Zukunft für historisches Bauwerk

Kornhaus in Kirchheim soll für 13,2 Millionen Euro saniert werden – „Eines der markantesten Gebäude unserer Stadt“

Die Weichen für die Sanierung des historischen Kornhauses in der Kirchheimer Kernstadt sind gestellt. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause beschlossen, eine Sanierungsvariante weiter zu verfolgen, die mit  13,2 Millionen Euro  zwar  teuer wird, gleichzeitig aber auch die besten Nutzungsoptionen für das historische Gebäude bietet. Mit einem Baubeschluss wird Anfang 2021 gerechnet.

Das Kornhaus in Kirchheim nahe dem Rathaus und der Stadtkirche zählt zum zentralen architektonischen Erbe der Stadt. 1541 als städtischer Getreidespeicher erbaut, überlebte das Haus als eines der wenigen in der Stadt den verheerenden Stadtbrand im Jahr 1690. Seit dem Jahr 1946 ist dort das Stadtmuseum untergebracht, das allerdings 2016 wegen des mangelhaften Brandschutzes und auch einer fehlenden zweiten Fluchttreppe geschlossen werden musste. Außerdem wurde eine Schadstoffbelastung durch Asbest und PCB festgestellt. Der Gemeinderat  hatte sich daraufhin für eine Generalsanierung des Hauses entschieden. In der vergangenen Juli-Sitzung schließlich hatte ein Architekturbüro drei Sanierungsvarianten vorgelegt. Deren Diskussion brachte eine  große Mehrheit für die umfangreichste, allerdings auch teuerste Lösung.

Die Variante, die nun detailliert ausgearbeitet wird, sieht vor, den gesamten Gewölbekeller so nutzbar zu machen, dass er künftig auch Platz für Ausstellungen bietet. Im Dachgeschoss  soll ein Veranstaltungsraum für Vorträge, Lesungen und Konzerte entstehen, der sich auch als Sitzungssaal für den Gemeinderat eignet. Das Blockheizkraftwerk im Keller muss dafür weichen und soll unter den Platz zwischen Max-Eyth-Haus und Kornhaus verlegt werden.

„Mit aktuell 13,2 Millionen Euro liegt die vorliegende Kostenschätzung zwar 1,5 Millionen Euro über der günstigsten Variante, die keine Wiederherstellung des Gewölbekellers vorsieht, es handelt sich dabei jedoch um eine Investition in die Zukunft eines der markantesten und geschichtsträchtigsten Gebäude unserer Stadt, die Vorteile für alle Seiten hat“, erklärt der Stadtsprecher Robert Berndt. Nach der Beschlusslage werde das Projekt zunächst bis zur Entwurfsplanung weiter verfolgt. „Die finale Entscheidung zur baulichen Umsetzung soll dann gefällt werden, wenn die Finanzierung – für die unter anderem auch mit Fördermitteln durch Bund und Land gerechnet wird – geklärt ist“, sagt Berndt.

Beim geplanten Bau des neuen Heizungskellers werde nicht mit großen Überraschungen   im Untergrund gerechnet. Zwar  gebe es immer Unwägbarkeiten bei Tiefbauarbeiten im historischen Stadtkern. „Aber durch frühere Eingriffe in den Boden mit den Baugruben zwischen  Max-Eyth-Haus und Kornhaus für die Nahwärmeversorgung ist zu vermuten, dass in diesem Bereich keine archäologischen Funde schlummern und daher das Risiko als gering einzuschätzen ist. Falls wider Erwarten doch ein archäologischer Fund angetroffen wird, kann eine Verzögerung durch Umstellen der Sanierungsabläufe natürlich minimiert, aber nicht ausgeschlossen werden. Auswirkungen auf die Kosten sind bisher nicht ersichtlich“, sagt Berndt. Sollte der Gemeinderat Anfang 2021 den Baubeschluss fassen,  ist laut Berndt geplant, die Sanierung bis zum Jahr 2024 abzuschließen.  pst / Foto: Stadt Kirchheim


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