Wieder Hoffnung auf Motocross im Spätsommer

Im Mai ist das Alternativevent des Aichwalder MX-Klassikers abgesagt worden – Nun soll es in Reutlingen doch ein   Rennen geben

Lange sah es so aus, als ob  2021 ein  Motocross-armes Jahr werden würde. Das Rennen in Aichwald war wegen der Pandemie abgesagt worden. Im Mai wurde dann bekannt, dass die Alternativveranstaltung  auf dem Gelände des 1. RMC Reutlingen auch nicht stattfinden kann. Für das Event hatten sich der MSC „Eiserne Hand“ Aichwald und der 1. RMC zusammengeschlossen, doch die Stadt Reutlingen gab den Veranstaltern keine Genehmigung. Nun wagen die  Vereine unter der der Regie des ADAC Württemberg einen weiteren Anlauf. Und der lässt hoffen: Es wird doch ein Motocross-Event  im Sommer geben.

Demnach soll das Finale der ADAC MX Masters am 11. und 12. September in Reutlingen stattfinden. Das teilte der ADAC Württemberg mit. Gefahren werde in allen vier Rennklassen: die ADAC MX Masters, der MX Youngster Cup, der MX Junior Cup 125 und der MX Junior Cup 85.

Zwar bleibt die heimische Strecke der Aichwalder „In den Horben“ auch in diesem Jahr ungenutzt, trotzdem  ist  der MSC-Vorsitzende Manuel Dorn  froh: „Wir freuen uns! Die süddeutsche Motorsportverbundenheit schafft etwas, was keiner mehr gedacht hätte.“ Vor allem aus  finanziellen Gründen hätte es sich für die Aichwalder nicht gelohnt, ein eigenes Rennen zu veranstalten.

Im September spielt der MSC nur eine  Nebenrolle, federführend organisiert der ADAC Württemberg die Veranstaltung. Mit im Boot sitzt neben dem 1. RMC Reutlingen auch der MSC Gaildorf, auf dessen Gelände   das Finale der MX Masters  gewesen wäre. Weil es den Gaildorfern aber ähnlich wie den Aichwaldern erging – sie hätten es alleine einfach nicht geschafft –, entstand die Idee, das  Rennen gemeinsam zu planen  und es in Reutlingen auf dem Gelände „Am Sportpark“ auszutragen. Dort gibt es eine permanente Hartbodenstrecke, die die Veranstalter einfach nutzen können.  In Aichwald hätten sie die Strecke zum Beispiel  erst  aufbauen müssen.

„Dieses Engagement unserer Ortsclubs unterstreicht den Stellenwert, den Motocross in Württemberg hat“, sagte Michael Saur, der Sportvorstand des ADAC Württemberg  und gleichzeitig Vorsitzender des RMC Reutlingen. Nach derzeitigem Stand dürfen keine Zuschauer an der Strecke stehen. „Unser Fokus liegt jetzt auf der Sicherstellung eines reibungslosen Rennablaufs“, sagte Saur. Kurz vor dem Motocross werde die Lage jedoch noch einmal neu bewertet. Motorsportfans können die Rennen  über einen Livestream im Internet unter www.adac.de/mx-masters verfolgen.

Trotz der Freude ist Manuel Dorn vom MSC Aichwald  etwas skeptisch, ob das Event stattfinden kann.  „Es ist so, dass die Zahlen langsam steigen“, sagt er.  Zwar gibt es keine Zuschauer, aber allein das Teilnehmerfeld mit Betreuen und Trainern  besteht aus mehreren hundert Personen. Die  Veranstaltung ist für Dorn deshalb „hypothetisch“. Wenn alles aber klappt, dann „ist das das Beste, was dem Sport passieren kann.“ 

Dominic Berner / Foto: Robin Rudel


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