Von der Ruine zum Schmuckstück

Die historische Bruckmühle in Kirchheim wird bis Sommer 2022 saniert –  Restaurant  und neuer Kiosk geplant

Seit zehn Jahren steht die historische Bruckmühle an der Lauter beim Postplatz in der Kirchheimer Innenstadt als Bauruine da. Nun gibt es eine Zukunft für das ausgebeinte Fachwerkgebäude. Ein Investor möchte die Mühle sanieren und dort einen Gastronomiebetrieb ansiedeln. Eventuell könnte darüber hinaus auch noch eine Wohnung entstehen. Auch der Kiosk an der Straße soll wieder belebt werden.  Bis zum Sommer 2022 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Die Bruckmühle, eine von einst 13 Mühlen entlang der Lauter im Kirchheimer Stadtgebiet, stellt seit mehr als zehn Jahren ein optisches und auch städtebauliches Ärgernis dar. Im Jahr 1999 hatte der Gemeinderat beschlossen, das lange ungenutzte und teilweise baufällige Ensemble abzureißen und an seiner Stelle einen Platz mit einem Zugang zur Lauter anzulegen. Die Initiative Historisches Kirchheim setzte sich allerdings mit ihrer Forderung durch, das Gebäude aus dem 16. Jahrhundert zu erhalten. Eine Investorengemeinschaft sanierte schließlich den hinteren Teil des Mühlengebäudes  und richtete dort Wohnungen ein, der Platz mit Zugang zum Wasser wurde ein Stück flussaufwärts angelegt.

Der vordere Teil des Ensembles indes wurde zwar ausgebeint, das Fachwerk wurde freigelegt und das Gebäude provisorisch vor weiterem Verfall geschützt, versank dann aber in einen Dämmerschlaf. Vor vier Jahren erwarb dann ein auf die Sanierung alter Gebäude spezialisierter Investor die Bruckmühle, doch aufgrund von Unstimmigkeiten mit der Verwaltung über die Form der Sanierung und die künftige Nutzung geschah zunächst nichts. So hatte der Investor geplant, den Platz zwischen der Mühle und dem Kiosk an der Max-Eyth-Straße zu überbauen, um mehr Grundfläche für künftige Nutzungen zu erhalten. Die Stadtverwaltung hingegen bestand darauf, die ursprünglichen Maße des Ensembles zu erhalten, da die Bruckmühle, obwohl sie nicht denkmalgeschützt ist, stadtbildprägenden Charakter hat. Vier Jahre lang stagnierten die Gespräche, eine Einigung schien nicht  in Sicht.  Die Bruckmühle zierte den Postplatz weiterhin als Bauruine.

Doch nun scheint Bewegung in die Sache gekommen zu sein. An der Bruckmühle hängt seit kurzer Zeit ein Banner, das auf die bevorstehende Sanierung des Gebäudes aufmerksam macht. Demnach soll in dem Gebäude ein Gastronomiebetrieb mit Außenbewirtschaftung auf einer teilweise überdachten und zur Lauter hin offenen Terrasse entstehen. Im Obergeschoss könnten Praxis- oder Büroräume eingerichtet werden. Der  Fischbrötchen-Kiosk an der Max-Eyth-Straße soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Sanierung der Bruckmühle soll im Sommer 2022 abgeschlossen sein.

Diese Lösung entspricht dem Wunsch des Gestaltungsbeirats der Stadt aus dem Jahr 2018, „die historische Gebäudestruktur mit Fachwerk zu erhalten, einen geschützten gastronomisch genutzten Außenraum zu schaffen und schließlich den  Kiosk in Form eines Ersatzbaus zu erhalten“. Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader äußerte sich zufrieden über den Fortschritt in der Sache. „Ich finde es wichtig, dass das Fachwerk erhalten bleibt und dass die Besucher am Stadteingang nicht weiterhin von einer Ruine begrüßt werden“, sagte Bader.   pst / Foto: Ines Rudel


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.