Zurück zum Sportbetrieb

Provisorische Flüchtlingsunterbringung in Sporthallen ist weitgehend beendet

Fast alle Sporthallen, die dem Landkreis Esslingen als Notunterkünfte für Flüchtlinge dienten, sind mittlerweile geräumt und werden teilweise bereits wieder für ihren eigentlichen Zweck genutzt. Das gilt zum Beispiel in Filderstadt: Dort waren in der Weilerhauhalle in Plattenhardt und in der Gotthard-Müller-Halle in Bernhausen für zwei beziehungsweise vier Monate Flüchtlinge untergebracht. Dafür sei vom Landkreis, der die Hallen von der Stadt mietete, ein Schutzboden eingelegt und danach zurückgebaut worden, erklärt Jens Theobaldt von der Filderstädter Stadtverwaltung. Auch zusätzliche Anschlüsse seien wieder entfernt worden, als die Bewohner in Zelthallen und andere Unterkünfte umzogen. „Wir haben einwandfreie Hallen zurückbekommen“, betont Theobaldt.

Auch die rund 100 Flüchtlinge, die Anfang des Jahres in der Turn- und Festhalle Oberesslingen logierten, konnten nach rund zwei Monaten umziehen. Die kreiseigenen Sporthallen in Kirchheim, Nürtingen und Esslingen-Zell dienten dagegen wesentlich länger als Notunterkünfte. In der Halle auf dem Säer in Nürtingen lebten bis Juli 2016 bis zu 270 Menschen. Sie muss nach Angaben des Kreis-Pressesprechers Peter Keck für rund 400 000 Euro saniert werden. Aufgrund des kurzfristigen Bezugs konnte dort kein Schutzboden eingelegt werden, auch die Sanitäranlagen seien nicht für eine Dauernutzung durch so viele Menschen ausgelegt gewesen. Ähnlich dürfte die Lage in der Kreissporthalle in Kirchheim sein, die bis zu 300 Flüchtlinge beherbergte und erst seit Mitte Dezember wieder frei ist. Geplant sei, so Keck, dass zum Schuljahresbeginn 2017/2018 diese Hallen wieder für den Sport zur Verfügung stünden.

Die rund 100 Bewohner der Sporthalle in Zell sind kürzlich ebenfalls verlegt worden, überwiegend in die Esslinger Weststadt. Diese Halle könnte der Kreis im Notfall kurzfristig wieder als Unterkunft aktivieren – so lange sie noch steht. Sie war schon vor dem Einzug der jungen Männer sanierungsbedürftig, inzwischen hat der Kreistag entschieden, sie durch einen Neubau für rund 5,5 Millionen Euro zu ersetzen. Das gilt längerfristig als wirtschaftlicher.

Somit bleibt noch das Provisorium in der früheren Turnhalle Unterboihingen. Sie ist ohnehin für den Abbruch im Jahr 2018 vorgesehen und wurde auch nicht mehr für den Sportbetrieb genutzt. Lediglich auf den Außenfeldern wird noch gekickt, die Sportler können weiterhin die Sanitäranlagen im Untergeschoss der Halle nutzen. Für die Flüchtlinge wurden Wasch- und Sanitärräume sowie Kochgelegenheiten in Container ausgelagert.

Die Unterbringung bleibt trotzdem eine große Aufgabe. Zum einen muss den Flüchtlingen ab 2018 in Baden-Württemberg mehr Platz zugewiesen werden. Diese Regelung gilt eigentlich schon länger, ihre Umsetzung wurde aber per Ausnahmegenehmigung verschoben. Zum anderen gibt es noch immer viele Zeltstädte und Container, die, so Keck, durch nachhaltigere Lösungen ersetzt werden sollen. Das seien die großen Herausforderungen im Jahr 2017.                aia / Foto: aia


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