Scherben gefährden BMX-Sportler

Trainer beklagen, dass die Anlage in Baltmannsweiler regelmäßig beschädigt und mit Müll übersät ist

Bevor die Kinder trainieren können, müssen wir jedes Mal erst das Gelände ablaufen und Scherben aufsammeln.“ Gerhard Mauz ist stinksauer auf Jugendliche, die mutwillig ihre Alkoholflaschen auf der BMX-Bahn zwischen Baltmannsweiler und Hohengehren zerschlagen und damit andere in Gefahr bringen. Der 52-Jährige, der 2007 den Bau der Anlage angestoßen hatte und seitdem viel Herzblut in die Betreuung der jungen Radsportler steckt, ist ziemlich frustriert. „Wir wissen nicht, ob wir unter diesen Umständen und bei dem Vandalismus da draußen überhaupt weitermachen können“, sagte Mauz in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.

Mit seiner Kritik stieß er ein Thema an, das noch weitere Kreise zieht. Denn seit vergangenem Jahr gibt es massive Klagen über Alkoholexzesse, Beschädigungen und achtlos weggeworfenen Müll rund um das Freizeitareal der Schurwaldgemeinde. Bürgermeister Simon Schmid verwies darauf, dass  man sensibilisiert sei. Ein Security-Dienst sei regelmäßig auf dem Gelände unterwegs. Außerdem verwies der Rathauschef auf die vom Gemeinderat beschlossene Präventionsarbeit. Mit einer offenen Jugendarbeit wolle man die Probleme in den Griff bekommen. Aber das brauche Zeit. Schmid hofft zudem darauf, dass auch die Polizei künftig mehr Präsenz in Baltmannsweiler zeigt.

„Irgendwie kann ich die Jugendlichen ja verstehen“, sagt Gerhard Mauz bei einem Besuch auf der Anlage. „Überall werden sie verscheucht.“ Denn  in der Gemeinde fehle ein Treffpunkt, wo sie ungezwungen zusammenkommen könnten. Doch als Trainer ist der 52-Jährige verantwortlich für die Gesundheit seiner jungen Sportler. Deshalb könne er nicht tolerieren, dass die ganze Anlage immer wieder vermüllt wird und Scherben herumliegen, die immer wieder zu Plattfüßen an den BMX-Rädern führten. Fast jeden Tag findet er zerschlagene Alkoholflaschen und jede Menge Müll. Außerdem sei vor Kurzem ein Schloss aufgebrochen worden.

Mauz und seinem Trainer-Kollegen Rene Schaar stößt ebenfalls sauer auf, dass immer wieder Unbefugte die Bahn betreten und Schäden anrichten, indem sie beispielsweise auf dem Hosenboden die Erdhügel herunterrutschen. „Wir müssen dann wieder mit Boden auffüllen und mit einer Rüttelplatte verdichten“, berichtet Mauz. Das sei eine sehr mühevolle Arbeit, bei der etliche Eltern ehrenamtlich mithelfen.

Scheer und Mauz appellieren an die Eltern, ihre Kinder dazu anzuhalten, die BMX-Strecke nur mit der entsprechenden Schutzkleidung zu betreten. Was dabei zu beachten sei, könne man den Verhaltensregeln auf Hinweisschildern in den Eingangsbereichen entnehmen. „Das ist eine offizielle Sportstätte“, sagt Mauz.

 Eine gewisse Barriere zum Schutz vor Unbefugten hat das Evangelische Jugendwerk Baltmannsweiler-Hohengehren als Träger der Anlage bereits mit einem einfachen Holzzaun errichtet. Aber der reicht offenbar nicht. Nun wird sogar darüber nachgedacht, einen hohen Zaun zu errichten, mit dem man die Hindernis-Bahn abschließen kann. Doch von dieser Lösung sind beide Trainer alles andere als begeistert. Denn eigentlich solle die Anlage für jeden öffentlich zugänglich sein.

Seit der Eröffnung  2009 wird die BMX-Strecke stark frequentiert, auch von auswärtigen Sportlern. „Die Leute kommen aus der ganzen Region“, sagt Mauz, der selbst bis voriges Jahr sogenannte Fourcross-Rennen gefahren ist. In Baltmannsweiler gibt es mittlerweile auch starke Eigengewächse, die im vergangenen Jahr sogar bei der Weltmeisterschaft im belgischen Zolder angetreten sind. Insgesamt gibt es im Ort rund 35 junge BMX-Sportler, die jede Woche dreimal auf der Anlage neben dem Festplatz trainieren. 
hf / Foto: bul


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