Vorhang auf

WLB stellt neues Programm vor – Studio am Blarerplatz öffnet nach Umbau


Die Württembergische Landesbühne (WLB) in Esslingen hat viel Neues zu vermelden: Das neue Programm liegt vor, außerdem wird die Bühne am Blarerplatz wieder als Spielstätte genutzt. Und eine neue Verwaltungsdirektorin gibt es auch.

Noch läuft die aktuelle Spielzeit auf vollen Touren, demnächst wird die Freilichtbühne am Kesslerplatz aufgebaut, aber bereits jetzt präsentiert die WLB das Programm für die Spielzeit 2015/16. Es ist geprägt vom Netzwerk des Intendanten Friedrich Schirmer, der Kontakte zu Autoren und Weggefährten ausgräbt, Versprechen einlöst oder lange gehegte Vorhaben umsetzt.

Die großen Kriege des 20. Jahrhunderts sind dabei immer noch präsent, zum Beispiel im Anti-Kriegsstück „Der Preispokal“ von Sean O‘Casey, ebenso wie in Walter Kempowskis „Tadellöser und Wolff“. Um Macht und Gewalt geht es in Kafkas „Prozess“.

Fest verankert im Spielplan sind die regionalen, sprich schwäbischen Themen: Am auffälligsten dabei ist die Freilichtaufführung im nächsten Jahr an der Stadtkirche: Shakespeares Hamlet wird sich dort trüben Gedanken über die Welt hingeben. Aus dem Prinz von Dänemark wird der Prinz von Württemberg und am Hof wird schwäbisch gesprochen. Mit dem „Sheriff von Linsenbach“ des verstorbenen Autors und Regisseurs Oliver Storz spielt die WLB eine schwäbische Komödie, die das Thema Fundamentalismus behandelt. Regionalen Stoff mit Humor verspricht die Live-Hörspielproduktion „Der Frauenarzt von Bischofsbrück“.

Den Auftakt macht als Uraufführung „Der Fliegende Holländer“, bearbeitet von Andreas Marber. Für Schirmer ist es ein „Herzensstück“, dessen Musik er mit „The Best of Ritchie Wagner“ ankündigt. Besonders stolz ist man in Esslingen auf „Obwohl“, das als Koproduktion mit der Rampe Stuttgart am 29. Mai bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen uraufgeführt wird. Im Oktober ist sie in der WLB zu sehen. Insgesamt spielt die WLB neben den weiter laufenden  Produktionen 13 Premieren. Acht Premieren sind es bei der Jungen WLB. Dabei sind Stücke wie „Die Reise zum Mittelpunkt des Waldes“ über einen Jungen, der Räuber werden will, oder „Zwei Schwestern bekommen Besuch“, wo es um die Frage geht, wie man richtig lebt.

Aber es gibt nicht nur neue Stücke zu vermelden: Im ersten Jahr unter Schirmers Intendanz sahen rund 40 000 Besucher das WLB-Programm, das sind fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Umstand, der Heimkehrer Schirmer erfreut, denn sein Vorgänger Manuel Soubeyrand habe schon gute Zahlen gehabt. Ab Juni wird die WLB Baustelle, denn die Klimaanlage wird erneuert. Ab Herbst wird das Studio am Blarerplatz nach einem Umbau wieder bespielt; 80 Plätze hat die kleine Bühne nun. Zur neuen Spielzeit löst die Kultur- und Wirtschaftswissenschaftlerin Vera Antes Ulrich Heinzelmann als Verwaltungsdirektor ab. Keine Veränderungen gibt es derweil im Ensemble.         bob / Foto: bob

 

Info: mehr zum Programm unter www.wlb-esslingen.de, Karten gibt es unter t 07 11/35 12-30 44.


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