Richtungsweisend

Am kommenden Sonntag wird der neue Bundestag gewählt

Am kommenden Sonntag sind die Bundesbürger zur Wahl des neuen Bundestags aufgerufen. Mit ihrer Stimme entscheiden sie über die Zusammensetzung des Parlaments im Berliner Reichstag. 61,5 Millionen Deutsche sind wahlberechtigt. In den vergangenen vier Jahren wurde die Bundesrepublik von der Großen Koalition aus CDU/CSU und SPD regiert. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) stellt sich wieder zur Wahl, herausgefordert wird sie von Martin Schulz (SPD). Spannend wird es im Kampf um Platz drei. Denn aller Voraussicht nach werden sechs statt der vier Fraktionen der vergangenen Legislaturperiode in den Bundestag einziehen. Zu den Grünen und der Linken stehen die FDP wieder und die AfD erstmals vor dem Einzug ins Parlament.

51,5 Prozent der am 24. September Wahlberechtigten sind Frauen. Drei Millionen junge Menschen dürfen erstmals wählen. Mehr als jeder dritte Wahlberechtigte gehört der Generation 60 plus an. Gewählt wird in 299 Wahlkreisen. 42 Parteien beteiligen sich – so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Insgesamt treten 4828 Bewerber an. Unter den Bewerbern sind 1400 Frauen, das Durchschnittsalter liegt bei 46,9 Jahren.

Die Wahllokale haben am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Jeder Wähler darf zwei Kreuze auf dem Wahlzettel machen: Die Zweitstimme entscheidet darüber, mit wie vielen Köpfen eine Partei später im Bundestag vertreten ist. Auf jeden Fall muss die Partei bundesweit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen holen, sonst klappt es nicht mit dem Einzug. Mit der Erststimme bestimmt man direkt den Vertreter des Wahlkreises. Bundesweit stellen sich dafür 2559 Kandidaten zur Wahl. Wer die meisten Kreuze erhält, geht nach Berlin. Da der Bundestag mindestens doppelt so viele Sitze wie die 299 Wahlkreise hat, kommen über die Landeslisten weitere Bewerber zum Zug. Holt eine Partei in einem Bundesland über ihre Zweitstimme mehr Parlamentssitze, als sie mit der Erststimme Wahlkreise gewinnt, rücken die Listenkandidaten in den Bundestag.

Im Landkreis Esslingen gibt es die Wahlkreise Esslingen und Nürtingen. In beiden haben sieben Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke und MLPD) Direktkandidaten nominiert, das heißt, deren Namen stehen links neben der Landesliste. Wobei seit der Bundestagswahl 2005 auch die Gemeinden Steinenbronn und Waldenbuch (Kreis Böblingen) zum Wahlkreis Nürtingen gehören.

Auf dem Stimmzettel sind bei der Zweitstimme unter jeder Partei die ersten Listenkandidaten namentlich aufgeführt. Das Zweitstimmen-Ergebnis der vo­rangegangenen Bundestagswahl in dem jeweiligen Bundesland bestimmt die Reihenfolge auf dem Stimmzettel.

Die möglichen Regierungskonstellationen nach dem 24. September sind mit dem Einzug von voraussichtlich sechs Fraktionen recht vielfältig. Neben einer Neuauflage von Schwarz-Rot scheinen auch Schwarz-Gelb, ein schwarz-gelb-grünes „Jamaika-Bündnis“, vielleicht auch Schwarz-Grün oder Rot-Rot-Grün möglich. Keine dieser erwähnten fünf Parteien will hingegen mit der AfD koalieren. Doch egal welches der genannten Farbenspiele am Ende zum Tragen kommt: Die Bürgerinnen und Bürger sind am Sonntag aufgerufen, zur Wahlurne zu gehen und damit auch die Demokratie zu festigen. dpa/ch / Foto: dpa


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