Standort für die Zukunft

Geplantes Gewerbegebiet am Hungerberg zwischen Kirchheim und Dettingen für Technologie von morgen

Das Gebiet Hungerberg südlich der A 8 zwischen Kirchheim und Dettingen könnte bereits in wenigen Jahren Standort für Zukunftstechnologien werden. Die Verwaltungsgemeinschaft der Kommunen Dettingen, Kirchheim und Notzingen möchte  mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung der Region zunächst die Hälfte des 42 Hektar großen Gebiets erschließen, 21 Hektar sollen als Vorhaltestandort ausgewiesen werden. Damit verbunden wäre die Chance für die Region, im wirtschaftlichen Strukturwandel nicht abgehängt zu werden.

„Wir stehen vor einem umfassenden Transformationsprozess der Wirtschaft, sowohl global als auch bei uns in Baden-Württemberg“, erklärt Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader  zu den Beweggründen der Kommunen, das Gebiet Hungerberg als Technologiestandort ins Visier zu nehmen. Das Know-how und das wissenschaftliche Potenzial, um diesen tief greifenden Strukturwandel zu meistern, sei in der Region vorhanden. „Wir können von der alten in die neue Welt kommen und auch bei neuen Technologien eine Vorreiterrolle spielen“, sagt Bader. Allerdings benötige es dafür ausreichend dimensionierte Flächen für Entwicklung und Produktion, die als Brachen in bestehenden Gewerbegebieten nicht zur Verfügung stehen.

Das zur Debatte stehende Gebiet Hungerberg südlich der Autobahn umfasst 42 Hektar Fläche, die vorwiegend landwirtschaftlich genutzt wird. Zur Umwandlung in ein Gewerbegebiet müssen  der  Regionalplan und der Flächennutzungsplan geändert werden. 21 Hektar sollen zunächst entwickelt werden, 6,5 Hektar davon werden derzeit als Baustellenfläche der Schnellbahnstrecke genutzt.

Wie Bader erklärt auch Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann, dass es bei den Planungen nicht um Wachstum und Flächenversiegelung um jeden Preis gehe.   Vielmehr sei neben der ökologischen auch die ökonomische und soziale Nachhaltigkeit das Gebot der Entwicklung. Auch deshalb kämen bei den Flächen nur Unternehmen  zum Zug, die sich in Forschung, Entwicklung und Produktion von Zukunftstechnologien engagieren und dort Arbeits- und Ausbildungsplätze anbieten, somit den Strukturwandel in der Region aktiv gestalten. Bader ergänzt, dass damit großflächige Logistik ausgeschlossen sei. „Wir geben das Gebiet nicht für Unternehmen her, die viel Fläche verbrauchen, aber kaum oder gar keine Steuern bezahlen“, sagt Bader.

Da in Dettingen und Kirchheim Befürchtungen laut geworden waren, die Natur könnte bei den Planungen unter die Räder kommen, hatten die Kommunen  Fachgutachter ins Boot genommen. Ihre Expertise helfe auch,   transparent zu informieren, sagt Bader.  So wäre etwa die Störung von Kaltluftströmen ein K.o.-Kriterium für das Gebiet. Dies schließt der Klimaexperte Christian Geißler aus. Nach seinen Untersuchungen fließt Kaltluft von Süden her in den Senken des Jauchert- und des Gießnaubachs am Hungerberg vorbei nach Kirchheim. Auch der Sachverständige für Naturschutz Christian Küpfer  entkräftet  Ängste. An geschützten Arten seien im Gebiet zwölf Lerchen-Brutpaare ausgemacht worden, die umgesiedelt werden müssten. Eidechsen, Fledermäuse und Amphibien kämen nennenswert am Jauchertbach vor, würden aber durch das Gebiet Hungerberg nicht beeinträchtigt. Boden- und Grundwasserschutz, aber auch der Schutz von Insekten  würden im Zuge des Bebauungsplanverfahrens festgeschrieben werden. Wenn dieses Verfahren planmäßig verläuft, könnten in zwei Jahren die ersten Baumaschinen anrollen.   pst / Foto: Jean-Luc Jacques


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