Sicherheit für Mutter und Kind

Klinikum Esslingen nimmt fünften Kreißsaal in Betrieb – Geburtshilfe und Kinderklinik arbeiten eng zusammen

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum Esslingen hat ihre Kapazitäten wesentlich erweitert. Angesichts steigender Geburtenzahlen war es notwendig geworden, einen fünften Kreißsaal einzurichten. Da die Geburtshilfestation eng an die Kinderklinik mit einem Schwerpunkt für Neu- und Frühgeborene angebunden ist, können nun Schwangere sowie Mütter mit ihren Kindern eine verbesserte medizinische Versorgung, Sicherheit und eine angstfreie Situation erwarten.

„Der Trend bei werdenden Eltern geht eindeutig in Richtung mehr Sicherheit und einer Rundum-Versorgung, das heißt weg von der Hausgeburt und hin zu den großen Kliniken“, erklärt Thorsten Kühn, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Esslinger Klinikum. Diese Tendenz habe dazu geführt, dass die Geburtenzahlen in Esslingen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Im vergangenen Jahr kamen fast 2000 Kinder in den vier Kreißsälen zur Welt. Als Reaktion darauf hat das Klinikum seine Angebote  ausgebaut und arbeitet nun im Sinne eines medizinischen Zentrums für Mutter und Kind. Die Kinderklinik, die einen neonatologischen Schwerpunkt der Qualitätsstufe Level 1 hat, ist dafür direkt an die Geburtshilfe angebunden worden.

Doch der Zuspruch hat das Klinikum auch an seine Kapazitätsgrenzen gebracht. „Die Einrichtung eines fünften Kreißsaals war deshalb die logische Konsequenz“, sagt Kühn. Das neue Geburtszimmer ist mit ruhigen Farben, einer nach psychologischen Kriterien entwickelten und nach individuellem Bedarf steuerbaren Beleuchtungstechnik sowie neuen Analyse- und Diagnosegeräten ausgestattet. Die Einrichtung und Ausstattung des Zimmers hat rund 1,2 Millionen Euro gekostet, einen Teil davon übernimmt ein Fördertopf des Landes Baden-Württemberg.

Für die Hebammen bedeutet die Erweiterung der Kapazität „eine große Erleichterung und für alle Beteiligten Entspannung“, erzählt die Hebamme Daniela Hotz. Auch in ihrem Beruf herrsche  Personalmangel, der nur durch Überstunden ausgeglichen werden könne. Zusammen mit den Platzproblemen sei es daher in der Vergangenheit  oft zu belastenden Situationen gekommen. Monika Hanke, die leitende Oberärztin an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, ergänzt, dass das Klinikum dieses Problem durch die Beschäftigung von drei Hebammen aus Italien abmildern werde. „Dort gibt es einen Überhang an gut ausgebildeten Leuten“, erzählt sie.

Christian von Schnakenburg, Chefarzt der Klinik für Kinder und Jugendliche, sieht das Klinikum und seine Infrastruktur für Mutter und Kind gut aufgestellt.  „Der neue Kreißsaal ist sehr hilfreich. Und wenn es  etwa zu Komplikationen kommen sollte, ist immer ein Team mit allen Spezialisten rund um die Uhr zur Stelle“, beschreibt er. Dank der engen Zusammenarbeit könnten auch Patientinnen mit einer drohenden Risikogeburt angenommen werden. „Es ist immer sicherer, die werdende Mutter und nicht das Kind zu transportieren“, sagt er. Zudem könnten solche Patientinnen und auch Schwangere, die etwa wegen vorzeitig einsetzender Wehen längere Zeit in der Klinik bleiben müssen, bereits vor der Geburt die Kinderärzte kennenlernen. „Das nimmt ihnen ihre Angst und entspannt die Situation ganz wesentlich“, sagt von Schnakenburg. pst / Foto: pst


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