Strategie gefragt

Wie man das richtige Geschenk findet:  Fragebögen helfen

Mitte Dezember und noch kein einziges Geschenk gekauft? Schlimmer noch: Es gibt noch nicht einmal Ideen, was man unter den Baum legen könnte. „Ruhe bewahren, sich ein wenig Zeit nehmen und zu Bleistift und Papier greifen“, raten Experten.

Das Schenken ist so alt wie die Menschheitsgeschichte. Im Altertum haben sich bereits Philosophen über das Geben ausgelassen, später haben sich Soziologen, Pädagogen und Psychologen mit der Kultur des Schenkens als dem Kern des Zusammenlebens und dem Beginn der friedlichen Zivilisation auseinandergesetzt. Der Soziologe Gerhard Schmied hat Mitte der 90er-Jahre ein 200 Seiten umfassendes Buch über das Schenken als soziales Agieren geschrieben.

„Kulturhistorisch gesehen ist das Schenken ein Typ sozialen Handelns“, sagt auch Regina Morys, Professorin für Pädagogik an der Hochschule in Esslingen. Sie plädiert dafür, eine gute Praxis des Schenkens und Beschenktwerdens aufzubauen. Dazu könnte gehören, dass zu Weihnachten Geschenke nacheinander ausgepackt werden und jeder an der Freude des anderen teilhaben kann. Die Wechselseitigkeit sollte deutlich werden.

Diesen Prozess zwischen Geben und Nehmen hatten auch Anna Noebels und Laureen Lauschke im Fokus, als sie ihren Praxisratgeber „Das ideale Geschenk finden“ schrieben. „Wer das richtige Geschenk finden will, der muss sich über seine Beziehung zwischen ihm und dem Beschenkten klar werden“, erklärt Noebels das Prinzip. Ein gutes Geschenk beziehe sich immer sowohl auf die Interessen des Beschenkten und des Schenkenden. Noebels und ihre Partnerin haben ein Strategiepapier entwickelt, das jeden Menschen in die Lage versetzen soll, das genau passende Geschenk für jemanden zu finden – unabhängig vom Anlass. Ihr Strategiewerkzeug nimmt Stärken, Schwächen, Chancen und Tabus sowohl des Schenkers als auch des Beschenkten auf. Mit Hilfe einer Matrix lassen sich dann Querverbindungen, Kombinationen und Ergänzungen herstellen, die den Sucher auf die Fährte zum richtigen Geschenk setzen.

Unter www.schenkBerater.de erklären die Autorinnen Noebels und Lauschke das Prinzip, dort können sich Interessierte auch beraten lassen.

Ihr E-Buch entstand aus einer Masterarbeit übers Schenken an der Hochschule Pforzheim. Dabei gingen die Autorinnen auch der Frage nach: Was ist ein gutes Geschenk? Eindeutig eine rote Karte bekamen dabei sogenannte Ersatzgeschenke wie Krawatten und Kinogutscheine. Positiv wurde alles Persönliche und Selbstgemachte bewertet.

Aber auch die Hülle muss stimmen. „Im Laden einpacken lassen geht nicht“, sagt Martina Dittus. „Selbst einpacken erhöht den Wert der Gabe, weil man sich ja Zeit für den Beschenkten nimmt“. Die Esslinger Verpackungsdesignerin, die auch Workshops zum Thema gibt, rät aber dazu, Geschenke adäquat zu verpacken und immer zu bedenken: Mit aufwendigem Drumherum steigen auch die Erwartungen an den Inhalt. Der dürfe nicht enttäuschen.          bob / Foto:dpa

 

Info: www.schenkBerater.de


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