„Überraschend einfache Lösung“

Siegerentwurf für Modernisierung und Erweiterung der Esslinger Bücherei vorgestellt

Noch bis 30. Januar sind   die  Modelle des Architektenwettbewerbs für die Modernisierung und Erweiterung der Stadtbücherei Esslingen in der Schickhardt-Halle des Alten Rathauses ausgestellt. In der vergangenen Woche hat sich das Preisgericht für das Modell des Büros AGN Niederberghaus aus Düsseldorf/Ibbenbüren als Sieger entschieden. Die Jury unter Vorsitz des Professors für Architektur, Jörg Aldinger, überzeugte die „überraschend einfache Lösung für die komplexe Aufgabenstellung“. 

Das Thema Stadtbücherei, deren Erweiterung und ihr Standort beschäftigt die Esslinger seit geraumer Zeit. Sehr emotional wurde die Diskussion um den künftigen Standort der Bibliothek geführt. Sie mündete in einem  Bürgerentscheid, bei der sich die Mehrheit der Abstimmenden für  Renovierung und Neubau am alten Standort Bebenhäuser Pfleghof aussprach. In einem nächsten Schritt hat die Stadt europaweit einen Planungswettbewerb für die Modernisierung und Erweiterung der Bücherei ausgeschrieben.

In der Schickardt-Halle im Alten Rathaus sind nun alle Wettbewerbsentwürfe ausgestellt. Das Interesse am künftigen Erscheinungsbild der Stadtbücherei ist groß. Besucher schauen sich die Arbeiten an, diskutieren, bewerten. Im Zentrum des Interesses steht der Siegerentwurf des Büros AGN, das auch eine Niederlassung in Ludwigsburg hat.

  Der Entwurf  sieht zwei klar strukturierte Baukörper vor, die sich im engen Geviert zwischen Heugasse und  Webergasse entlangschmiegen und Raum für  den gestiegenen Flächenbedarf der neuen Stadtbücherei schaffen. Der Innenhof soll  frei von Bebauung sein. Dadurch ist er Freiraum für im Erdgeschoss anberaumte Nutzungen. Im Innern gefiel der Jury, wie  der Entwurf  baulich und visuell Verbindungen vom Untergeschoss über das Erdgeschoss bis in das erste Obergeschoss schafft.

„Lufträume und eine im Alltag gut nutzbare Sitzstufenanlage garantieren nicht nur Tageslicht in allen Zonen, sondern sichern auch eine, der Nutzung als öffentlicher  sogenannter Dritter Ort angemessene Lebendigkeit“, so die Juroren in ihrer Begründung. Foyer und Café bleiben die zentralen Anlauforte für  die Besucher. Außerdem sind Spielzonen für Kinder, Lernräume mit Einzelplätzen und Gruppenräumen sowie Schmökerplätze ge­plant.  Im Dachgeschoss befindet sich ein  großer Veranstaltungsraum, der auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Stadtbücherei zugänglich sein soll.

Esslingens Oberbürgermeister Jürgen Zieger  lobte „Sachverstand, Ideenreichtum und Sensibilität für die notwendige Symbiose zwischen Tradition und Moderne im Bereich zwischen Webergasse und Heugasse“.  Auch berücksichtigt der Entwurf die historische Bausubstanz. Mögliche Grabungsfunde im Untergeschoss können in  die Gestaltung des Raumprogramms mit einfließen.

Auch für den Förderverein Stadtbücherei ist der Siegerentwurf gelungen. „Die Vorgaben des Bibliotheksteams und die im Zug der Bürgerbeteiligung geäußerten Wünsche der Nutzer und Nutzerinnen der Bücherei wurden ernst genommen und weitestgehend berücksichtigt“, sagt dessen Vorsitzende, Sylvia Greiffenhagen.  Sie freut sich auch über die Einstimmigkeit des Ergebnisses und hofft, dass die zeitweilige Polarisierung der Stadtgesellschaft beim Thema Stadtbücherei rasch überwunden werde und  alle gemeinsam an der Umsetzung einer  neuen Bücherei weiterarbeiten würden.

Dem Gemeinderat bleibt es vorbehalten, den ersten Preisträger zu beauftragen und die Verwaltung anzuweisen, die weiteren Vertragsgrundlagen zu klären.  ras / Foto: ras

Info: Alle Wettbewerbsarbeiten sind noch bis zum 30. Januar in der  Schickardt-Halle im Alten Rathaus von 10 bis 16 Uhr ausgestellt.


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