Unerreichbare Bahnsteige

Aufzüge am Esslinger Bahnhof werden erneuert und  repariert – Gehbehinderte müssen umplanen

Bis Ende April laufen  die Arbeiten zur Reparatur und zum Austausch von Aufzügen am Esslinger Bahnhof. Wer nicht gut zu Fuß ist, erreicht die an den Gleisen 7 und 8 ein- und abfahrenden Züge und  S-Bahnen  derzeit nicht.

Der  Aufzug zum S-Bahnsteig 7/8 ist teilweise  mit Holz verschalt, die Zugketten hängen regungslos im gläsernen Schacht. Der Lift wird derzeit ausgebaut und erneuert. Dabei  werden der vorhandene Aufzugsschacht, die Stromversorgung und anderes  an die neue Anlage und   Technik angepasst. Der jetzt für den Austausch anstehende Aufzug ist seit dem Jahr 2001 in Betrieb, die Lebensdauer ist je nach Anlage unterschiedlich. „In der Regel ist ein Austausch nach durchschnittlich 15 Jahren vorgesehen, je nach Zustand und Ausfallhäufigkeit der Anlage“, erklärt eine Sprecherin der Bahn. Der neue Lift wird eine  Tragfähigkeit von 630 Kilogramm haben, was acht Personen entspricht, und er fährt mit einer  Geschwindigkeit von einem Meter pro Sekunde.

Rund 300  000 Euro investiert die Bahn in die Erneuerung der  Technik in Esslingen. Der Aufzug war schon länger störanfällig und immer wieder ausgefallen. Er wird erst jetzt ausgetauscht, weil man nicht in der Zeit der Esslinger Großveranstaltungen  wie Zwiebelfest und Weihnachtsmarkt arbeiten wollte,  erklärt  die Bahnsprecherin.

Auch der Aufzug an den Gleisen  2 und 3 am Bahnhofsvorplatz  ist betroffen. Er wurde   im Jahr 2012 in Betrieb genommen und befindet sich   laut  Bahn  in einem guten Zustand. Nagetiere haben jedoch die   Verkabelung der Steuerung angefressen und  beschädigt. Jetzt wird ein neuer Schaltschrank samt Steuerung verbaut. Das Teil  sei bereits im September  bestellt worden, die Herstellerfirma habe jedoch eine sehr lange Lieferzeit, erklärt die Bahn die Verzögerung.  Zwischenzeitlich wurde die Steuerung so weit instandgesetzt, dass der Betrieb wieder möglich ist.

Zusätzliche Beschilderung

Für die Zeit der Reparaturen können Reisende  der S-Bahn-Linie 1, die nicht oder schlecht gehen können, den Bahnhof Esslingen barrierefrei nur mit einem Umsteigen  auf die Linienbusse an den Bahnhöfen Obertürkheim (Linie 101) und Zell (Linie 102 und 103) erreichen. Mobilitätseingeschränkte Reisende der RE-Linie 100 Richtung Stuttgart und Plochingen können alternativ die Regionalzüge an den anderen Bahnsteigen nutzen.

Die anderen Bahnsteige und der übrige Zugverkehr sind nicht betroffen und stehen barrierefrei zur Verfügung. Zusätzliches Servicepersonal steht zur Information der Reisenden am Bahnhof Esslingen  bereit. In Obertürkheim und Zell weisen des Weiteren  Beschilderungen auf die Busse hin.

Taxi-Shuttle möglich

Einen kostenlosen Taxi-Shuttle für gehbehinderte Fahrgäste hat die Bahn bei vorheriger Anmeldung zugesagt. „Er kann dann eingesetzt werden, wenn die anderen Alternativen wie Ausweichbahnhöfe und Busverbindungen nicht greifen“, erklärt die Sprecherin der Bahn. Wer Sicherheit in seiner Reisekette herstellen möchte, sollte sich frühzeitig über die DB-Mobilitätsservice-Zentrale informieren.

Trotz der Störungen sieht sich die Bahn technisch gut aufgestellt:  „Grundsätzlich werden Aufzüge bei der DB regelmäßig durch unseren Dienstleister gewartet“, erklärt die Bahnsprecherin.  „Sofern bei einem Anlagentyp gehäuft Probleme festgestellt werden, werden in Zusammenarbeit mit dem Hersteller und unserem Wartungsdienstleister auch die Wartungsintervalle angepasst und verbessert“, heißt es. So sollen  Störungen  automatisch gemeldet und der Schaden innerhalb von zwei  Stunden in einem Ballungsraum wie Esslingen oder in vier  Stunden außerhalb behoben werden.  bob / Foto: bob

Info: Reisende können sich über die App „Bahnhof live“ oder   akustisch und visuell  über die App „DB Barrierefrei“ über die Funktionsfähigkeit von Aufzügen informieren. Mehr unter www.vvs.de oder über die DB-Mobilitätsservice-Zentrale, Telefon 01 80/6 512 512.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.