Reha-Zentrum zieht ins QBUS

Die Nanz-medico-Gruppe wird auf gut 2000 Quadratmetern auch in Esslingen eine ZAR-Dependance eröffnen

Diese Nachricht könnte für eine gesunde Entwicklung des neuen, aber in der Bürgerschaft noch ungeliebten QBUS auf dem alten ZOB sorgen: Die Nanz-medico-Gruppe wird mit einem Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZAR) mehrere Etagen in dem neuen Wohn-, Gewerbe-, Einzelhandels- und Gastrokomplex am Esslinger Bahnhof belegen. Das Familienunternehmen mit Sitz in Stuttgart betreibt eigenen Angaben zufolge unter dem Namen ZAR bereits mehr als 30 Zentren für ambulante Rehabilitation in ganz Deutschland – darunter auch in Stuttgart und Tübingen. Und es ist auf Expansionskurs: Auch im künftigen Einkaufszentrum Nürtinger Tor in der Hölderlinstadt soll ein ZAR entstehen.
Für die Eigentümerfamilie Nanz sei das Engagement in Esslingen eine Rückkehr zu den Wurzeln, heißt es in einer Pressemitteilung der LBBW. Schließlich habe Vorfahre Theodor Nanz einst unweit des QBUS vor rund 120 Jahren sein allererstes Geschäft gegründet – einen Kolonialwarenhandel. Hans-Udo Baku, Mitarbeiter der LBBW-lmmobilien-Gruppe und Projektleiter des QBUS, freut sich über den langfristigen Mietvertrag. Das neue Reha-Zentrum mitten in der Stadt sei sowohl für die Stadt als auch für die Patienten ein „absoluter Gewinn“. Zudem würden damit in größerem Umfang Arbeitsplätze geschaffen. ZAR stehe seit 1996 für Rehabilitation, Therapie und Gesundheitsleistungen, heißt es in der Mitteilung der LBBW. Mittlerweile habe sich Nanz medico zum größten Anbieter für ambulante Rehabilitationsleistungen in Deutschland entwickelt. Das Spektrum reiche von der mehrwöchigen Rehabilitation im Heilverfahren über Anschlussbehandlungen nach dem Krankenhaus bis hin zur medizinisch-beruflich orientierten Reha. Darüber hinaus biete man Nachsorgeprogramme, Therapie auf Rezept, Rehasport oder Präventionsprogramme an.
„Wir wollen Reha, Therapie und Gesundheitsleistungen dorthin bringen, wo die Menschen sie benötigen“, so Geschäftsführer Markus Frenzer über den neuen Standort in Esslingen. Der bringt mit seiner zentralen Lage direkt bei dem Bahnhof, dem Ärztezentrum im Einkaufszentrum Das ES und den Krankenhäusern in Stadt und Nachbarschaft auch für die Anbieter beträchtliche Vorteile. „Die gute Erreichbarkeit, unsere Vernetzung zu Kliniken und Ärzten der Region und aufeinander abgestimmte Angebote sind beste Voraussetzungen für eine nachhaltige Therapie“, erhofft sich Frenzer auch von dem neuen ZAR-Ableger, an dem die Patienten nach ihrem Programm jeden Tag wieder in ihr gewohntes Umfeld nach Hause gehen können.
„Wir gehen davon aus, dass ein erheblicher Teil der rund 25 000 Patienten, die wir jährlich stationär behandeln, die Möglichkeit einer ambulanten Weiterbehandlung in Esslingen gerne in Anspruch nehmen werden“, kommentiert denn auch Matthias Ziegler, Geschäftsführer des Klinikums Esslingen, die Nachricht.
Der Neubau soll im ersten Halbjahr 2023 fertig sein. Der Rewe-Markt im Erdgeschoss des dahinterliegenden Parkhauses, das ebenfalls zu der Immobilie gehört, wird bis zur Berliner Straße erweitert. Zudem entstehen im QBUS eine Mobilitätsstation sowie 1650 Quadratmeter für gastronomische Einrichtungen. Mit der Vermietung der mehr als 2000 Quadratmeter für das ZAR sind noch 500 Quadratmeter Büroflächen im ersten Obergeschoss frei. Weiterhin beherbergt der fünfgeschossige Komplex 132 Mikroapartments und 19 Penthouse-Wohnungen.
Die Stadt will das Umfeld des Neubaus aufwerten, der von den Bürgern vor allem wegen seiner Massivität kritisiert wird. Auf der Berliner Straße soll eine Fahrspur dem Gehwegbereich vor dem QBUS zugeschlagen werden, sodass die Gastronomie die Möglichkeit zur Außenbewirtschaftung hat. Zudem will die Stadt den Bahnhofsplatz über die Berliner Straße hinweg erweitern.

biz / Foto: Ines Rudel


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