tarifreform tragen – das Land unterstützt hier nur mit einem Anteil, der von Jahr zu Jahr sinkt. Die durch die Nullrunde hinzukommende Lücke wäre knapp 9,5 Millionen Euro groß gewesen. Die Landkreise forderten vom Land, dass es dauerhaft 50 Prozent davon trage – wozu es nicht bereit war. Deshalb stimmten die Landkreise und der Regionalverband gegen die Nullrunde. Ein Gesichtspunkt sei auch, dass man neben günstigen Preisen auch für Investitionen und Verbesserungen im Nahverkehr sorgen müsse, betonte Esslingens Landrat Heinz Eininger in diesem Zusammenhang erneut.

Nicht alle Ticketarten sind von der Preiserhöhung betroffen. Ausgenommen sind die Abos für Schüler, Studierende und Auszubildende. Auch Kinderfahrkarten bleiben außen vor, ebenso Tageskarten, weil die sich, so der VVS, immer mehr zum „Basisangebot im Gelegenheitsverkehr“ entwickelten. Der Verkehrsverbund weist außerdem darauf hin, dass seit 1. Januar in 15 weiteren Städten und Gemeinden ein günstiges Stadtticket angeboten wird. Darunter sind Reichenbach, Kirchheim und Plochingen, wo man dann ein Tagesticket für drei Euro erwerben kann.

Doch auch an Kritik für die Erhöhungen fehlt es nicht. Die Diakonie im Landkreis Esslingen hat sich in einer Pressemitteilung gegen teurere Fahrkarten ausgesprochen und sozialverträglichere Tarife gefordert. „Die geplante Fahrpreiserhöhung trifft besonders die Menschen, die sowieso sehr wenig haben und für die Bus und Bahn bereits heute kaum erschwinglich sind“, unterstreichen die diakonischen Träger. Um Menschen, die Hartz IV oder Grundsicherung beziehen, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, brauche es „ein Sozialticket wie im Landkreis Göppingen und Stuttgart oder ein 365-Euro-Ticket für das ganze Jahr“.  aia / Foto: dpa


CAP übernimmt Nahversorgung

Nachfolger für „Treff 3000“ in Köngen und in Denkendorf gefunden – Bonus will einige Cap-Märkte übernehmen

Die Umstrukturierung der Cap-Märkte im Landkreis Esslingen  hatte sich in den vergangenen Monaten bereits angedeutet. Die Märkte haben  zum Jahresende geschlossen, um im Frühjahr wieder unter neuer Trägerschaft zu öffnen. Dann zum Teil auch unter anderem Namen – und  wenn die Ladenbesitzer dem zustimmen.

Es wird aber auch neue Cap-Märkte im Kreis geben: In Köngen und in Denkendorf  hatten bis zum Sommer zwei Märkte der Sparte „Treff 3000“ die örtliche Nahversorgung bedient, dann machten sie dicht. Nun sollen im Februar beziehungsweise April   in den Gemeinden Cap-Märkte in den ehemaligen „Treff“-Räumen   eröffnen – in Trägerschaft der Firma Nintegra gGmbH.

„Die intensive Suche nach einem Nachfolgemarkt für unsere Köngener Ortsmitte war erfolgreich“,  freut sich Bürgermeister Otto Ruppaner. Man habe gemeinsam mit dem Eigentümer konstruktiv und zielführend zusammengearbeitet und habe mit der Nintegra gGmbH einen kompetenten und strategischen Partner finden können. Auch im Köngener Cap-Markt  werden behinderte und nicht behinderte Menschen zusammen arbeiten. Die Ware liefert Edeka.

„Der Cap-Markt schließt die Versorgungslücke, jetzt müssen die Bürger ihn auch annehmen“, sagt Ruppaner. Einen Zuschuss werde die Gemeinde jedoch nicht zahlen, so der Bürgermeister. Über eine angefragte Ausfallbürgschaft müsse der Gemeinderat entscheiden.

In Denkendorf übernimmt ebenfalls die Nintegra  den verlassenen „Treff 3000“ in der Berkheimer Straße. Der Cap-Markt dort soll im April öffnen. Die Gemeinde Denkendorf gewährt der Nintegra  für die Eröffnung des Marktes einen  Investitionszuschuss in Höhe von 150 000 Euro und bürgt für weitere 100 000 Euro zur Absicherung eines Darlehens zur Beschaffung der Erstausstattung. Die Betreiberin wiederum sichert zu, den Lebensmittelmarkt zehn Jahre zu betreiben, andernfalls bei vorzeitiger Betriebsaufgabe den Investitionszuschuss anteilig zurückzubezahlen. „Bitte kaufen Sie ein“, sagt   Denkendorfs Bürgermeister Ralf Barth. „Nur wenn die Bürgerinnen und Bürger den Markt annehmen, wird er dauerhaft bestehen bleiben und wirtschaftlich betrieben werden können.“

Die Cap-Märkte in Ötlingen, Notzingen, Neuhausen und Leinfelden-Echterdingen sind geschlossen.   In Neuhausen und Ötlingen ist geplant, ab Februar/März Märkte unter dem Namen „Bonus“ zu eröffnen. Der  Markt im Leinfelden-Echterdinger Stadtteil Stetten soll etwas später  und dann auch als „Bonus“ an den Start gehen. Die Namensänderung ist Ausdruck der geänderten Trägerschaft. Für die Kunden soll sich zunächst nicht allzu viel ändern: Die Ware käme künftig statt von Edeka von Rewe.

Nachdem sich die Filderwerkstatt aus dem Betrieb der Lebensmittelgeschäfte zurückgezogen hat, will die Gemeinnützige Gesellschaft für Schulung und berufliche Reintegration  (SBR) mit Sitz in Stuttgart den Betrieb übernehmen. Deren Geschäftsführer Manfred Kaul kündigt an, alle Mitarbeiter übernehmen zu wollen. Doch es gibt offene  Fragen: Kaul berichtet von den  reibungslosen Vertragsverhandlungen mit der Filderwerkstatt zur Übernahme der Märkte. „Doch erst danach konnten  wir mit den Hauseigentümern in Verhandlungen treten“, gibt Kaul zu bedenken.  Da gehe es um Mieten, Pachten, aber auch um die Vorstellungen der Immobilienbesitzer über die Nachfolge. „Das wird sich erst im  Januar entscheiden“, sagt Kaul. Die SBR betreibt im Raum Stuttgart mehrere „Bonus-Märkte“, im Kreis Esslingen beispielsweise in Ostfildern-Ruit und in Esslingen-Sulzgries.  bob / Foto: bob


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Immer mehr Schulen führen ein Verbot von Jogginghosen ein. Der Schlabber-Look sei nicht angemessen für den Schulunterricht. Finden Sie das gut?

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