Schwimmen im Schichtbetrieb

 Freibäder in Reichenbach, Wernau, Deizisau und Wendlingen haben geöffnet – Ähnliche Hygienekonzepte und Preise

Man kann wieder schwimmen gehen, wenn auch unter nie dagewesenen Bedingungen. Die Freibäder in Reichenbach, Wernau und Deizisau haben nahezu gleichzeitig geöffnet und auch ihre Hygienekonzepte aufeinander abgestimmt. Wendlingen ist mittlerweile auch dabei, hier gelten ähnliche Regeln.

Das Reichenbacher Freibad steuerte am vergangenen Wochenende auf 21 Grad Wassertemperatur und 1500 Besucherinnen und Besucher zu. „Wir sind zufrieden“, sagte Kämmerer Wolfgang Steiger im Hinblick auf diese Zahlen, zumal die ersten Tage nach der Öffnung nicht gerade Badewetter gebracht hatten. Insgesamt müssen alle Bäder davon ausgehen, dass ihr Defizit in diesem Jahr noch größer wird als sonst. Zum einen, weil die Besucherzahl begrenzt und der Ticketkauf erschwert sind, zum anderen, weil zusätzliches Personal zum Überwachen und Reinigen benötigt wird.

Die Hygienekonzepte der Bäder sind eng aufeinander abgestimmt, ebenso haben alle je zwei Bade-Schichten eingerichtet. Die Zeitfenster betragen vier Stunden in Reichenbach und 4,5 Stunden in Deizisau, Wernau und Wendlingen. Teils kann man schon ab 9 Uhr schwimmen, teils ab 10  Uhr, und abends ist je nach Bad zwischen 18.30 und 20 Uhr Schluss.

Unterschiede gibt es bei der Zahl der erlaubten Badegäste, bei der sowohl die vorhandenen Wasserflächen als auch die Liegeflächen eine Rolle spielen. Deizisau als kleinstes der drei Bäder darf maximal 192 Personen pro Schicht zulassen, Reichenbach maximal 630 und Wernau 740. Davon darf aber immer nur ein Teil tatsächlich ins Wasser; auch diese Zahlen sind genau definiert. Geregelt wird der Zugang zum Becken über farbige Armbänder, die man sich vor dem Sprung ins Wasser überzieht. Ist kein Band mehr im Eimer, heißt es warten.

Um den Mindestabstand im Becken zu gewährleisten, wird auf den Bahnen ohne „Gegenverkehr“ im Kreis geschwommen und zwischendrin ist immer mal wieder eine Bahn gesperrt. Auch außerhalb der Becken geht es mit gekennzeichneten Fußwegen und Richtungspfeilen sehr geordnet zu. Die Hygieneordnung schreibt darüber hinaus viele weitere Details fest: dass kein Spielzeug verliehen wird, ebenso keine Sonnenliegen – die kann man sich allenfalls mitbringen. Sammelumkleiden und -duschen bleiben geschlossen, die kalte Dusche am Becken ohne Seife bleibt aber erwünscht. Toiletten können mit Einschränkungen genutzt werden. Die Kioske machen Thekenbetrieb, geben also Speisen und Getränke zum Verzehr auf der Liegewiese aus. In ihrem Bereich muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.

Tickets gibt es dieses Jahr nur für den Einzeleintritt, sie kosten drei Euro für Erwachsene und 1,50 oder 2 Euro für Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche. Reichenbach und Wendlingen bieten ausschließlich den Online-Verkauf an, in Wernau und Deizisau besteht daneben – aber nur für den Notfall – die Möglichkeit, zu bestimmten Zeiten eine Eintrittskarte auf dem Rathaus zu erwerben. So oder so werden die persönlichen Daten registriert, damit die Badegäste verständigt werden können, wenn sich herausstellt, dass sie mit einer infizierten Person gleichzeitig im Bad waren.

Der Online-Verkauf hat die Rathausteams ganz ordentlich beschäftigt: Zunächst musste man innerhalb kürzester Zeit „ein Bezahlsystem etablieren“, wie Nadine Jud von der Gemeindeverwaltung Deizisau berichtet, dann liefen die Telefone mit hilfesuchenden Nachfragen heiß. Aber nachdem das Wetter sich gebessert hat, gingen die Verkaufszahlen deutlich in die Höhe, vergangene Woche waren beispielsweise in Deizisau mehrere Nachmittagsschichten ausgebucht.  aia / Foto: aia


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