Paradies Provinzbühne

WLB stellt neues Programm vor – Steigende Besucherzahlen – Neue Angebote

Beim Theater spielt das Genre Film selten eine Rolle. Im neuen Spielplan der Württembergischen Landesbühne (WLB) in Esslingen schon: Den Stoff von gleich vier Kinostreifen und Fernsehfilmen bringt die WLB unter Intendant Friedrich Schirmer auf die Bühne.

„Schtonk“ ist eine der adaptierten Geschichten, die die WLB als eine von zehn Uraufführungen inszeniert. Die Story über die gefälschten Hitler-Tagebücher im Magazin „Stern“ bedient auch Jahrzehnte nach dem Skandal aktuelle Themen – Fake News seien gerade in aller Munde, wie Schirmer betonte. Drehbuchautor Ulrich Limmer war bei der Präsentation dabei. Viele Bühnen hätten sich schon um die Adaption bemüht. Esslingen bekam den Zuschlag. Der Grund: „Ihr wart am meisten begeistert“, sagte Limmer. Eine weitere verfilmte Geschichte aus dem Jahr 2014 liegt dem Stück „Wir sind die Neuen“ zugrunde – ein Film über das Zusammentreffen einer Senioren-WG mit einer WG von jungen Leuten. Ein weiteres Mal fällt eine Bühnenfilmklappe beim Stück „Die Kirche bleibt im Dorf“.

Neben den filmischen Stoffen hat die WLB weitere Premieren geplant: Insgesamt sind es 20, darunter zehn Uraufführungen, die ganz unterschiedliche Interessen ansprechen. Die Spielzeit eröffnet am 23. September im Schauspielhaus Henrik Ibsens „Hedda Gabler“. Am 13. Oktober folgt mit Jack Londons „Der Seewolf“ in einer Bearbeitung von Tom Blokdijk eine weitere Uraufführung. Eine musikalische Revue steht mit „Elvis, Comeback“! – auch eine Uraufführung – am 27. Oktober an. Das Stück ist eine Koproduktion mit der Band „Roll Agents“. Auch eine Uraufführung ist die Bühnenbearbeitung des Opernstoffs von Carl Maria von Weber: „Der Freischütz“ ist eine Kooperation mit dem Studiengang Opernschule der Musikhochschule Stuttgart – und eine weitere Opernbearbeitung nach dem „Fliegenden Holländer“ in der Saison zuvor. Ilse Langners „Frau Emma kämpft im Hinterland“ wiederum bildet den Abschluss der Beschäftigung mit Themen und Stoffen des Ersten Weltkriegs.

Für Kinder und Jugendliche hat Spielleiter Marco Süß wieder ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt – mit vier Uraufführungen. Eine besondere Empfehlung von Süß gilt dem Stück „Auerhaus“ nach dem Roman von Bov Bjerg. Das Freilichtstück der kommenden Saison ist „Ein Sommernachtstraum“ mit Songtexten von Heinz Rudolf Kunze.

Die Saison 2017/2018 ist Schirmers achte Esslinger Spielzeit. Er scheint sich wohlzufühlen: Das Theater im Schatten der großen Häuser bezeichnete er als „Paradies“. Ähnliche Freude mag Verwaltungsdirektorin Vera Antes angesichts steigender Besucherzahlen empfunden haben. In der vergangenen Spielzeit wurden 113 082 Zuschauer gezählt – so viele haben seit 25 Jahren nicht mehr die Vorstellungen besucht. Weitere Besucher sollen neue Angebote wie das Cliquenticket und das Schnupper-Abo anlocken.     bob / Foto: bob

 

Info: www.wlb-esslingen.de, Kartentelefon: t 07 11/35 12-30 44


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