„Sterben gehört zum Leben“

Arbeitsgemeinschaft Hospiz Kirchheim bietet Begleitung und Unterstützung – „Letzte Hilfe“-Kurs für Angehörige

Seit 26 Jahren begleiten Ehrenamtliche der Kirchheimer Arbeitsgemeinschaft Hospiz Menschen am Ende ihres Lebens, ob im Pflegeheim, im Krankenhaus oder aber zuhause. Für die ausgebildeten Begleiter steht im Vordergrund, sterbenden Menschen einen würdevollen Abschied zu ermöglichen. Daneben bietet die AG Hospiz Unterstützung und Beratung für Trauernde, Kurse für Pflegekräfte und nun auch Seminare für „Letzte Hilfe“. Dabei können Angehörige das Basiswissen für die Sterbebegleitung zuhause erwerben

„Unsere Arbeit will   Menschen  am Ende ihres Lebens  ein würdevolles Sterben ermöglichen, im Pflegeheim oder im Krankenhaus und möglichst in der vertrauten Umgebung zuhause.  Sterben gehört zum Leben, und wir müssen lernen, damit umzugehen“, sagt San­dra Beck,  die gemeinsam mit ihrer Kollegin Angelika Bauer als hauptamtliche Koordinatorin  der AG Hospiz arbeitet.

Die AG ist im Raum Kirchheim, Weilheim, Wendlingen und Lenninger Tal im Einsatz. Neben den beiden ausgebildeten Palliativfachkräften engagieren sich 35 ehrenamtliche Sterbebegleiter für die AG Hospiz. Sie besuchen und begleiten Sterbende in Pflegeheimen, Kliniken und zuhause, schulen Pflegekräfte, bieten  Spaziergänge und Gesprächsgruppen sowie ein Café für Trauernde, aber auch Beratung zu Vorsorgepapieren an. „Wir arbeiten eng mit zwölf Pflegeheimen zusammen, sie können auf uns zurückgreifen und sie informieren Angehörige, dass es uns gibt und dass wir sie ein wenig entlasten können“, sagt Beck.

Um den Menschen die Angst vor dem nahenden Tod eines Angehörigen zu nehmen und damit auch das Abschiednehmen zuhause zu erleichtern, bietet die AG Hospiz nun auch „Letzte Hilfe“-Kurse an.  Analog zu Erste-Hilfe-Kursen stehen dabei die Vermittlung von Basiswissen über das Sterben und den Tod sowie einfache Hilfestellungen im Umgang mit dem Sterben im Vordergrund. Damit sollen Angehörige schwerstkranke und sterbende Menschen in ihren letzten Stunden zuhause in der gewohnten Umgebung angstfrei begleiten können.

Sterbebegleitung sei „keine Wissenschaft, sondern praktizierte Mitmenschlichkeit“, für die man kein Krankenhaus benötige, sondern die  mit dem entsprechenden Grundwissen auch in der Familie möglich sei, weiß Beck. „Dazu kann man lernen, was auf einen zukommen kann. So ein Kurs kann es vorstellbar machen, was es heißt, einen geliebten Menschen in den Tod zu begleiten“, sagt die Fachfrau. Zu einem Lebensende gehöre auch der Lernprozess für die Angehörigen, dass das Sterben und der Tod eines Menschen „eine wertvolle Zeit für die Familie ist und der Angehörige ein Teil davon ist“, sagt Beck.

 Angehörige könnten lernen,  dass der Prozess des Sterbens emotional positiv besetzt ist. „Das bedeutet auch, Wertschätzung für den Sterbenden auszudrücken“, betont Beck. „Die Menschen können lernen, mit der Trauer umzugehen und zu verstehen, dass das Sterben dazugehört und dass jemand eines Tages nicht mehr da ist. Der Abschiedsprozess gehört zum Begreifen, und das kann man bewusst gestalten“, sagt Sandra Beck.  pst / Foto: Archivfoto „AG Hospiz Kirchheim“

Info: AG Hospiz Kirchheim, Telefon 0 70 21/9 20 92 27; Bereitschaftsdienst, Telefon 01 72/7 45 52 94, täglich 9 bis 18 Uhr; das Trauer-Café ist aus Infektionsschutzgründen derzeit geschlossen, der nächste „Letzte Hilfe“-Kurs kann erst im Frühjahr stattfinden (www.hospiz-kirchheim.de).


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